Film-Tipp des Tages: «We Want Sex»

Bei Ford arbeiten 1968 fast ausschliesslich Männer, weltweit über 40'000. Doch als die 187 Frauen, die in der Fabrik für die Hälfte des Männerlohns Polster für die Autos herstellen, einen beherzten Streik beginnen, um für mehr Lohn zu protestieren, bringen sie die riesige Maschinerie zum Stillstand.

Frauen demonstrieren für Gleichberechtigung.

Bildlegende: Klare Forderungen SRF/Ascot Elite

Grossbritannien, 1968. Wenn Rita und ihre Kolleginnen im britischen Ford-Werk in Dagenham häufig nur in Unterwäsche bekleidet arbeiten, hat das selbst Ende der 1960er-Jahre wenig mit der anrollenden Sexwelle zu tun, sondern vielmehr mit der unerträglich heissen und stickigen Luft in der Fabrikhalle, in der die Näherinnen unter miserablen Bedingungen täglich ihre Arbeit verrichten müssen. Als die Arbeiterinnen von der Ford-Führungsebene auch noch als unqualifizierte Arbeitskräfte eingestuft werden – nur um die Löhne entsprechend tief zu halten – platzt den 187 Näherinnen endgültig der Kragen: Angeführt von der beherzten Rita (Sally Hawkins) treten sie geschlossen in den Streik.

Bessere Arbeitsbedingungen und gleicher Lohn für gleiche Arbeit – so heissen ihre simplen wie prägnanten Forderungen. Doch nicht nur von der Konzernleitung schlägt den Frauen heftiger Widerstand entgegen, auch ihre Ehemänner begegnen ihnen bald mit Unverständnis. Da trifft von unerwarteter Seite Schützenhilfe ein.

Nach seinem Kinohit «Calender Girls» setzt Nigel Cole wieder auf typisch britischen Humor und jede Menge Charme. Golden-Globe-Gewinnerin Sally Hawkins («Happy-Go-Lucky») führt in der Rolle der couragierten und streitlustigen Rita eine illustre Darstellerinnenriege an, die so unwiderstehlich agiert, dass diese wahre Geschichte der Arbeiterinnen von Dagenham auch in ihrer historischen Bedeutung nachhaltig beeindruckt.

Sendeplatz

Montagnacht um 00:35 Uhr auf SRF 1.