TV-Tipp des Tages: «Kurt Früh Reloaded»

Im April wäre Kurt Früh (1915 bis 1979) 100-jährig geworden. Master-Studierende der Zürcher Filmhochschule erinnern auf ihre Weise an den wohl produktivsten Regisseur des Alten Schweizer Films, mit sechs Kurzfilmen. Sechs Antworten auf die Frage: Was ist heute noch aktuell an Kurt Frühs Werk?

Ein Mann im Elvis-Look im Sarg.

Bildlegende: Der Elvis-Fan Sämi. SRF/ZHfK

Kurt Früh (1915 bis 1979) prägte während mehr als dreissig Jahren das kulturelle Leben in der Schweiz. Er schrieb, inszenierte und produzierte für Bühne, Leinwand, Radio und Fernsehen. 1967/68 war er Lehrer der legendären «Filmarbeitskurse». Daraus gingen Filmemacher wie Markus Imhoof, Jacqueline Veuve, Clemens Klopfenstein und andere hervor.

Wie kommt Kurt Früh beim heutigen Filmnachwuchs an? Was ist aktuell am Werk des Regisseurs, der das Zürich der 1950er- und 60er-Jahre für die Leinwand entdeckt und sich damit tief ins kollektive Gedächtnis eingegraben hat? Die Frage stellten sich Drehbuch- und Regiestudierende im Masterstudiengang Film der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK) unter Leitung von Markus Imboden («Der Verdingbub»), selbst ein bekennender Kurt-Früh-Fan.

Unter dem Projekttitel «Kurt Früh Reloaded» sind, in Zusammenarbeit mit SRF, sechs durch Kurt Früh inspirierte Kurzfilme entstanden:

«Aquarium» wirft einen Blick auf das abendliche Treiben eines Cafés. Menschen jeglichen Alters begegnen sich hier auf der Suche nach Liebe und Gesellschaft. Bunt gemischt gleiten sie umher, treiben aneinander vorbei oder ziehen zusammen weiter.

In «Teufel» streunen drei Punks unbeschwert durch die Zürcher Strassen. Sie ahnen nicht, dass der Teufel der Erde einen Besuch abstattet.

«Mäge» hat den Tod seines Sohnes nicht überwunden. In einem fremden Jugendlichen erkennt er seinen Sohn wieder und versucht, diesem zu helfen.

«Destiny» ist die Geschichte einer überforderten Mutter dreier hyperaktiver Kinder, die auch noch ihren Mann aus dessen Game-Sucht herausholen muss.

«King» erzählt von Sämi. Tagsüber arbeitet der Elvis-Fan in einer Grosswäscherei, abends besucht er eine kleine Sportbar. Einziger Lichtblick in seinem routinierten Alltag ist Sonja, die dort arbeitet.

In «De letscht Fall» soll ein Privatdetektiv eine junge Frau davon abhalten, einen angesehenen Politiker zu erpressen. Doch nach ein paar Treffen mit ihr weiss er nicht mehr, auf wessen Seite er stehen soll.

Sendeplatz

Mittwochnacht um 00:10 Uhr auf SRF 1

100 Jahre Kurt Früh

100 Jahre Kurt Früh

Mehr über den Filmemacher mit Herz für die Menschen am Rande in unserem Webspecial zu Kurt Früh.

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