TV-Tipp: «Güsel. Die Abfalldetektive»

Die Helden dieses fiktionalen Dokumentarfilms sind Sheriffs in der Unterwelt der illegalen Müllentsorgung, das Flusensieb der Wegwerfgesellschaft. Hier werden Abfalldetektive zu Philosophen und werfen nicht nur einen Blick auf den Kehricht, sondern auch auf dessen Verursacher - also auf uns alle.

Drei Männer sitzen an einem Tisch und blättern sich durch Zeitungen.

Bildlegende: Folge Pendlerzeitungen: Michael von Burg als Michel, Gabriel Vetter als Gabriel, Olifr M. Guz als Oli. SRF

Wir produzieren täglich Müll und entsorgen ihn liebevoll in Säcke verpackt. Doch manch einer von uns entsorgt zur falschen Zeit, am falschen Ort das Falsche. Das ist dann ein Fall für die Abfalldetektive.

Drei Mitarbeiter der städtischen Kehrichtabfuhr Gabriel (Gabriel Vetter), Oli (Olifr M. Guz) und Michel (Michael von Burg) sind zu einer Sondereinheit versetzt worden. Ihre Aufgabe: Sie sollen falsch oder illegal entsorgte Kehrichtsäcke nach Beweismaterial untersuchen, um Müllsünder ausfindig zu machen. Der Grund: In Herblingen, einem unpopulären Quartier in der unpopulären Stadt Schaffhausen an der Grenze zum unpopulären «Grossen Kanton», wird immer mehr Abfall illegal entsorgt.

Die Politik fordert Ergebnisse. Schuldige müssen gefunden und bestraft werden. Blöd nur, dass es den Detektiven partout nicht gelingen will, auch nur einen einzigen Müllsünder zu überführen. So startet die komödiantische Serie in der Abfalldetektive zu Philosophen werden. «Güsel. Die Abfalldetektive» ist eine Mockumentary, ein fiktionaler Dokumentarfilm. So sprechen hier die Protagonisten schon mal direkt in die Kamera. Die Dreharbeiten fanden Anfang des Jahres in Schaffhausen statt.

Autor, Darsteller und Produzent von «Güsel» ist Gabriel Vetter, ein Star der deutschsprachigen Slampoetry- und Jungliteratenszene. Seit 2012 produziert der gebürtige Schaffhauser die Satire-Sendung, «Vetters Töne» für Radio SRF 1.

In der von ihm entworfenen Web-Serie wirft der Slam-Poet nun einen Blick auf den Müll und seine Verursacher - und somit auf uns. Seine Helden sind Abfalldetektive, Sheriffs in der Unterwelt der illegalen Müllentsorgung, gewissermassen das Flusensieb der Wegwerfgesellschaft.

Leider entlarven die Detektive keinen einzigen Abfallsünder. Aber eines ist sicher: Solange Abfall falsch deponiert wird, solange Batterien im 35-Liter-Sack enden und der Robidog-Sack im Grünabfall landet, werden Gabriel, Michel und Oli nicht ruhen und nicht ruhen dürfen.

«Güsel» ist zu 100 Prozent von der SRG finanziert. Die zweite Staffel der unterhaltsamen SRF Serie startet am 8. Juni 2015 webexklusiv.

Hintergrund

Im Sommer 2013 hatte die SRG einen Web-Only-Contest lanciert. Ziel des Wettbewerbs: die Produktion von Mini-Serien, die webexklusiv auf den Internetplattformen der SRG gezeigt werden. Aus über 180 Projektideen hat eine SRG-Jury sechs Projekte ausgewählt und deren Produktion zu 100% finanziert.