Film-Tipp des Tages: «Wakolda»

Lilith zieht mit ihrer Familie in den 1960er-Jahren nach Patagonien. Auf der Reise gesellt sich ein deutscher Arzt zu ihnen. Er gewinnt rasch Liliths Vertrauen und dasjenige ihrer Mutter. Was die Familie nicht weiss: Bei dem Arzt handelt es sich um den KZ-Arzt Joseph Mengele.

En Mann zeigt einem Mädchen ein Mikroskop

Bildlegende: Freunden sich an: Alex Brendemühl als Helmut Gregor, der sich als Dr. Mengele entpuppt, Florencia Bado als Lilith Copyright SRF/Xenix Filmdistribution

Als der deutsche Arzt Helmut Gregor (Alex Brendemühl) 1960 nach Patagonien fährt, trifft er bei einer Raststätte auf die zwölfjährige Lilith (Florencia Bado) und ihre Familie. Um sicher nach Bariloche zu kommen, folgt Helmut dem Auto der Familie, die gerade in die Kleinstadt umzieht. Die Mutter Eva (Natalia Oreiro) hat ein altes Gasthaus geerbt, das sie mit ihrem Mann Enzo (Diego Peretti), einem Puppenfabrikanten, betreiben will. Eva schickt Lilith und ihre Geschwister auf eine deutsche Schule, die sie selber schon besucht hat. Dort wird Lilith wegen ihrer kleinen Körpergrösse ständig gehänselt.

Einziger Gast und Hausfreund

Nach einiger Zeit taucht Helmut im Gasthaus auf und will sich für die nächsten sechs Monate einmieten. Als zunächst einziger Gast bekommt Helmut das tägliche Leben der Familie mit. Er interessiert sich insbesondere für deren körperliche Gesundheit. Er bietet an, Eva bei ihrer Zwillingsschwangerschaft zu unterstützen, und weckt in Lilith die Hoffnung, ihre Wachstumsstörungen zu beseitigen. Er nutzt es aus, dass Lilith ihm sehr zugeneigt ist und sich ohne Wissen ihrer Eltern von ihm röntgen lässt. Das stösst Enzo sauer auf, doch Eva glaubt Helmut, als er ihr sagt, dass er Liliths Zukunft verändern kann.

Gesuchter Mann

Was die Familie nicht weiss: Der freundliche Arzt, der alle Erkenntnisse über Lilith und Eva akribisch genau in einem Notizbuch festhält, ist nicht irgendein Deutscher, sondern der weltweit gesuchte KZ-Arzt Joseph Mengele.

Autorin und Regisseurin

«Wakolda» basiert auf dem gleichnamigen Roman von Lucía Puenzo. Die argentinische Autorin und Regisseurin hat ihr Buch gleich selber verfilmt. Puenzo machte 2007 als Regisseurin auf sich aufmerksam mit dem Drama «XXY». 2009 folgte «El niño pez», auch nach einer eigenen Romanvorlage. In «Wakolda» erzählt sie die Geschichte einer Familie, die in den 1960er-Jahren per Zufall auf den weltweit gesuchten KZ-Arzt Joseph Mengele trifft. Dabei stützt sich Puenzo nur auf einen verbürgten Fakt: dass Mengele nach seiner Flucht aus Deutschland in Argentinien Unterschlupf fand. Den Rest hat sie erfunden und zu einer fesselnden Geschichte verdichtet, die im Laufe des Filmes immer unheimlicher wird.
In der Rolle des KZ-Arztes Mengele ist der deutsch-spanische Schauspieler Alex Brendemühl zu sehen, Lilith wird von der heute 15-jährigen Florencia Bado verkörpert, die als grosse Hoffnung des argentinischen Kinos gilt.

Sendeplatz

Donnerstagnacht um 00:05 Uhr auf SRF 1.