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Film & Serien Schweizer Filmpreis: Blocher gegen Migranten – wer gewinnt?

Wieder stehen sie sich gegenüber. Christoph Blocher und die Einwanderer. Beim Schweizer Filmpreis sind drei Dokumentarfilme über Migranten neben dem Porträt des SVP-Politikers nominiert. Anders als bei der «Masseneinwanderungs»-Initiative entscheidet die Akademie, nicht das Volk.

Christoph Blocher sitz auf dem Rücksitz eines Autos und telefoniert.
Legende: Unterwegs zum nächsten Sieg? «L'Experience Blocher» ist beim Schweizer Filmpreis als «Bester Dokumentarfilm» nominiert. Frenetic

Von Migration lässt sich variantenreich erzählen. Eine bemerkenswerte wählt der Ostschweizer Regisseur Peter Liechti. In seinem für den Schweizer Filmpreis nominierten Beitrag «Vaters Garten» zeigt er vor allem Formen der inneren Migration: Die sich in die Religion flüchtende Mutter, daneben der Vater, der den Schrebergarten bestellt, beide auf der Flucht vor dem Leben und sich selbst, der Welt, dem Sohn.

Drei Filme wagen sich an das Unaussprechliche

Drei weitere nominierte Filme beschäftigen sich mit Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten. Sie befinden sich immer noch auf der Flucht oder versuchen, sich an dem Ort, an dem sie gestrandet sind, zurechtzufinden und zu integrieren.

Mit «L'escale» von Kaveh Bakhtiari aus der Westschweiz, «Neuland» von Anna Thommen und «Der Imker» von Mano Khalil aus der Deutschschweiz sind drei engagierte Filme nominiert, die versuchen, das Unaussprechliche, die Unfreiwilligkeit der Migration, die Ohnmacht und die Not, die dem Fremdsein innewohnt, greifbar zu machen.

Dokumentarfilme als Stimmungsbarometer

Die Häufung dieser Filme erscheint als Stimmungsbarometer Schweizer Befindlichkeiten – vor allem mit den Abstimmungsergebnissen vom 9. Februar als Matrize, auch wenn die Nominierungen vor der SVP-Volksabstimmung um die Einwanderungsbedingungen stattgefunden haben.

Skandalös erscheint vor diesem Hintergrund die fünfte Nomination der Kategorie «Bester Dokumentarfilm»: «L’expérience Blocher». Der Westschweizer Regisseur Jean-Stéphane Bron, mit seinen bisherigen Filmen «Mais im Bundeshaus» oder «Cleveland Versus Wall Street» für seinen kritischen Blick bekannt, geht in seinem neuen Werk dem SVP-Politiker Christoph Blocher gewaltig auf den Leim.

Der Zuschauer wird Zeuge eines grossen Missverständnisses: Bron möchte einem Phänomen auf die Spur kommen, einem Menschen auf dem Grund gehen, der die Schweiz massgeblich verändert hat und immer noch mitgestaltet. Stattdessen stellt er Blocher nur einmal mehr eine Bühne zur Verfügung, auf der sich der SVP-Führer sichtlich wohlfühlt.

Fragen und «Schwätzen»

Seine Fragen stellt Bron unbeholfen. Blocher fragt seinen Westschweizer Chronisten, ob und wie er mit ihm «schwätzen» solle, damit der alles verstehe. So wartet der Zuschauer in vielen Momenten vergebens auf die richtige Nachfrage von Seiten des Regisseurs. Wichtige Informationen und markante Aussagen berichtet Bron, wenn überhaupt, im Konjunktiv aus dem Off. So nachgeschoben wirkt das eher entschuldigend als entlarvend.

Bron versucht diese Unzulänglichkeiten während des Filmverlaufs durch die Schilderung eigener Gedanken zum Fall Blocher wettzumachen. Höhepunkt dieser Unbeholfenheit sind Bilder des Ehebetts, in dem Silvia Blocher auf ihren vielbeschäftigten Mann wartet. Diese ausgestellte Intimität erzählt nichts Neues, ausser von der Banalität, dass auch die Blochers menscheln.

