«Splice»: Vom Risiko, Gott spielen zu wollen

«Es wächst schnell!» Zwei Forscher werden mit den höllischen Konsequenzen ihres risikoreichen Experimentes konfrontiert. Ein Mischwesen droht ausser Kontrolle zu geraten.

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Ausschnitt «Splice»

2:19 min, vom 20.8.2013

Der Bildschirm einer Präsentation bei der fiktiven Firma «Newstead Pharmaceuticals» bringt eine bestimmte Denkweise auf den Punkt: Die DNA verschiedenster tierischer und pflanzlicher Organismen erscheint darin schematisch gleichförmig und daher beliebig austausch- bzw. kombinierbar.

In einem Labor versucht eine Forscherin das Vertrauen der von ihr geschaffenen Figur zu gewinnen.

Bildlegende: Antasten an die eigene Kreation. Keystone

Visuell erinnert die Darstellung an einen Baukasten, aber auch an die Aleatorik einer Slot-Machine.

Die Story des Films «Splice» von Vincenzo Natali dreht sich um die Folgen eines Genexperiments, das im Auftrag von «Newstead Pharmaceuticals» von einem ambitiösen Forscherpaar (Sarah Polley und Adrien Brody) unternommen wird.

Dieses stellt – wie weiland Dr. Frankenstein – Machbarkeit über Wünschbarkeit. Wissenschaftlicher Wagemut artet in der Sciencefiction (die bei allem Futurismus im Herzen oft konservativ bis reaktionär ist) meist in Katastrophen aus: Experimente werden zwar in der Regel voller Idealismus, aber ohne Rücksicht auf Risiken durchgeführt.

«Wissenschaftler gehen an die Grenze, zumindest die wichtigen», wird denn auch im Film gesagt.

Unkontrollierbare Eigendynamik

Gerade die Gentechnik erscheint heute als Büchse der Pandora: Die Kombination von Erbgut verschiedener Organismen verspricht zwar beträchtlichen Nutzen, bei der Verbesserung von Ernteerträgen wie auch bei der Behandlung und Verhinderung von Erbkrankheiten usw. Eingriffe in die Keimzellen des Lebens, bergen jedoch auch alle möglichen Gefahren, die – einmal entfesselt – eine unkontrollierbare Eigendynamik zu entwickeln drohen.

Das menschenähnliche Mischwesen Dren, das in «Splice» geschaffen wird, erscheint zunächst als Kind-Ersatz, wächst seinen Pflegeeltern aber in jeder Hinsicht über den Kopf. Die Botschaft von Natalis Film ist klar: Wenn fehlbare Menschen mit den Mitteln der Wissenschaft Gott spielen, hat dies meist höllische Konsequenzen. Und die Lernfähigkeit der Forscher ist begrenzt.

«Splice» (2009)

«Splice» (2009)

Keystone

Regie: Vicenzo Natali

Darsteller: Adrien Brody, Sarah Polley

Auf SRF zwei: 29. August, 23.20 Uhr

Trailer