Film-Tipp des Tages: «The Company You Keep - Die Akte Grant»

Als eine ehemalige linksradikale Aktivistin nach Jahren auf der Flucht verhaftet wird, muss sich der ehrbare Anwalt Jim Grant wegen der Recherchen des Journalisten Ben Shepard seiner eigenen linksextremen Vergangenheit stellen. Intelligenter Politthriller von und mit Robert Redford.

Ein Mann steigt telefonierend aus einem Auto.

Bildlegende: Robert Redford als Jim Grant/Nick Sloan. SRF/2013 Concorde Filmverleih GmbH

Seit Jahren lebt die ehemalige linksradikale Aktivistin Sharon Solarz (Susan Sarandon) ein Leben im Versteckten. Sie war Teil der Terrororganisation The Weathermen, die für diverse Anschläge verantwortlich gemacht wurde. Wegen ihrer früheren Verwicklung in diese politisch motivierten Attentate musste sich Solarz eine neue Identität schaffen.

Eines Tages hat sie aber genug vom Versteckspiel und stellt sich dem FBI. Die spektakuläre Geschichte ruft innert Kürze die Presse und prestigesuchende Anwälte auf den Plan. Auch der ehrbare Anwalt Jim Grant (Robert Redford) interessiert sich für den Fall. Er weigert sich aber vorerst, diesen anzunehmen. Als der junge Reporter Ben Shepard (Shia LaBeouf) von Grants Absage hört, stellt er diesen zur Rede. Grant ist aber zu keinem Interview bereit.

Dunkles Geheimnis

Shepard lässt sich nicht vom Weg abbringen und beginnt mit Recherchen über Grant und dessen Vergangenheit. Nach und nach kommt er Grants Geheimnis auf die Spur: Auch er führt ein neues Leben - und war früher selber in die Kreise der Weathermen verstrickt. Doch als Shepard Grant konfrontieren will, ist dieser bereits untergetaucht und wird nun selber vom FBI gejagt. Grant muss seine Unschuld beweisen - ohne dabei seine Werte zu verleugnen.

Die Weathermen waren von Ende der Sechziger- bis in die Siebzigerjahre des 20. Jahrhunderts in den USA aktiv. Mit ihren Bombenanschlägen auf Regierungsgebäude wurden sie in der ganzen Welt berühmt-berüchtigt. Sie standen als Kommunisten und Antirassisten dem Vietnamkrieg kritisch gegenüber und sympathisierten mit den Vietcong und der Black Panther Party. Sie hofften, die US-Regierung zur Kapitulation in Vietnam zwingen zu können, indem sie den Krieg mit ihren Bombenanschlägen in die USA trugen.

Demokratische Grundwerte auf der Leinwand

Wie auch im Film dargestellt, haben einige ehemalige Mitglieder der Weathermen inzwischen Karriere gemacht. Der heute bekannteste der Ehemaligen ist der Professor für Pädagogik an der University of Illinois Bill Ayers. Im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen 2008 sorgte er dank seiner Bekanntschaft mit Barack Obama für Schlagzeilen. Dass ein potenzieller US-Präsident Bekanntschaften mit ehemaligen Terroristen pflegt, war für seine republikanischen Gegner ein gefundenes Fressen.

Robert Redford verdankt einen erheblichen Teil seines Ruhmes seinem politischen Engagement in der Filmindustrie. Er propagiert auf der Leinwand immer wieder demokratische Grundwerte. Redford steht staatlicher Überwachung kritisch gegenüber und hält die Pressefreiheit für eine der höchsten Staatstugenden überhaupt. Besonders deutlich kommt dies in «All the President's Men» zum Ausdruck. Der Film zeichnet die Enthüllung des Watergate-Skandals durch die Journalisten Woodward und Bernstein nach, die von Redford und Hoffman verkörpert werden.

Trotz seiner herausragenden Schauspielkünste wurde Redford bisher nie mit einem Darsteller-Oscar ausgezeichnet. 2002 erhielt er dennoch einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk als Regisseur, Produzent, Schauspieler und vor allem Gründervater des prestigeträchtigen Sundance Filmfestival.

Sendeplatz

Samstagnacht um 23:00 Uhr auf SRF zwei