«Lawless» - Wenn sich Underdogs nicht unterkriegen lassen

Das Amerika der Prohibition war wilder als der Wilde Westen: Nicht nur in den Strassen Chicagos, auch in den Wäldern Virginias. «Lawless» erzählt die Geschichte von drei schnapsbrennenden Brüdern. Nun ist der Film auf DVD erschienen.

Der Schauspieler Shia LaBeouf mitten auf der Strasse vor einem Auto, das Gewehr im Anschlag

Bildlegende: «Lawless» - Film mit Starbesetzung. Jack Bondurant (Shia LaBeouf) verteidigt sein Geschäft. Ascot Elite

Forrest, Howard und Jack Bondurant sind Schwarzbrenner und verkaufen ihren Whiskey in Einmachgläsern an Nachbarn, Freunde und an Bars in der Kleinstadt. Der örtliche Sheriff drückt ein Auge zu und hält die Hand auf für Schmiergeld. Das Geschäft floriert – das bringt den Beamten Charlie Rakes aus Chicago auf den Plan. Der will das illegale Treiben nicht etwa unterbinden, im Gegenteil: er steht auf der Gehaltsliste der Alkoholmafia, welche die illegalen Produzenten kontrollieren will. Das wiederum gefällt den Brüdern Bondurant ganz und gar nicht: ein blutiger Krieg beginnt.

Wahre Geschichte, vom Enkel erzählt

Die Handlung im Film «Lawless» ist keine frei erfundene Geschichte. Der Stoff basiert auf dem Buch «The Wettest County in the World» von Matt Bondurant, einem Enkel des jüngsten Bondurant-Bruders Jack. Die Personen im Film gab es tatsächlich – Virginia war berühmt für seinen illegalen Whiskey, der rundherum in den Wäldern gebrannt wurde.

Ein Cocktail namens Hollywood

Was die Verfilmung dieser Geschichte so besonders macht, ist die Besetzung: Mit Namen wie Gary Oldman («Tinker, Tailor, Soldier, Spy»), Tom Hardy («Batman – The Dark Knight Rises»), Jessica Chastain («Zero Dark Thirty»), Guy Pierce («Prometheus»), Mia Wasikowska («Jane Eyre») und Shia LaBeouf («Wall Street») ist der Film geradezu überladen mit grossen Namen.

Die Darbietungen sind denn auch weitgehend hervorragend, allen voran Tom Hardy als verschlossenes, brummiges Familienoberhaupt. Ebenso Gary Oldman als eiskalter Gangster – von dem man leider nur wenig zu sehen bekommt. Einzig Guy Pierce als böser Beamter aus Chicago übertreibt es ein wenig mit seiner Affektiertheit.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Es ist bereits die zweite Zusammenarbeit von Regisseur John Hillcoat («The Road») und dem Musiker Nick Cave. Dass die beiden Australier gut zusammen arbeiten, haben sie schon mit ihrem ersten gemeinsamen Film «The Proposition» bewiesen. Nick Cave schrieb bereits damals das Drehbuch, wie nun auch zu «Lawless».

Hochprozentiger Soundtrack

Nick Cave stellte auch die Musik für den Film zusammen, darunter viele Originale aus jener Zeit. Ausserdem steuerte Country-Legende Willie Nelson den Song «Midnight Run» dazu. Der grosse Clou gelang Cave jedoch mit der 85-jährigen Blue-Grass Legende Ralph Stanley: dieser sang für den Film Songs von «Velvet Underground» und «Captain Beefheart». Ein unglaublich spannender Clash der Musikstile.

Zum Clash kam es dann aber auch im Kino: «Lawless» musste dem im Thema ähnlichen «Gangster Squad» weichen und kam in der deutschsprachigen Schweiz gar nicht erst auf die grosse Leinwand. Nun erschien der Film auch hierzulande auf DVD – bei den Mitgliedern des «Box Office Club» kam er gut an.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • «Box Office»-Club: «Lawless»

    Aus Box Office vom 24.3.2013

    Der Film «Lawless» basiert auf wahren Begebenheiten: Während der Prohibitionszeit fungierten die drei Brüder Bondurant als Schnapsbrenner und Alkoholschmuggler im amerikanischen Bundesstaat Virginia. Ihr Kampf gegen eine korrupte und brutale Staatsmacht wurde zur Legende. Der «Box Office»-Club hat sich diesen hochkarätig besetzten Film auf DVD zu Hause angeschaut und erzählt, wie er ihnen gefallen hat. - Regie: John Hillcoat

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