50 Jahre mit der Kamera dabei

Seit 1966 gibt es die Solothurner Filmtage. Schon immer dabei waren die Reporter des Schweizer Fernsehens. Ihre Berichterstattung ist heute Zeugnis von rauchenden Moderatoren, rückständiger Technik, Nostalgie und viel Unterhaltung. Sechs SRF-Beiträge aus dem Festivalarchiv.

Schon seit 1966, den ersten Solothurner Filmtagen, begleiten Reporter des Schweizer Fernsehens das Festival. Damals waren die Fernsehbeiträge schwarz-weiss, manchmal mit Ton, manchmal ohne. Die Kameraführung war statisch, die Schnitte langsam. Moderatoren durften vor laufender Kamera rauchen. Und dann wurde es bunt: Ende der 60er-Jahre erstrahlte das Schweizer Fernsehen erstmals in Farbe und kurz darauf auch Solothurn.

Was veränderte sich noch? Die Festivalbesucher natürlich. Zwischenzeitlich waren die Haare der Männer länger als die der Frauen. Die Bärte buschig, die Brillen gross – ähnlich wie die der heutigen Hipster. Die Pullover erinnern an Tangram-Spiele, der Haarschmuck an Hippies.

Wo ist Fredi?

Einige bekannte Gesichter tauchen immer wieder auf: der erste Festivaldirektor Stephan Portmann und sein Nachfolger Ivo Kummer natürlich. Filmemacher Clemens Klopfenstein und Rolf Lyssy. Die ehemaligen Bundesräte, die die Solothurner Filmtage traditionsmässig eröffneten: Arnold Koller, Ruth Dreifuss und Pascal Couchepin zum Beispiel.

Unser SRF-Festivalarchiv dient als Rätselspiel à la «Wo ist Walter?». Hier hingegen heisst es «Wo ist Fredi?»: Der frisch pensionierte Regisseur Fredi M. Murer – noch heute ein treuer Besucher der Solothurner Filmtage – versteckt sich nämlich als 25-Jähriger und erneut als 44-Jähriger in unserer Videogalerie.

Und zum Schluss noch dies: Wer erinnert sich an «Tagesschau»-Moderator Charles Clerc? Im Jahr 1984 berichtete er direkt aus Solothurn. Oben in der Video-Galerie angucken!

50. Solothurner Filmtage

Am 22.1. startete die Jubiläumsausgabe mit einer Rede von Kulturminister Alain Berset und dem Film «Unter der Haut» von Claudia Lorenz. Bis am 29.1. gibt's 32 Filmpremieren, Preise (etwa «Prix de Soleure» und «Prix du Public») und Nominationen für den Schweizer Filmpreis. Die Reihe «L’expérience Soleure» zeigt besonders kontroverse Schweizer Filme.