Film-Tipp: «Shrek – Der tollkühne Held»

Verfolgte Märchenfiguren treiben Shrek aus seinem einsamen Sumpf in ein haarsträubendes Abenteuer. Der unförmige grüne Oger mit den Trompetenohren und sein perfekt digitalisiertes Universum: Es ist eine witzige und rasante Unterhaltung für Gross und Klein, die 2002 einen Oscar gewann.

Für den grünen Oger Shrek gib es nichts Schöneres als ein morgendliches Schlammbad vor seinem Häuschen im Sumpf und ein leckeres Mahl aus Ungeziefer und verrottetem Kürbis im Licht von Schmalzkerzen, die er aus seinen Trompetenohren zieht.

Ein Held wider Willen

Doch dann wird sein Idyll empfindlich gestört: Der kleine, machthungrige Lord Farquaad will das Märchenmonopol zwecks Vermarktung an sich reissen und lässt alle Märchenfiguren einfangen. Diesen gelingt es, aus dem Auffanglager zu entkommen. Sie fliehen in den Sumpf, versammeln sich vor Shreks Hütte und bitten ihn um Asyl. Denn sie wissen, dass sie hier vor Farquaad sicher sind, da dem riesigen Oger niemand gerne in die Quere kommt.

Um die Eindringlinge wieder loszuwerden, geht Shrek mit dem grossmäuligen, aber feigen Lord ein Geschäft ein: Er verspricht, Prinzessin Fiona, die Farquaad zu ehelichen gedenkt, aus den Fängen eines Drachens zu befreien. Dafür sorgt Farquaad wieder für Ruhe im Sumpf. Begleitet vom ewig quasselnden Esel Donkey, der sich ihm ungefragt an die Fersen heftet, begibt sich Shrek auf seine Mission. Auf dem Weg zu Fiona hat das ungleiche Paar unzählige Abenteuer zu bestehen. Und am Ende wartet auf beide unerwartetes Liebesglück.

Parodie auf gängige Märchenklischees

Ausgehend von einem illustrierten Kinderbuch von William Steig kreierten die Filmemacher Shreks Universum. Shrek, der unkonventionelle und ganz und gar politisch unkorrekte Held, und die liebevoll gestalteten Nebenfiguren sind eine Parodie auf gängige Märchenklischees und damit auch auf die Muster, die Disney während eines halben Jahrhunderts in seinen Zeichentrickfilmen etablierte und mit welchen er das Genre dominierte.

Die «Shrek»-Macher kennen kein Pardon: Wenn etwa Prinzessin Fiona voller Inbrunst zum lieblichen Gesang anhebt und ihr ein niedlicher Vogel gebannt dabei zuhört, trifft ihre Stimme bald so hohe, schrille Töne, dass der Vogel vor ihren Augen zerplatzt – die Eier, die er zurücklässt, werden von Fiona ohne mit der Wimper zu zucken zum Frühstück verarbeitet.

Neben unzähligen Anspielungen auf Filme, Märchen und Populärkultur im Allgemeinen unterhält «Shrek» Gross und Klein mit einer Geschichte, die Abenteuer, Witz und Romantik mühelos verbindet.

Parodien in «Shrek»

Sieben Zwerge stehen neben einem gläsernen Sarg, der von einer grünen Figur geahlten wird.

Sieben Zwerge und ein Oger. Dreamworks

«Shrek» parodiert zahlreiche Märchenfiguren von Disney-Adaptionen – darunter «Schneewittchen» (1937), «Cinderella» (1950) oder «Robin Hood» (1973). Ein kleiner Racheakt des Produzenten Jeff Katzenberg, der Mitte der 90er-Jahre die Disney-Studios im Streit verliess. Anspielungen finden sich aber auch auf Klassiker wie «The Matrix» oder «King Kong».

Sendeplatz

Dienstagnachmittag um 15:00 Uhr auf SRF 1