Filmschatz der 70er «Harold and Maude»: damals ein Flop, heute ein Kultfilm

Streifzug durch die wilden 70er in Hollywood – aufregende Filmschätze aus einem aufregenden Jahrzehnt: «Harold and Maude». Junger Depressiver liebt lebensfrohe Rentnerin.

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Filmschatz: «Harold and Maude»

4:23 min, vom 5.11.2014

  • «Harold and Maude» erzählt die unkonventionelle Geschichte eines jungen Typen, der eine alte Frau liebt. 1971 war das ein Skandal.
  • Vom Flop zum Kult – das dauerte. Über die Jahrzehnte wuchs die Anhängerschaft des Films. Heute geniesst das hinreissende Film-Paar Kultstatus.
  • Regie führte Hal Ashby, eine prägende Figur der New-Hollywood-Bewegung.

Als «Harold and Maude» 1971 in die Kinos kam, fiel der Film beim Publikum und den Kritikern durch. Nichts deutete darauf hin, dass der todesbesessene Harold und die lebensfrohe Maude über die Jahre die Herzen einer grossen Fangemeinde erobern würden. Und doch: Heute sind die beiden Kult.

Vom Schwimmbecken zu Paramount

«Harold and Maude»: Filmplakat aus den 70er Jahren.

Bildlegende: Filmplakat aus den 70er-Jahren. Paramount

Dass der Film überhaupt gedreht wurde, war einer glücklichen Fügung zu verdanken. Das Drehbuch zu «Harold and Maude» stammt aus der Feder von Colin Higgins. Es basiert auf seiner Abschlussarbeit an der University of California in Los Angeles.

Um über die Runden zu kommen, putzte Higgins den Swimmingpool des Produzenten Edward Lewis. Dessen Frau las das Drehbuch – und war davon so angetan, dass sie ihren Mann überredete, es zu Paramount zu bringen.

Higgins wollte zuerst selbst Regie führen. In diesem Glauben hatte er das Drehbuch verkauft. Aber da er zu wenig Erfahrung hatte, holte das Studio Regisseur Hal Ashby ins Boot. Higgins blieb als Koproduzent mit an Bord – Ashby wollte das Projekt ohne dessen Segen nicht übernehmen.

Fast 2000 Aufführungen im gleichen Kino

Vom Flop zum Kult – das dauerte. Doch längst nicht alle fanden das Filmpaar «gruselig und abstossend», wie der Filmkritiker Vincent Canby 1971 in der «New York Times» schrieb. Im Gegenteil: Für Fans wurde ein Kinoabend mit Harold und Maude zum regelmässigen Vergnügen. Das Westgate Theater in Edina, Minnesota, zeigte den Film ab 1972 ganze 1957 Mal. Zum zweijährigen Jubiläum erschienen die Darsteller Bud Cort und Ruth Gordon im Kino.

Späte Anerkennung

Über die Jahrzehnte wuchs die Anhängerschaft des Filmes. Unterdessen gilt er als Klassiker.

Harold und Maude auf dem Motorrad

Bildlegende: Filmpaar mit Kultstatus: die Darsteller Bud Cort und Ruth Gordon als Harold und Maude. Paramount

Seien es die morbiden Selbstmord-Inszenierungen Harolds, die erfrischenden Lebensweisheiten Maudes («Jeder Mensch hat das Recht, einen Narren aus sich zu machen») oder auch ihre Liebesbeziehung trotz grossem Altersunterschied: «Harold and Maude» wurde unzählige Male in Form von Verweisen, Zitaten und Parodien Referenz erwiesen.

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