«The Giver»: Eine Gesellschaft mit Gedächtnisverlust

Wie wäre es, wenn wir keine Erinnerung an unsere Geschichte hätten? Im Film «The Giver» leben die Menschen in einer Gesellschaft, in der das so ist. Nur einer kennt die Vergangenheit: der Hüter der Erinnerung. Er bricht sein Schweigen und Chaos kommt über die friedliche Welt.

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Keine 3 Minuten: «The Giver»

1:43 min, vom 24.9.2014

Im Film «The Giver» glauben die Menschen in einer perfekten Gesellschaft zu leben: es gibt keine Klassenunterschiede, keine Emotionen und keine Erinnerung.

Nur einer kennt die Bilder der Vergangenheit: der Hüter der Erinnerung. Als dieser seinen Nachfolger in die Geheimnisse der Menschheit einweiht, geht was schief. Der neue «Giver» ist von den Emotionen überwältigt und möchte seinen Mitmenschen von dieser unbekannten Welt erzählen. Für sein rebellisches Verhalten, soll er mit dem Tod bezahlen.

    • Bildlegende:

      Wichtigste Nebenrolle

      Eigentlich wollte Jeff Bridges diesen Film vor 18 Jahren für seine Kinder produzieren. Sein Vater – der Schauspieler Lloyd Bridges - sollte die Rolle des Hüters der Erinnerung spielen. Den Film gibt es aber erst jetzt. Mit ein paar kleinen Modifikationen: Jeff Bridges spielt selbst den alten «Giver» – mit weissem Bart und etwas aufgedunsenen Hamsterbacken – und die Kinder im Buch wurden im Film durch Teenager ersetzt.

    • Junge Menschen stehen auf in Reih und Glied. Bild schwarzweiss.

      Bildlegende: Der neue Hüter der Erinnerung. The Weinstein Company

      Fakten, die man wissen sollte

      Teenie-Filme, die in einer düsteren Zukunft spielen sind «total der Hype»: Nach «Hunger Games» vor 2 Jahren folgte Anfang dieses Jahres «Divergent» und Mitte Oktober «The Maze Runner». All diese Streifen haben folgendes gemeinsam: sie basieren auf einem Jugendbuch, sie stellen kritische Gesellschaftsfragen und in den Hauptrollen sind Teenager zu sehen.

    • Der junge Hüter der Erinnerung hält die Hände des Mädchens Fiona.

      Bildlegende: Durch Berührung kann der Hüter der Erinnerung seine Bilder der Vergangenheit mit anderen teilen. The Weinstein Company

      Das stärkste Zitat

      «Ich weiss, dass da mehr ist, etwas fehlt in unserem Leben. Nein, nicht fehlen. Es wurde mir etwas gestohlen», sagt das Mädchen Fiona. Sie hat ihre tägliche Drogendosis ausgelassen und erfährt zum ersten Mal in ihrem Leben Gefühle.

    • Jonas der neue Hüter der Erinnerung steht auf der Treppe und schaut zum Mädchen Fiona herab.

      Bildlegende: Der neue Hüter der Erinnerung und Fiona. The Weinstein Company

      Das Urteil

      Der Film «The Giver» spricht spannende Gesellschaftsfragen an: Was wäre eine Gesellschaft ohne Erinnerung, ohne Geschichte? In was für einer Welt würden wir leben, wenn wir alle gleichberechtigt wären und keine Liebe, Hass oder Empathie füreinander empfinden würden? Leider macht der Film aus diesen spannenden Fragen nur ein seichtes Teenie-Science-Fiction-Drama. Der nächste Film dieser Art ist schon in den Startlöchern, hoffentlich bohrt der ein wenig tiefer.