Neu im Kino «Loving»: Eine verbotene Liebe

Ein weisser Mann heiratet eine schwarze Frau. Dafür landen sie im Knast. Die unglaubliche Geschichte ist wahr und wurde verfilmt.

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«Loving» - Eine verbotene Liebe

1:14 min, vom 27.2.2017

Liebe kennt keine Hautfarbe. Doch! Zumindest war das bis Ende der 60er-Jahre in den USA so. Das wird für Mildred und Richard Loving zum Problem. Sie ist schwarz, er weiss. Und sie lieben sich. Im Bundestaat Virginia und in 18 weiteren Staaten ist das zu diesem Zeitpunkt gesetzeswidrig.

Mildred ist schwanger. Das junge Liebespaar fährt nach Washington D.C. und heiratet. Dort sind Mischehen erlaubt. Zurück in Virginia werden sie um zwei Uhr morgens von der Polizei aus dem Schlaf gerissen. Die beiden landen im Knast. Richard für eine Nacht, Mildred für fünf Nächte.

Angeklagt und vertrieben

1958: Die Lovings werden angeklagt, weil ihre Ehe gegen das «Rassenintegrations-Gesetz» in Virginia verstösst. Damit sie nicht hinter Gitter kommen, müssen sie sich schuldig bekennen – und den Bundesstaat verlassen. Für 25 Jahre. Sie ziehen nach Washington D.C.

Schwarze Frau und weisser Mann sitzen vor vielen Mikrofonen.

Bildlegende: Die Geschichte der Lovings sorgte für grosses Medieninteresse. Getty Images

1963: Mildred schreibt Justizminister Robert F. Kennedy einen Brief und bittet ihn um Unterstützung. Der Bruder von John F. Kennedy leitet den Fall an die Organisation «American Civil Liberties Union» (ACLU) weiter. Der Fall kommt nochmals vors Gericht in Virginia.

«Gott hat nicht beabsichtigt, die Rassen zu mischen»

1965: Den Antrag des Ehepaars Loving lehnt das Gericht ab. Der Richter argumentiert mit folgendem Zitat: «Der allmächtige Gott erschuf die Rassen Weiss, Schwarz, Gelb, Malaiisch und Rot und verteilte sie auf verschiedenen Kontinenten. [...] Die Tatsache, dass er diese Rassen getrennt voneinander angeordnet hat, zeigt, dass er nicht beabsichtigt hat, diese miteinander zu mischen.»

Die Familie Loving kehrt nach Virginia zurück und lebt versteckt in einem abgelegenen Bauernhof. Mildred und Richard Loving geben nicht auf und kämpfen sich bis vor den Obersten Gerichtshof.

12. Juni 1967: Die Lovings bekommen Recht. Der Oberste Gerichtshof verkündet, dass ein Verbot von Ehen aufgrund von Rassenmerkmalen verfassungswidrig ist. Mit ihrem Kampf für die Liebe haben die Lovings einen Präzedenzfall geschaffen: ab sofort ist die Mischehe in den USA per Gesetz erlaubt.

Schwarze Frau und weisser Mann sitzen vor vielen Mikrofonen.

Bildlegende: Gut gecastet: Ruth Negga und Joel Edgerton passen perfekt als Ehepaar Loving. Frenetic

Filmreifer Stoff

Die Liebesgeschichte ist perfekter Stoff für die grosse Leinwand. In «Loving» spielen Joel Edgerton und Ruth Negga die Hauptrollen. Negga erhielt für ihre Rolle eine Oscarnomination, ging aber leer aus.

Fazit

«Loving» bleibt den Fakten treu und pusht das Ganze nicht mit kitschigen Hollywood-Szenen. Die Schauspieler sind stark, weil sie die feinen Momente mit minimaler Mimik extrem präzise rüberbringen und starke Momente schaffen. Dieser Gang ins Kino lohnt sich.

Kinostart: 2.3.2017