«The Revenant»: Leonardo DiCaprio robbt sich Richtung Oscar

So stark wie in «The Revenant» war der 41-jährige Hollywoodstar noch nie: schwer verletzt von einem Bären, verlassen von seinen Jagdbegleitern und allein in der Wildnis. Auf allen vieren kämpft sich DiCaprio durch die raue Natur. Sein Ziel: Rache. Und ein Oscar als bester Hauptdarsteller.

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Im Kino: «The Revenant»

1:53 min, aus Keine 3 Minuten – Die Filmkritik für Eilige vom 6.1.2016

«So lange du atmest, kämpfst du weiter». Dieser Satz und sein Rachedurst hält Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) in «The Revenant» am Leben. Der Schneewestern spielt im Jahr 1823 im Norden der USA und beruht auf der wahren Geschichte des Trappers Hugh Glass. In einem spektakulären Kampf wird dieser von einem Grizzly lebensbedrohlich verwundet. Die Szene mit dem computeranimierten Tier ist hervorragend inszeniert. Als Zuschauer kann man kaum hinsehen – angesichts der Brutalität.

Nach diesem Bärenkampf lassen ihn seine Begleiter halbtot zurück. John Fitzgerald (Tom Hardy) begräbt ihn sogar bei lebendigem Leibe. Glass schwört Rache und robbt sich durch die Wildnis, auf der Suche nach dem Mann, der sein Leben zerstört hat.

    • 1.
      Das bärenstärkste Zitat
      Leonardo DiCaprio mit Waffe im Film «The Revenant».

      Bildlegende: «The Revenant» basiert auf dem gleichnamigen Roman von Michael Punke. 20th Century Fox

      «Ich habe keine Angst mehr zu sterben. Das habe ich bereits hinter mir.» Das sagt Hugh Glass, nachdem er von dem Bären schwer verwundet wird.

    • 2.
      Der Schauspieler
      Porträt Leonardo DiCaprio

      Bildlegende: Für diesen Film konnte sich Leonardo DiCaprio während eineinhalb Jahren nicht rasieren 20th Century Fox

      Seine Rolle in Titanic (1997) machte Leonardo DiCaprio zum Teenie-Schwarm und katapultierte ihn – quasi über Nacht – in die oberste Hollywood-Liga. Seine erste Chance auf den Oscar hatte er bereits einige Jahre vorher erhalten: In «What's Eating Gilbert Grape» (1993) spielte er – an der Seite von Johnny Depp – einen Jungen mit geistiger Behinderung. Insgesamt fünf Mal wurde DiCaprio bisher für das Goldmännchen nominiert. Jedes Mal ging er leer aus. Mit «The Revenant» könnte es nun endlich klappen. Am 28. Februar wissen wir mehr.

    • 3.
      Fakten, die man wissen sollte
      Schneebedeckte Weite mit Bergen und Person in der Mitte.

      Bildlegende: Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) kämpft sich durch die Kälte. 20th Century Fox

      Die wunderschönen, winterweissen Landschaftsaufnahmen und die langen Einstellungen lassen den Zuschauer in «The Revenant» zur Ruhe kommen. Neben den vielen hektischen Kämpfen ist das eine entspannende Abwechslung fürs Auge. Kamera führte der Mexikaner Emmanuel Lubezki. Für diesen Schneewestern filmte er nur mit natürlichem Licht – ein Wunsch seines Landsmanns und Regisseurs Alejandro González Iñárritu. Das war keine leichte Aufgabe, da sie im Winter, hoch im Norden von Alaska, an sehr abgelegenen Drehorten filmten. Lubezki hat bereits zwei Mal hintereinander den Oscar für die «Beste Kamera» gewonnen: 2014 für «Gravity» und 2015 für «Birdman». Die Chancen stehen gut, dass ihm mit «The Revenant» der Hattrick gelingt.

    • 4.
      Das Urteil
      Leonardo DiCaprio in «The Revenant» mit Bärenfell.

      Bildlegende: Leonardo DiCaprio sass bis zu fünf Stunden in der Maske. 20th Century Fox

      «The Revenant» ist ein frostiges Naturspektakel, bei dem es einem kalt den Rücken runterläuft. Die Protagonisten waten bei Minustemperaturen durch eiskalte Flüsse. Vor allem DiCaprios Glanzperformance fährt ein. Mit animalischer Intensität und ohne grosse Worte brilliert er in der Rolle des Trappers Hugh Glass. DiCaprios Gestik und Mimik sind sensationell. Vor allem der Ausdruck in seinen Augen lässt tief in das Innere seiner Figur blicken. Als Zuschauer spürt man deren Schmerzen und Qualen am eigenen Leib. Am Ende ist man heilfroh, dass man nach Hause in die beheizte Wohnung gehen darf. Trotzdem: Diesen eiskalten Höllenritt muss man gesehen haben!