Komische Kinder, Zeitreisen und Monster – typisch Tim Burton

Wenn Opas Märchengeschichten wahr werden, dann klingt das nach Filmstoff für Tim Burton. Der Regisseur galt als Meister skurriler Fantasiewelten, doch Fans sahen seinen Ideenreichtum verblassen. In «Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children» ist sein Zauber wieder zurück.

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Im Kino: «Miss Peregrine's Home for Peculiar Children»

1:52 min, aus Keine 3 Minuten – Die Filmkritik für Eilige vom 5.10.2016

Jake ist irgendwie anders. Ein schüchterner Teenager, der mehr Zeit mit seinem Opa verbringt, als mit Gleichaltrigen. Grossvater erzählt denn auch spannendere Geschichten, als es die Realität tut. Geschichten über ein besonderes Waisenhaus mit seltsamen Kindern und einer noch seltsameren Heimleiterin.

Als sein Grossvater stirbt, macht sich Jake auf Spurensuche und findet tatsächlich das besagte Heim. Dort angekommen, merkt Jake, dass die Zeit stehengeblieben ist. Es ist 1943 und auch sonst scheint hier nichts normal zu sein. Die Kinder und die Heilmleiterin besitzen alle sonderbare Fähigkeiten. Als Jake erfährt, dass nur Leute diesen Ort finden können, die selbst eine übernatürliche Gabe besitzen, beginnt für ihn ein abenteuerlicher Selbstfindungstrip.

«Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children» basiert auf einer gleichnamigen Jugendbuchreihe (deutscher Titel: «Die Insel der besonderen Kinder»). Die Fantasy-Serie des amerikanischen Autors Ramson Riggs ist in den USA ein Bestseller. Regisseur Tim Burton verfilmte den ersten Teil der dreiteiligen Buchreihe.

    • 1.
      Das desillusionierendste Zitat
      Frau mit Uhr in der Hand

      Bildlegende: In der Parallelwelt gibt es für Jake noch so einiges zu entdecken. Twentieth Century Fox

      Wegen Grossvaters Abenteuergeschichten träumt Jake als Kind davon, Forscher zu werden.

      «Papa, wenn ich gross bin möchte ich die Welt entdecken.»

      «Da ist schon alles entdeckt worden.»

    • 2.
      Der Regisseur
      Regisseur mit Schauspielern

      Bildlegende: Kultregisseur Tim Burton (ganz rechts) mit den Darstellern Eva Green und Asa Butterfield. Keystone

      Mit «Edward Scissorhands», «Batman Returns», «Charlie and the Chocolate Factory» und anderen bekannten Filmen gehört Tim Burton zu einem der einflussreichsten und stilbildendsten Regisseure. Mit seinen eigenwilligen, oft düsteren Filmen etablierte er sich als Meister des surrealen und fantastischen Kinos. Doch Fans waren durch die letzten missglückten Filme besorgt, dass der Ideenreichtum des Regisseurs unter dem grossen Produktionsdruck leidet. «Alice im Wunderland» war für die Fans enttäuschend und «Dark Shadows» floppte. Sein Neuling «Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children» hat die altbekannte Burton-Magie inne. Das beweisen auch die Zahlen: Das Fantasy-Märchen ist derzeit auf Platz eins der US-Kinocharts.

    • 3.
      Fakten, die man wissen sollte
      Kinder

      Bildlegende: Keine Angst vor Kinderfressenden Monstern. Twentieth Century Fox

      Ein Heim voller Kinder mit übernatürlichen Fähigkeiten? Die Geschichte könnte Fans von Superheldenfilmen bekannt vorkommen. Denn die «X-Men»-Reihe handelt von Mutanten, die von einem Professor ausgebildet werden, um mit ihrem Können die Welt zu beschützen. Die Ähnlichkeit der zwei Plots ist kein Zufall: Autorin Jane Goldman schrieb nicht nur am Drehbuch zur «X-Men»-Reihe, sondern auch bei «Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children» mit.

    • 4.
      Das Urteil
      Kinder schauen sich Film an

      Bildlegende: Die Welt jenseits unserer Realität ist spannend und faszinierend. Twentieth Century Fox

      Die Hauptfigur Jake ist in seiner realen Welt ein Aussenseiter und in Miss Peregrine’s Paralleluniversum ein Held. Er rettet die Heimgemeinschaft vor unsichtbaren Monstern, weil nur er sie sehen kann. Dennoch ist «Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children» kein Superhelden-Märchen, sondern ein verspieltes Fantasy-Abenteuer, in klassischer Burton-Manier: bildgewaltige Traumwelten voller sonderbarer, aber auch unheimlicher Wesen.

Kinostart: 06.10.2016