Schweizer Filmpreis Ganz gross: Zwei Schweizer Filmpreise für Bruno Ganz

Bruno Ganz wurde beim Schweizer Filmpreis für sein Lebenswerk geehrt – und als bester Schauspieler des Jahres ausgezeichnet. Wir blicken zurück – mit sieben Fakten und einem Filmschatz.

    • 1.
      Auszeichnungen
      Bruno Ganz nimmt Auszeichnung entgegen.

      Bildlegende: Filme über Filme, Preise über Preise: Bruno Ganz mit der Goldenen Kamera für sein Lebenswerk 2014 in Berlin. Reuters

      1996 erhielt Bruno Ganz den Iffland-Ring, die höchste Theater-Auszeichnung. Diese wird jeweils «dem besten Schauspieler deutscher Zunge» auf Lebenszeit zugesprochen. Seitdem steht Ganz in der Gunst der Regisseure ganz weit oben. Heute ist er Präsident der Deutschen Filmakademie, Ritter der Französischen Ehrenlegion und wurde bereits mehrfach für sein Lebenswerk geehrt. Beim Schweizer Filmpreis war er bereits 2016 für seine Rolle als Alpöhi in «Heidi» nominiert, 2001 erhielt er ihn bereits für «Brot und Tulpen».

    • 2.
      In Zürich daheim
      Zwei Männer reden miteinander.

      Bildlegende: Mit Klaus Kinski in «Nosferatu – Phantom der Nacht» (1979). Im Hintergrund Zürich, die Lieblingsstadt von Ganz. Keystone

      Nach Jugendjahren in Zürich-Seebach als Sohn eines Schweizer Fabrikarbeiters und einer Italienerin hat Bruno Ganz lange in Berlin gewohnt. Sowohl dort als auch in Venedig besitzt er eine Wohnung. Zürich ist jedoch die Stadt, die ihm am Herzen liegt. In einem Interview verriet er jüngst, er habe «kein Bedürfnis, irgendwo anders zu wohnen.» Er liebe die Limmatstadt wegen ihrer «währschaften, soliden Art». Der international gefragte Schauspieler lebt in Au am Zürichsee.

    • 3.
      Theater, Kino und Fernsehen
      Bruno Ganz als Oedipus im Theater.

      Bildlegende: Ganz in seinem Element: als Oedipus im Wiener Burgtheater im Stück «Oedipus in Kolonos» (2003). Keystone

      Sowohl im Theater als auch im Kino hat Bruno Ganz bereits für bedeutende Regisseure wie Peter Stein, Wim Wenders, Volker Schlöndorff und Werner Herzog gespielt. Auch Fernsehgeschichte hat der Vielbeschäftigte geschrieben. Zum Beispiel mit Xaver Schwarzenbergers Generationenstück «Copacabana» (2007). Anders als viele seiner Altersgenossen war sich Ganz nie zu schade, fürs Fernsehen zu arbeiten. Schliesslich sei es schon lange nicht mehr so, dass nur das Kino die grossen Geschichten erzähle und das Fernsehen bloss die kleinen.

    • 4.
      Das Unspielbare spielen
      Mann schaut grimmig.

      Bildlegende: Regisseur Oliver Hirschbiegel: «Wir waren alle erschrocken, als Bruno Ganz nach einer halben Stunde aus der Maske kam». Constantin Film

      In die Haut von Adolf Hitler zu schlüpfen, ist nicht jedermanns Sache. Bruno Ganz gibt zu: Den Führer in «Der Untergang» (2004) zu spielen, war seine bisher schwierigste Rolle. Zuerst dachte er: «Das kann man nicht spielen, das ist so monströs.» Letztendlich halfen Ganz Details in der Mimik und Gestik des Diktators, um sich diesem zu nähern: Seine charakteristische Art zu gehen, zu essen, zu husten – grossartiges Material für einen Schauspieler. Für seine authentische Darstellung des Führers wurde Bruno Ganz international gefeiert.

    • 5.
      Breitgefächerte Rollen
      Ein Mann und eine Frau stehen sich gegenüber.

      Bildlegende: Für sie gibt er seine Unsterblichkeit auf: Bruno Ganz mit Solveig Dammartin in «Der Himmel über Berlin» (1987). Imago

      Egal, ob als Faust im «Faust-Projekt» (2000), als Engel in «Der Himmel über Berlin» (1987) oder als Vater in «Satte Farben vor Schwarz» (2011): Ganz stemmt jede Rolle. Er ist ein Schauspiel-Chamäleon, das die unterschiedlichsten Menschen so spielen kann, dass man ihre Gefühle spürt und ihre Gedanken denkt. Das macht ihn immer wieder aus, diesen Meister des dramatischen Fachs.

    • 6.
      International begehrt
      Bruno Ganz lacht in die Kamera.

      Bildlegende: Er hat gut lachen! Seit Jahren ist Bruno Ganz in einem beruflichen Hoch. Keystone

      Auch in Hollywood wächst sein Renommee. 2011 stand Bruno Ganz mit Liam Neeson und Diane Kruger für den Film «Unknown Identity» vor der Kamera. Kurz darauf war er an der Seite von Jeremy Irons in der Bestseller-Verfilmung «Nachtzug nach Lissabon» (2013) zu sehen. In Ridley Scotts «The Counselor» (2013) hat er neben Stars wie Brad Pitt und Michael Fassbender gespielt. Ganz befindet sich beruflich seit Jahren in einem Dauerhoch.

    • 7.
      Patriotische Pflicht
      Alter Mann umarmt Kind in den Bergen.

      Bildlegende: Ganz glänzt als Alpöhi mit rauer Schale und weichem Kern an der Seite von Anuk Steffen. Walt Disney Schweiz

      Bruno Ganz fühlte sich als Schweizer, der viel Zeit im Ausland verbracht hat, geradezu verpflichtet, in der neusten «Heidi»-Verfilmung mitzuspielen. Den Alpöhi zu spielen, sei für ihn darum nichts weniger als «ein patriotischer Akt». Einmal mehr löst er seine Aufgabe mit Bravour. Selten war ein Alpöhi so authentisch. Warum, das können Sie hier nachlesen.

Der Schweizer Filmpreis bei SRF

Die Preisverleihung am 24. März 2017 in Genf gibt's ab 19:30 Uhr im Live-Stream auf www.srf.ch.
Die anschliessende Aftershow «Der Schweizer Filmpreis – Die Gewinner»
ist ab 22:05 Uhr live im Netz und auf SRF 2 zu sehen.
News, Hintergründe und Interviews finden Sie im Filmpreis-Special
Die Nominierten für den Schweizer Filmpreis finden Sie in diesem Artikel.
Bruno Ganz erhält den Ehrenpreis des Schweizer Films

Zu guter Letzt: ein Filmschatz mit Bruno Ganz

Im Schweizer Filmklassiker «Der Erfinder» (1981) spielt Bruno Ganz ein tragisches Genie, das zur falschen Zeit lebte:

Video «Filmschatz: «Der Erfinder»» abspielen

Filmschatz: «Der Erfinder»

6:09 min, vom 9.3.2016

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur Aktuell, 22.03.17, 08:20 Uhr