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Film & Serien Moses auf der Leinwand: mehr Spektakel als Geschichte

Pünktlich zu Weihnachten beschert uns Hollywood die nächste Bibelverfilmung. Nach «Noah» im Sommer, begleitet uns nun der alttestamentarische Moses durch den Winter. Doch der Film «Exodus» setzt mehr auf viel Lärm und Pomp. Die Geschichte ist Nebensache.

Eine Schlacht ist zu sehen: Krieger auf Pferden stürmen auf ihre Gegner zu.
Legende: «Exodus»: Mehr Spektakel als Geschichte. WB

Nun ist er wieder dünn, der Herr Bale. Nach seiner Rolle als pummeliger Trickbetrüger Irving Rosenfeld in «American Hustle» trainierte sich der Schauspieler die Bauchmuskulatur erneut steinhart. Für Ridley Scotts «Exodus» trägt er Bart- und Kopfhaar – biblisch lang. Im Grunde ist damit bereits einer der wesentlichen Aspekte des Filmes benannt: Christian Bales Aussehen als Moses, die Requisite, die Spezialeffekte, die Kulisse, die Kostüme, das Grosse und das Überwältigende.

Die Geschichte über das einstige Findelkind, das von seiner jüdischen Mutter unerkannt in die Obhut der Ägypter geschmuggelt wird, als Moses neben dem Pharaonensohn Ramses aufwächst, um schliesslich als Erwachsener sein Volk aus der Versklavung befreit, ist in dieser neuen Verfilmung Randerscheinung.

Schauspieler Christian Bale als Moses. Er sitzt in einem weissen Gewand auf dem Pferd.
Legende: Schneller, lauter, härter: Christian Bale als Moses. WB

Das Spektakel als zentrales Element

Scott hält sich zwar an den Ablauf des biblisch Geschilderten. Doch sein Augenmerk liegt auf dem Spektakel, seine Liebe gilt dem Ereignis, zusammenhangslos, aber mit viel Lärm und Pomp. Von denen gibt es in «Exodus» genügend: Grossangelegte Schlachten, zuerst mit, dann gegen die Ägypter. Oder auch zehn biblische Plagen, in denen sich der Nil rot verfärbt, weil Krokodile nicht nur Fischer, sondern sich auch gegenseitig zerfleischen.

Die Frosch-, Fliegen- und Heuschreckenplagen erscheinen nicht nur in der 3D-Version alptraumhaft real. Und der pockige Ausschlag von Pharao Ramses (Joel Edgerton) löst beim blossen Betrachten Juckreiz aus. Und dann kommt natürlich die Überquerung des Roten Meeres als Showdown für den Bruderkampf zwischen Moses und Ramses.

Gott als 10-jähriges Kind

Keine Frage, vom Spektakel versteht Ridley Scott einiges. Doch das volle Interesse des Zuschauers gewinnt er damit nie. Denn – selbst wer die Bibel kennt – Geschichten sind da, um erzählt zu werden. Scott weiss das und legt einige Köder aus, um den Zuschauer bei sich zu behalten. So wird Gott von einem trotzigen 10-Jährigen verkörpert, dessen Entscheidungen fragwürdig sind. Hingegen wird Moses als Zweifler inszeniert. Ein reflektierender Mensch, nicht blosses Werkzeug Gottes.

Selbst nach zweieinhalb Stunden wiederspricht der biblische Held Gott noch immer, disputiert mit ihm und meisselt die Buchstaben der zehn Gebote gar eigenhändig in Stein. Doch dieser Moses aus Fleisch und Blut bleibt blosse Behauptung. Denn immer wenn es zu sehr «menschelt» – zum Beispiel, wenn Moses von seiner Herkunft erfährt oder als er zu seiner Familie zurückkehrt – hat es der Film äusserst eilig weiter zukommen, in die nächste Grossaufnahme mit Eventcharakter. Doch so verblasst das Interesse am Protagonisten auch beim Zuschauer nachhaltig.

Eine Schlacht ist zu sehen: Krieger auf Pferden stürmen auf ihre Gegner zu.
Legende: «Exodus»: Mehr Spektakel als Geschichte. WB

Christen mögen Moses nicht

Scott steht mit der Abkehr vom Erzählkino nicht allein. Die eigentlichen Geschichten werden längst in Serien verhandelt, die nicht zuletzt auch daher solche Erfolge verbuchen können. Das Hollywood-Kino lockt derweil mit dem Drumherum: Grösser, lauter, härter.

Es sei noch hinzuzufügen, dass sich die fundamentalchristliche Kritik an «Exodus» wie zu erwarten war, auf den Inhalt bezieht. Denn, sie wissen: Gott ist sicher kein Rotzbengel und die zehn Plagen lassen sich keineswegs naturwissenschaftlich begründen, wie es Ridley Scott ansatzweise versucht. Ansatzweise, mehr leider nicht und auf diese halbherzigen Versuche in Sachen Originalität soll schon wegen dieser Halbherzigkeit nicht weiter eingegangen werden. Das überlassen wir den Bibeltreuen.

