Film-Tipp des Tages: Slumdog Millionär

Ein Jugendlicher aus Mumbais erbärmlichstem Armenviertel erstaunt in «Wer wird Millionär?» ganz Indien. Weshalb Jamal noch auf die kniffligsten Fragen die richtige Antwort weiss, ist verblüffend: Der Teenager erzählt die Geschichte seiner Kindheit - und einer alles überstrahlenden Liebe.

Drei indische Waisenkinder finden in einem ausgebrannten Wagen Unterschlupf.

Bildlegende: Auf sich allein gestellt. SRF/Pathe Films AG

Jamal Malik (Dev Patel) wird auf einem Polizeiposten im Mumbai in die Mangel genommen. Der Teenager soll im indischen «Wer wird Millionär?» geschummelt haben. Wie anders ist zu erklären, dass Jamal auf alle kniffligen Fragen des Quizmasters eine Antwort wusste? Als er zu erzählen beginnt, zeigt sich, dass das Leben dem Jüngling aus der Gosse nicht nur unglaubliche Erlebnisse beschert hat, sondern auch das Rüstzeug, um im gnadenlosen Kampf ums Überleben - und in der Quizshow - zu bestehen.

Harte Kindheit

Im heruntergekommensten Slum von Mumbai wachsen Jamal und sein Bruder Salim als Waisen auf. Auf sich allein gestellt schlagen sich die beiden mit nichts als ihrer Pfiffigkeit durch. Die Buben lernen Latika kennen und nehmen das herzige Mädchen in ihre Bande auf. Gemeinsam kommt das Trio in einem Waisenhaus unter, wo Kinder zum Betteln instrumentalisiert werden. Als Jamal die Augen ausgebrannt werden sollen, damit Passanten ihm mehr Kleingeld spenden, ergreifen die Kinder die Flucht. Diese gelingt jedoch nur den Buben, Latika bleibt zurück. Fortan setzt Jamal alles daran, Latika wieder in die Arme schliessen zu können.

Mit 8 Oscars ausgezeichnet

Mit acht Oscars ausgezeichnet, auch in den prominentesten Kategorien wie Regie und Bester Film, war «Slumdog Millionaire» die Kinosensation des Winters 2008. Die raffiniert konstruierte Geschichte bringt eine Fülle an Freud und Leid auf die Leinwand, in einer umwerfend lebendigen Verfilmung, die Danny Boyle dank aufwendigem Dreh mit Laien an Originalschauplätzen gelungen ist.

Filmerlöse für einen guten Zweck

Der britische Filmemacher Boyle («Trainspotting») hat einen Teil der Einnahmen des Filmes für eine Stiftung verwendet, die Kalkuttas Slumkindern zugutekommt. Nicht auf Unterstützung angewiesen war seine Entdeckung Freida Pinto (in der Rolle der erwachsenen Latika), ein ehemaliges Model. Auch in der Folge konnte die Schönheit aus Mumbai sich nicht über Mangel an Aufträgen beklagen: Nach Woody Allens «You Will Meet a Tall Dark Stranger» war sie im Politdrama «Miral» und im Sci-Fi-Blockbuster «Rise of the Planet of the Apes» zu sehen.

Sendeplatz

Freitag um 20:00 Uhr auf SRF zwei.