Film-Tipp des Tages: Real Steel – Stahlharte Gegner

Seine Roboter-Fights sind der einzige Lebensinhalt eines abgehalfterten Exboxers - da taucht sein Sohn auf, von dem er nichts wusste. Sci-Fi-Boxerspektakel und Vater-Sohn-Drama mit Hugh Jackman.

Ein muskulöser Mann steht einem Stahlroboter gegenüber. Beide zeigen mit beiden Zeigefingern auf ihre eigenen Augen.

Bildlegende: Schau mir in die Augen, Kleiner Hugh Jackman als Charlie Kenton, Dakota Goyo als Max Kenton SRF/DREAMWORKS STUDIOS

Dem Boxsport bleibt Charlie Kenton (Hugh Jackman) auch nach dem abrupten Ende seiner Karriere treu, doch steckt er nicht mehr selbst die Schläge ein. Es sind Roboter, die sich in naher Zukunft im Ring zerdeppern, und Charlie hält sich mit solchen Materialschlachten über Wasser.

Charlie erfährt von der Existenz seines Sohnes Max (Dakota Goyo) erst, als dessen Mutter stirbt. Er nimmt den Zehnjährigen bei sich auf. Jedoch nicht aus Vaterliebe, der bärbeissige Einzelgänger will vielmehr den zukünftigen Zieheltern des Buben eine hübsche Stange Geld abknüpfen.

Zu Charlies Verblüffung beweist Max ein Händchen für Technologie und der lädierte Roboter, den der Knabe vom Schrottplatz rettet, Nehmerqualitäten. Während Max' Kampfmaschine sich zum ernstzunehmenden Gegner für den übermächtigen Champions Zeus entwickelt, raufen sich Vater und Sohn mehr und mehr zusammen.

Nicht «Rocky» stand diesem Vater-Sohn-Drama im futuristischen Gewand Pate, sondern die Kurzgeschichte «Steel» des im Juni 2013 verstorbenen Schriftstellers Richard Matheson («I Am Legend»), die bereits 1963 mit Lee Marvin als Episode der legendären Fernsehserie «The Twilight Zone» verfilmt wurde. Auf die Kampfszenen der Roboter legten Regisseur Shawn Levy und sein Team freilich so grossen Wert, dass sie diese mithilfe der Boxlegende Sugar Ray Leonard choreographierten. Dies geschah offensichtlich mit Erfolg, lobt doch sogar der nicht eben auf Spezialeffekte versessene deutsche «Film-Dienst», «dass die computeranimierten Kampfszenen geradezu perfekt funktionieren; eine Steigerung des Realitätseffekt ist kaum noch vorstellbar».

Das emotionale Herz des Filmes ist die aufkeimende Beziehung zwischen dem emotional verkümmerten Vater Charlie und dem Sohn, der ihm unverhofft unterkommt. Die Schweizer TV-Zeitschrift «Tele» empfiehlt: «Zynismus ausschalten und hochgerüstete Sentimentalität geniessen. Hinter dem harten Stahl von 'Real Steel' pocht nämlich ein schön sanftes Herz.»

Da der Film seine Produktionskosten von kolportierten 110 Millionen Dollar bei weitem eingespielt hat, ist auch schon seit längerem eine Fortsetzung angekündigt. Ob Hugh Jackman wieder mittun wird, ist noch offen. Eben erst hat der Hollywood-Star der Schweiz einen Besuch abgestattet: Am Zurich Film Festival wurde der 45jährige Australier gestern Abend für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Am 3. Oktober 2013 läuft in der Deutschschweiz sein neuer Film «Prisoners» an, in dem Hugh Jackman an der Seite von Jake Gyllenhaal («Source Code») und Paul Dano («There Will Be Blood») zu sehen ist.

Sendeplatz

Sonntag, um 20:00 auf SRF 2