13 Kommentare

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  • Kommentar von D.Leibundgut, Muri
    Da steckt wieder mal Luzifer dahinter beim Regiseur wenn Mose die zehn Gebote selber in Stein meisselt.Mich würde auch noch wunder nehmen ob das vierte Gebot nicht auch noch auf den Sonntag,den ersten Tag der Woche abgeändert worden ist.? Der Mensch soll eben Irre geleitet werden und diese Verfälschungen auch noch glauben ohne das er in die Biebel,Gottes Wort schaut. Die alte Hollywoodversion " Die zehn Gebote " mit Carlton Heston ist sicher auf der anderen Seite anzusiedeln. Dieser Film ist top
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Sie sagen es! Alle anderen Moses-Verfilmungen reichen an diesen von 1956 mit Charlton Heston und Yul Brynner nicht heran. Da erkennt man noch die Handschrift des "Generals" C. De Mille - so wurde er in Hollywood genannt -, der selber auch an den Wahrheitsgehalt der Bibel geglaubt hat. Natürlich wurde auch in diesem Film vieles hollywoodmässig inszeniert, aber die Atmosphäre ist einmalig. Zudem wurde ein grosser Teil im Sinai selber gedreht, was damals noch möglich war.
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  • Kommentar von G.Beretta, Bern
    Was soll denn an Moses oder der Arche Noah echt sein? Erfundene Geschichten welche jetzt verfilmt werden. sollte eigentlich kein Thema sein…...
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    1. Antwort von W.Ineichen, Luzern
      Wahr ist nur, was man glaubt.
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    2. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Erfundene Geschichten? Haben Sie dafür irgendeinen Beweis? Aha, also nicht. Erst beweisen, dann liefern!! Sollte eigentlich kein Thema sein...
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    3. Antwort von G.Beretta, Bern
      Stump: Wenn ich euch sage, dass ich einen fliegenden Esel gesehen habe, dann liegt es nicht an euch, mir das Gegenteil zu beweisen!! Sie fragen und Antworten für mich? wie arrogant ist denn das? Also bringen Sie mir einen einzigen Beweis, dass es Moses und die Arche Noah gegeben hat. Ich freue mich auf die Antwort und viel spass beim suchen…...
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    4. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Oh doch, G. Beretta, es gibt solche Beweise, aber es würde den Rahmen dieses Forums sprengen, wenn ich hier alle aufführen wollte. Viel Spass beim Suchen, wie Sie hier unten selber geschrieben haben!! Es genügt, ein wenig zu googeln. Zugleich weise ich Sie auf die Diskussion hin, die ich hier im letzten Jahr mit O. Würz aus Winterthur geführt habe. Noch heute werde ich ausserhalb dieses Forums von Leuten darauf angesprochen - mit durchwegs positiven Worten.
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    5. Antwort von G.Beretta, Bern
      1 Beweis würde mir genügen aber eben noch schwierig einen zu finden, oder? ich hab vergessen zu sagen, dass der Esel beim vorbeifliegen hallo gesagt hat. Ein fliegender-sprechender Esel hatte ich noch nie gesehen ;-)
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    6. Antwort von G.Beretta, Bern
      Stump: Ich hab mir die Diskussionen mit O. Würz gelesen. Also Sie glauben wirklich an die Arche Noah und meinen das ernst? Holzstücke sind für Sie der beweis dafür? Haben Dinosaurier existiert? Wie wurden die Tiere auf der Arche aufgeteilt damit diese sich nicht gegenseitig aufgefressen haben? hatte es auch einen Kühlbereich für zb die Polarbären? nein wirklich, bei einem muss ich ihnen recht geben, es ist nicht Sache des Wissens, sondern des Glaubens. Biblische Wahrheit? na dann viel spass
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    7. Antwort von G.Beretta, Bern
      1: Stump: Ich hab mir Ihre Kommentare gelesen (http://www.srf.ch/news/panorama/mammut-blut-forscher-spielen-jurassic-park) und da ja wir im Thema sind, hier noch ein paar eindrücke: Sie schrieben: "Theoretisch könnte dieses Klon-Vorhaben (Mammut) klappen, aber ich rechne nicht damit. Ratet mal, wer das verhindern wird! Und ER weiss warum" Meinen Sie mit ER Gott? also würde er ein Klon-verfahren verhindern, aber den Holocaust nicht?
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    8. Antwort von G.Beretta, Bern
      2: Sie wollten auf das Thema Schöpfung-Evolution eingehen und haben zugegeben, dass Ihr Fachgebiet nicht Naturwissenschaft sei, das wurde mir spätestens klar, als sie von "einer Art Wasserglocke welche über dem ganzen Planeten hing" schrieben!!! Schöpfung und Evolution oder Wissen und Glauben sind ganz verschiedene Sachen welche nicht miteinander passen. Denn wer weiss glaubt nicht!!!! also wie kann sich denn das auch vermischen?
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    9. Antwort von G.Beretta, Bern
      3: Sie schrieben: "Bewiesen ist nichts, aber auch nicht das Gegenteil" Da wären wir beim alten Thema des Fliegenden Esels!!!! Sie glauben an "ein junges Alter dieses Planeten" 6000 Jahre nicht wahr und in 6 tg erschaffen? und dann das mit den "Fussspuren eines Menschen und eines Brontosauriers", sie haben vielleicht zuviel Flintstones geschaut. ;-)
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    10. Antwort von G.Beretta, Bern
      4: Sie sollten unbedingt nach Kentucky fliegen und sich das "Creation Museum" anschauen. Brontosaurier haben also in den letzten 6000 Jahren gelebt, oder? Mir ist egal an was die Leute glauben, aber solche Theorien welche mit der Wissenschaft komplett im widerspruch sind, so öffentlich zu verteidigen, finde ich krass. Und bitte nehmen sie es nicht persönlich , aber es bestätigt wieder mal das: Religion ist wo Ignoranz und Arroganz hand in hand gehen. freundliche gruesse, jabadabadu….;-)
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