«Hail, Caesar!»: Viel Pathos und noch mehr Parodie

Mit «Hail, Caesar!» haben die Coen-Brüder gleichzeitig eine Hommage und Parodie auf das Hollywood der 1950er-Jahre gedreht. Bemerkenswert: Den gewohnt schrulligen Charakteren der Regisseure haben echte Hollywoodoriginale Pate gestanden.

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Im Kino: «Hail, Caesar!»

2:44 min, aus Keine 3 Minuten – Die Filmkritik für Eilige vom 17.2.2016

Eddie Mannix (Josh Brolin) ist Produktionsleiter bei den «Capitol Studios». Im Hollywood der 50er-Jahre sorgt er dafür, dass die Skandale seiner Stars nicht ans Licht geraten. Leichter gesagt als getan – besonders als mit Baird Whitlock (George Clooney) sein grösster Filmstar vom Set entführt wird.

    • 1.
      Das schwierigste Zitat
      Schauspieler Hobie unterhält sich mit Regisseur Laurence Laurentz.

      Bildlegende: Western-Star Hobie im Gespräch mit Regie-Ikone Laurence Laurentz. Universal Pictures

      «Wäre es doch bloss so einfach!»: Cowboydarsteller Hobie (Alden Ehrenreich) soll auf einmal nicht mehr reiten, sondern in einer Sprechrolle glänzen. Nur sind Dialoge nicht seine Stärke. Deshalb raubt er seinem Regisseur (Ralph Fiennes) den letzten Nerv.

    • 2.
      Die Regisseure
      Joel und Ethan Coen posieren für ein Foto.

      Bildlegende: Joel (r.) und Ethan (l.) Coen an der diesjährigen Berlinale. Keystone

      Seit ihrem Spielfilmdebüt «Blood Simple» gehören die Brüder Joel und Ethan Coen zu den meistgeachteten Filmemachern Hollywoods. In ihrer mehr als drei Jahrzehnte umfassenden Karriere haben sie sich den Ruf erarbeitet, mit verschiedensten Genres so spielerisch umzugehen, dass sich ihre Filme oft gar nicht einordnen lassen. Dabei sind Klassiker wie «Barton Fink», «Fargo», «The Big Lebowski», «No Country for Old Men» oder «True Grit» entstanden.

    • 3.
      Fakten, die man wissen sollte
      Eddie Mannix sitzt an seinem Schreibtisch.

      Bildlegende: Josh Brolin als Studioboss Eddie Mannix. Universal Pictures

      Viele Charaktere im Film sind an echte Persönlichkeiten aus der Filmindustrie angelehnt. So gab es im goldenen Zeitalter Hollywoods tatsächlich einen Produktionsleiter namens Eddie Mannix. Auch dieser kehrte die Skandale seiner Schützlinge unter den Teppich. Ausser Beruf und Namen hätten sie allerdings nichts vom ihm übernommen, erklärten die Coen-Brüder unlängst in einem Interview.
      Nicht nur Brolins Rolle hat ein echtes Hollywoodoriginal zum Vorbild. Channing Tatums Burt Gurney ist ein Abbild Gene Kellys, während die Rolle der DeeAnna Moran (Scarlett Johansson) von «Aquamusical»-Schauspielerin Esther Williams inspiriert ist. Der Konkurrenzkampf der Zwillingsschwestern Thora und Thessaly Thacker (beide Tilda Swinton) spielt auf die rivalisierenden Klatschreporterinnen Hedda Hopper und Louella Parsons an.

    • 4.
      Das Urteil
      Baird Whitlock liegt auf einem Liegestuhl.

      Bildlegende: Überzeugt einmal mehr als Einfaltspinsel: George Clooney. Universal Pictures

      Ein stringenter Plot lässt sich bei «Hail, Caesar!» nicht ausmachen. Das ist auch gar nicht nötig – denn allein die Liebe zum Detail, mit der sich die Coens dem goldenen Zeitalter Hollywoods angenommen haben, rechtfertigt den Kinobesuch. Doch nicht nur Nostalgiker kommen hier auf ihre Kosten: Grandios ist auch die Besetzung. Einmal mehr beweisen die Gebrüder Coen ihr Gespür dafür, etablierte Schauspielstars in ungewohnten Rollen glänzen zu lassen. Geheimtipp: Newcomer Alden Ehrenreich als gutherziger Westerndarsteller Hobie Doyle.