«Kubo»: Ein Junge verzaubert Papier und Publikum

Lebendige Origami-Figuren, böse Augen-Räuber und ein sprechender Affe. «Kubo and the Two Strings» ist – dank seiner phantasievollen Story und der faszinierenden Machart - ein visuelles Wunderland.

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Im Kino: «Kubo and the Two Strings»

2:33 min, aus Keine 3 Minuten – Die Filmkritik für Eilige vom 26.10.2016

«Wenn ihr blinzeln müsst, dann tut es jetzt!» Kubo ruft dies in die Menge und spielt ein Lied auf seiner Shamisen (eine Art japanische Ukulele). Plötzlich formen sich Papierstücke zu lebendigen Origami-Figuren. Der einäugige Junge besitzt magische Kräfte und ist ein begnadeter Geschichtenerzähler.

Versehentlich beschwört er einen jähzornigen Geist aus der Vergangenheit herauf. Dieser will eine uralte Blutrache vollziehen und Kubos zweites Auge rauben. Es gibt nur einen Ausweg: Kubo muss eine magische Rüstung finden. Nur mit dieser kann er gegen den Geist kämpfen. Gemeinsam mit dem überfürsorglichen Affen «Monkey» und dem tollpatschigen Käfer «Beatle» macht er sich auf die gefährliche Suche.

    • 1.
      Der Regisseur
      Regisseur Travis Knight auf dem roten Teppich.

      Bildlegende: Regisseur Travis Knight spielt auch in der Freizeit gerne mit Puppen. Universal Pictures

      Das Fingerspitzengefühl für Stop-Motion-Filme hat Regisseur Travis Knight bereits vor «Kubo and the Two Strings» bewiesen. Zuvor war er Hauptanimator bei «Coraline» (2009), «Paranorman» (2012) und «The Boxtrolls», (2014). Alle Werke wurden vom US-amerikanischen Animationsstudio «LAIKA» produziert. Knight ist Präsident und CEO dieser Firma. Mit «Kubo and the Two Strings» feiert er jetzt sein Regiedebüt. Inspirieren liess er sich von der japanischen Regielegende Akira Kurosawa. Schon als kleiner Junge war er fasziniert von dessen Klassiker «Die sieben Samurai» (1954). «Kubo» soll eine Hommage an ihn sein.

    • 2.
      Das philosophischste Zitat
      Auf dem Bild sieht man Kubo und Monkey.

      Bildlegende: Monkey ist stets an Kubos Seite und will ihn beschützen. Universal Pictures

      «Du wirst stärker. Wir werden stärker. Die Welt wird gefährlicher.» Kubos Gefährtin «Monkey» macht sich Sorgen um die Zukunft des kleinen Magiers.

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      Fakten, die man wissen sollte
      Kubo-Puppe mit einem Schwert in der Hand

      Bildlegende: Die Kubo-Puppe ist lediglich 22cm gross. Universal Pictures

      Das Geheimnis der ästhetischen Bilder liegt in der aufwendigen Stop-Motion-Technik. Eine Filmkamera nimmt zwischen 24 und 30 einzelne Bilder pro Sekunde auf. Reiht man diese Aufnahmen hintereinander auf, entsteht vor dem menschlichen Auge Bewegung. Bei Stop-Motion-Filmen wird ein Objekt animiert, indem seine Position für jedes einzelne Bild des Films immer nur geringfügig verändert wird. Für «Kubo and the Two Strings» wurden Puppen mit einem 3D-Drucker hergestellt. Sage und schreibe 23‘000 Gesichter des Helden wurden produziert. Diese lassen sich am Set zusätzlich von Hand etwas verändern. Mit Hilfe der Stop-Motion-Technik konnten die Macher «Kubo» hochgerechnet über 48 Millionen mögliche Gesichtsausdrücke geben. Eindrücklich, nicht? Der Aufwand scheint sich gelohnt zu haben. Bisher hat der Animationsfilm weltweit 66 Millionen US-Dollar eingespielt.

      Das Making-Of von «Kubo and the Two Strings»

    • 4.
      Das Urteil
      Kubo, Monkey und Beatle laufen in den Sonnenuntergang.

      Bildlegende: Kubo, Beatle und Monkey brechen auf ins Abenteuer. Universal Pictures

      Das Animationsstudio «LAIKA» versteht es, sein Publikum mit grandiosen Stop-Motion Bildern in ein visuelles Wunderland zu entführen. Der Reiz dieses Animationsabenteuers liegt vor allem in seiner Machart, genauer gesagt im «Händischen». Man spürt die akribische Liebe zum Detail in jeder Sekunde: In der Bewegung der Figuren, in den liebevoll gestickten Kostümen und in den von Hand geformten Kulissen. Die Animationen sind dennoch immer einen kleinen Tick «unperfekt». Doch das stört nicht, im Gegenteil: Das haucht dem Film Leben ein. Dank der schon fast nostalgischen Machart und der phantasievollen Story versprüht «Kubo and the Two Strings» Magie. Man hängt 120 Minuten gespannt an den Lippen dieser kleinen, süssen Puppen und vergisst, dass sich die Szenen auf einer kleinen Ablage abspielen.

Kinostart: 27.10.2016