Film-Tipp: «Spirited Away - Chihiros Reise ins Zauberland»

Die zehnjährige Chihiro und ihre Eltern verirren sich auf dem Weg ins neue Heim in einer geheimnisvollen Zauberwelt. Dort muss Chihiro in den Dienst der bösen Hexe Yubaba treten, um sich und ihre verzauberten Eltern zu retten. Oscarprämiertes Anime-Märchen von Hayao Miyazaki.

Ein Mädchen steht vor einem Wesen mit weissem Gesicht.

Bildlegende: Chihiro und der Gott ohne Gesicht. SRF/Telepool München

Die zehnjährige Chihiro ist gar nicht begeistert: Sie muss mit ihren Eltern aus Tokio aufs Land ziehen und alle ihre Freunde hinter sich lassen. Auf dem Weg ins neue Heim verfährt sich der Vater, und die Familie findet sich vor einem verfallenen Gebäude mitten im Wald wieder.

Die Eltern kümmern sich nicht um Chihiros ängstliche Warnungen und erkunden neugierig den mysteriösen Tunnel, der hindurchführt. Sie gelangen in eine verlassene Stadt, die der Vater als Vergnügungspark zu erkennen glaubt. Einem unwiderstehlichen Duft folgend entdecken sie ein Restaurant mit leckersten Speisen. Die Eltern stürzen sich sogleich gierig auf die Köstlichkeiten.

Im Dienst der Hexe

Chihiro streift währenddessen allein durch die Strassen und trifft einen geheimnisvollen Knaben, der sie anfleht, die Stadt vor Einbruch der Dunkelheit zu verlassen. Zurück im Restaurant entdeckt sie zu ihrem Entsetzen, dass sich ihre Eltern in riesige, grunzende Schweine verwandelt haben. Völlig verängstigt und mutterseelenallein glaubt sie sich in einem bösen Traum.

Eine alte Frau mit grosser Nase und Warze im Gesicht.

Bildlegende: Die mächtige Hexe Yubaba. SRF/Telepool München

Doch dann kommt ihr der Junge Haku erneut zu Hilfe. Er weiss, dass es nur eine Möglichkeit gibt, ihre verzauberten Eltern zu retten: Sie muss in den Dienst der bösen Hexe Yubaba treten, die über die Zauberwelt Aburaya herrscht und Herrin ist über das Badehaus, wo sich erschöpfte Götter und Geister erholen. Mit Haku macht sich Chihiro auf eine Reise, auf der ihr ungeahnte Willenskraft und Ausdauer abverlangt wird. Sie macht die unglaublichsten Begegnungen und lernt neue Freunde kennen.

Vom Wohlstandsschrott verschmutzter Flussgeist

Fantastische Kreaturen, Geister und Götter bevölkern Hayao Miyazakis epische Anime-Märchen. Neben den Bezügen zur japanischen Mythologie lässt der Regisseur auch immer wieder humanistische Botschaften in seine vielschichtigen Werke einfliessen, greift ökologische Probleme auf und thematisiert die fragile Koexistenz von Mensch und Natur. In «Spirited Away» sucht etwa ein vom Wohlstandsschrott verschmutzter Flussgeist Zuflucht im Badehaus, wo einzig Chihiro die Kraft findet, dem Gestank zu widerstehen und ihn von den Umweltsünden säubert.

In den 1970er-Jahren wurde Miyazaki mit seiner «Heidi»-Fernseh-Trickfilmserie weltberühmt. Danach war er an zahlreichen Anime-Langfilmen beteiligt und galt bis zu seinem Abschied aus der Trickfilmbranche weltweit als erfolgreichste Regisseur, Produzent und Drehbuchschreiber des Genres. «Spirited Away» war in Japan erfolgreicher als «Titanic» und der erste Film, der weltweit 200 Millionen Dollar einspielte, bevor er überhaupt in den USA ins Kino kam. An der Berlinale 2002 gewann er den Goldenen Bären und 2003 den Oscar für den besten abendfüllenden Animationsfilm.

Sendeplatz

Freitagnacht um 00:05 Uhr auf SRF 1

Feen, Trolle, dunkle Wälder

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SRF führt Sie eine Woche lang ins Märchenland – in Radio, Fernsehen und online. Vom 2. bis 9. Dezember 2015 blicken auf zu verzauberten Schlössern und hinunter in die Abgründe des Bösen. Wir schauen zurück und fragen: Was verraten Märchen heute über uns selbst?

www.srf.ch/maerchenhaft