Von 007 bis Dr. Strangelove: Ken Adams fantastische Filmsets

Sir Ken Adam schuf Albträume und Abenteuer in drei Dimensionen: Mit seinen Filmsets prägte er sieben James-Bond- und zahlreiche andere, preisgekrönte Filme. Am Donnerstag ist der gebürtige Berliner 95-jährig in London gestorben. Sechs spektakuläre Sets, die Ken Adam entworfen hat.

    • 1.
      Dr. Strangelove (1964)
      Es sei das beste Set aller Filme überhaupt: So urteilte Steven Spielberg über den «War Room» in Stanley Kubricks schwarzer Komödie «Dr. Strangelove». Der fiktive Raum im Pentagon ging in die Geschichte ein – unter anderem wegen einer Anekdote: Als Ronald Reagan sein Amt als US-Präsident im Weissen Haus antrat, suchte er angeblich den «War Room», den Ken Adam entworfen hatte.
      Zeichnung eines grossen Raumes, in der Mitte ein runder Tisch.

      Bildlegende: Dr. Strangelove (1964) Deutsche Kinemathek - Ken Adam Archiv

    • 2.
      Man lebt nur zweimal (1967)
      Ken Adam entwarf das Set für insgesamt sieben James-Bond-Filme. Für «Man lebt nur zweimal» aber übertraf er alles Bisherige: Adam liess einen 40 Meter hohen Vulkan mit einem künstlichen, verschiebbaren Kratersee errichten – das grösste und komplexeste Set, das jemals in Europa für einen Film gebaut wurde.
      Filmset: Grosser Raum mit einer runden Öffnung in der Decke.

      Bildlegende: Man lebt nur zweimal (1967) Imago/EntertainmentPictures

    • 3.
      Chitty Chitty Bang Bang (1968)
      Hier konnte Ken Adam seine lebenslange Liebe für Fahrzeuge mit Gadgets aller Art ausleben. Er entwarf das legendäre Fahrzeug für den britischen Filmklassiker «Chitty Chitty Bang Bang».
      Zeichnung eines fantastischen Autos.

      Bildlegende: Chitty Chitty Bang Bang (1968) Deutsche Kinemathek - Ken Adam Archiv

    • 4.
      Der Spion, der mich liebte (1977)
      Sir Norman Foster baute nach dem Vorbild des Riesentankers dieses 007-Filmes eine U-Bahn-Station an der Canary Wharf in London. Auch andere Architekten ahmten Adams Filmdesigns nach, darunter Calatrava und Libeskind.
      Ken Adam holte wiederum für seine Sets Inspiration aus der Baukunst, etwa von Erich Mendelsohn oder Mies van der Rohe. Die moderne Architektur prägte Adam bereits seit seiner Berliner Kindheit: Adams Familie besass in Berlin ein Sport- und Modegeschäft, das in den 1920er-Jahren von Mies van der Rohe neu entworfen wurde. Adams Kindheit in Berlin war mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten schlagartig vorbei. Seine jüdische Familie musste nach Grossbritannien fliehen. Dort studierte Adam Architektur, bevor er sich dem Film widmete.
      U-Boote

      Bildlegende: Der Spion, der mich liebte (1977) Imago/united Archives

    • 5.
      Moonraker (1979)
      Der letzte Bond für Ken Adam. Er liess für diesen Film ein Spaceshuttle starten – noch bevor die Nasa den Flug ein paar Jahre später in Realität umsetzte.
      Ein Mann und eine Frau in goldenem Spaceanzug.

      Bildlegende: Moonraker (1979) Imago/United Archives

    • 6.
      King George (1994)
      Zweimal bekam Ken Adam bekam einen Oscar für die beste Ausstattung: für «Barry Lyndon» (1975) und für «King George». Nominiert für den Academy Award war Adam ausserdem mit «In 80 Tagen um die Welt» (1957), «Der Spion, der mich liebte» (1978) und «Die Addams Familiy in verrückter Tradition» (1994). 2002 erhielt Ken Adam den Lifetime Achievement Award der Art Directors Guild.
      Ein Mann mit Dreizack-Hut steigt aus einer Kutsche aus.

      Bildlegende: King George (1994) Imago/United Archives

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Nachrichten, 11.3.16, 06:03 Uhr