Bei Amy Schumers «Trainwreck» tut alles weh – vor Lachen

Zu viel Sex, zu viel Alkohol, zu wenig Selbstsicherheit: Das ist Redakteurin Amy. Als sie über einen liebenswerten Arzt schreiben soll, wird alles anders. Die Komikerin Amy Schumer hat nicht nur das unverschämt komische Drehbuch von «Trainwreck» geschrieben. Sie spielt auch gleich die Hauptrolle.

Eine Frau und ein Mann sitzen lachend am Tresen einer japanischen Bar.

Bildlegende: Ehe man sich's versieht, lacht man bei Amy Schumers «Romantic Comedy» mit. Festival del Film Locarno

Die Standup-Comedienne Amy Schumer ist neben Donald Trump der US-Star der Stunde. Und dies – im Gegensatz zu ihm – durchaus zu Recht.

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Trainwreck (Trailer)

2:39 min, vom 9.8.2015

Amy ist in dieser Komödie das titelgebende «Zugsunglück», eine Frau mit Bindungsängsten, zu viel Sex, zu viel Alkohol und zuwenig Sicherheit im Bezug auf ihre eigene Liebenswürdigkeit. Bis sie für ihr Magazin einen attraktiven, seltsam liebenswerten Arzt interviewen muss.

Amy Schumer hat das Drehbuch zu Amy geschrieben, Judd Apatow führt extrem gagsicher wie gewohnt Regie, und im Kino reissen die Lacher nicht mehr ab. Die Sprüche und die Situationskomik decken die ganze Bandbreite von platt bis (US-) schockierend ab. Ergänzt wird sie durch Kontrastkomik, Tilda Swinton als Chefredakteurin aus der irr-britisch akzentuierten Vorhölle und Daniel Radcliffe als Dogwalker im Film im Film – um nur ein paar Highlights zu streifen.

Und erst am Ende, wenn die Gesichtsmuskeln schmerzen und das Zwerchfell die Haare sträubt, fällt einem auf, dass man sich – rein plotmässig – kampflos einer unverschämt sentimentalen «Romantic Comedy» ergeben hat.