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Film & Serien «Goldeneye»-Bösewicht Gottfried John ist gestorben

Viele kennen sein Gesicht, weil er den Bösewicht im Bond-Film «Goldeneye» verkörperte. Gottfried John spielte jedoch viele Charakterrollen, etwa in Fassbinders «Berlin Alexanderplatz». Nun ist er mit 72 Jahren gestorben.

Der Schauspieler Gottfried John starb bereits am 1. September in der Nähe von München, wie der Westdeutsche Rundfunk am Dienstag in Köln mitteilte. Der Schauspieler erlag einem Krebsleiden.

Der gebürtige Berliner John wurde einem breiten Publikum bekannt durch seine Rollen im Bondfilm «Goldeneye» oder in der Fernsehverfilmung «Berlin Alexanderplatz» von 1980. Er lebte lange in Utting am Ammersee.

Prägend für den Neuen Deutschen Film

Mann mit Bibel in der Hand
Legende: Gottfried John war auf der Bühne und im Film zu Hause: Hier als Herr Peachum in Brechts «Dreigroschenoper». Reuters

Prägend für ihn war die Zusammenarbeit mit Regisseur Rainer Werner Fassbinder, der ihn 1972 für den ARD-Fünfteiler «Acht Stunden sind kein Tag» als Hauptdarsteller engagierte. Lange blieb der Schauspieler mit dem markanten Gesicht Fassbinder und dem Neuen Deutschen Film treu, spielte etwa auch in «Die Ehe der Maria Braun» oder in «Lili Marleen» mit.

Gottfried John kam 1942 als uneheliches Kind in Berlin zur Welt. Mit 15 Jahren floh er aus einem Erziehungsheim nach Paris. Später scheiterte er zwar an der Aufnahmeprüfung für die Schauspielschule in Berlin, nahm aber privat Schauspielunterricht und gab noch während seiner Ausbildung sein Theaterdebüt am Berliner Schiller- Theater.

Ein «grosser Charakterdarsteller»

Besonders gerne arbeitete er mit dem Regisseur Hans Neuenfels zusammen, etwa in Peter Handkes «Publikumsbeschimpfung». Einer seiner grössten internationalen Erfolge war 1995 im 17. James-Bond-Film «Goldeneye»: Er war der Bösewicht und somit Gegenspieler von Pierce Brosnan als Agent 007.

WDR-Intendant Tom Buhrow würdigte John mit den Worten: «Unvergessen bleibt seine wunderbare Darstellung in Fassbinders «Berlin Alexanderplatz». Wir werden Gottfried John in Erinnerung behalten als einen grossen Charakterdarsteller – und als einen ebenso bescheidenen wie warmherzigen Menschen.»

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur kompakt, 3.9.14, 8:00 Uhr

1 Kommentar

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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Also mich faszinierten die Bösewichte in den alten James Bond Filmen immer mehr als der Bond. Der Bond war so langweilig, der so oder so überlebt, egal was passiert und so oder so der Gute ist, egal wieviele Familienväter, die nur ihr Brot verdienen wollten, er auf dem Weg zu seinem Ziel abknallte. Die Bösewichten hingegen waren kreativ und einzigartig, sie waren spannende und interessante Persönlichkeiten. Und sie versuchten mindestens zu rechtfertigen, warum, ehe sie Jemandem abgeknallt haben.
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