Legende: Video Ausschnitte aus «L'Expérience Blocher» abspielen. Laufzeit 01:11 Minuten.
Aus Kultur vom 14.08.2013.

Am Ende steht Blocher als verkannter Held vor der Kamera: Kurz abgehakt und schnell vergessen sind seine Geschäfte, die dem armen Pfarrerssohn zum Reichtum verhalfen. Was zählt ist der politische Kampf. Zum Beispiel der gegen Migranten. Den hat Blocher gewonnen. Bleibt die Hoffnung, dass es beim Schweizer Filmpreis anders sein wird.

Sendungen zum Filmpreis

«glanz& gloria» berichtet am Sonntag, 23. 3., 18:50 Uhr auf SRF 1 in einer Schwerpunktsendung über den Filmpreis. SRF zwei zeigt drei mit dem Schweizer Filmpreis ausgezeichnete Filme: «Stationspiraten» (Freitag, 21.3., 20 Uhr), «La nuit de l'ours» (Freitag, 21.3., 21:40 Uhr) und «Sister» (Sonntag, 23.3., 21:55 Uhr).

Die nominierten Filme

Ein Mann neben einer Frau, die ein Kind hält.
Legende: Szene aus «Der Imker» Frenetic

6 Kommentare

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  • Kommentar von Alexander Müller, Basel
    Wenn ich Schwachsinn lesen will, insbesondere vom offensichtlichen Dauer-Forenschreiber Björn Christen, komm ich auf das SRF und lese die Kommentare.
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    1. Antwort von Marianne Roe, Gwatt
      Nur dumm für Sie, dass er dafür immer sehr viel Zustimmung erhält.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    "Was zählt ist der politische Kampf. Zum Beispiel der gegen Migranten. Den hat Blocher gewonnen. Bleibt die Hoffnung, dass es beim Schweizer Filmpreis anders sein wird." - Hahaha, über die offenbar frustrierte anti-Blocher 'Journalistin' Anette Scharnberg kann man nur lachen. Frau Scharnberg, Blocher hat nichts gegen Migranten per se (er beschäftigt selber Hunderte davon) - er hat etwas gegen die ungezügelte Masseneinwanderung in die Schweiz. Muss man Ihnen den Unterschied wirklich erklären?
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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Jetzt muss sich das Volk noch mehr gegen solche Hetzereien wehren, sonst kommt es wie im N.... Deutschland. Es ist ja nicht so, dass die SVP gegen das Sozialsystem oder gegen das Volk stellt, sondern umgekehrt. Schauen Sie doch hin, wer die Sozialwerke kaputt macht. Wenn man Ausländern mehr gibt als einem Schweizer, kann doch etwas nicht mehr stimmen. Auch die Bürgerlichen wollen den "Flüchtlingen" helfen (noch mehr als die Linken) aber auf andere Weise, z.B. in ihrem eigenen Land.
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    1. Antwort von M.Schmid, Bern
      Die SVP und politische Verbündete entziehen den Sozialwerken effektiv Geld. Bei der IV hatte bzw. hat es ja auch alles "Scheininvalide". (Schätzung der SVP: 5%. Ich schätze 1-2%). Drei (vier?) Revisionen später hat's aber auch für die 95%+ "echten" kaum noch Geld. Und die Bürgerlichen sind eben doch auch gegen Kohäsionsmilliarden und Gelder für Flüchtlinge, egal ob im In-oder Aussland. Es ist den meisten fast immer eine bzw. alle Rahmenbedingung nicht recht - "dummerweise" fast immer so.
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    2. Antwort von Marianne Roe, Gwatt
      Es ging immer gegen Scheininvalide und das ist doch wohl richtig, siehe "Carlos". Die Kohäsionsmilliarden wollen wir nicht bezahlen, da auch dies nicht den echten Flüchtlingen zu Gute kommen. Das ist reine Wirtschaftsförderung. Wenn wir dann mal nicht mehr alle aufnehmen müssen, werden wir das Geld schon zu den richtigen Menschen senden. Die SVP wird ganz bestimmt fähig sein, den wirklich Invaliden und Leidenden zu helfen. + solange "Arm" auch "Schmutzig" + "Frech" ist, darf es kein Geld geben.
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