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Film & Serien Webdok «Forbidden Voices»

Der Dokumentarfilm «Forbidden Voices» porträtiert drei mutige Bloggerinnen, die gegen die Zensur in ihren Ländern kämpfen. Der Webdok bleibt auch in den Monaten nach der Filmpremiere am Schicksal der drei Frauen dran und stellt exklusiv im Netz eine eine vierte Webaktivistin vor.

China auf einer schwarzen Weltkugel, die Grenzen rot umrandet.
Legende: Webdok «Forbidden Voices» «Forbidden Voices»

Farnaz Seifi war die einzige, die an der Filmpremiere in Nyon dabei sein und ein Statement abgeben konnte. Die Iranerin lebt seit 2007 im Exil. In ihrer Heimat hat sich in den vergangenen Wochen viel verändert. Das «nationale Internet», also eines ohne Anschluss an das World Wide Web, wird jetzt umgesetzt, erklärt Lucie Morillon von Reporter ohne Grenzen in einem Update-Video zu Iran im Webdok. 

Die Protagonistinnen haben es immer schwerer

Auch Yoani Sànchez hat «Forbidden Voices» gesehen. Ihr Statement für den Webdok musste sie aber in ihrer Wohnung in Havanna aufnehmen. Die bekannteste Bloggerin Kubas erhält noch immer keine Ausreisegenehmigung. Seit letztem Herbst wurde Yoani Sànchez zudem zwei Mal verhaftet. Das zeige, wie sich die Situation in Kuba verschärft habe, erläutert Lucie Morillon im Webdok. 

Am schwierigsten gestaltet sich der Kontakt zu Zeng Jinyan. Die Menschenrechtsaktivistin ist kürzlich ins liberalere Hongkong gezogen. Sie hat «Forbidden Voices» inzwischen gesehen, ein Interview per Skype war aber bis dato nicht möglich. Die knapp 30jährige ist alleine mit ihrem Kind und wird von der Regierung nach wie vor überwacht und in die Isolation getrieben.

Erfolgreiches Krisen-Webtool einer Harvard-Absolventin

Exklusiv im Webdok wird Ory Okolloh vorgestellt. Sie stammt aus einer kenyanischen Mittelschichtsfamilie, hat in Harvard Jura studiert und lebt heute in Südafrika. Sie hat sich das Ziel gesetzt, die Entwicklung und Demokratisierung in Kenia zu fördern.

Sie war eine der wichtigsten Informationsquellen während der Präsidentschaftswahlen in Kenia. Die Bloggerin entwickelte damals aus der Not heraus das Internet-Tool «Ushahidi», Link öffnet in einem neuen Fenster, das eingehende SMS und E-Mails lokalisiert. Auf der Webseite werden die eingegangenen Nachrichten auf einer Landkarte darstellt. Krisenherde werden schnell sichtbar. Das hilft nicht nur der betroffenen Bevölkerung, sondern auch Hilfs- und Friedenstruppen.

Zwingende Updates

Für alle Länder haben die Web-Expertinnen von Reporter ohne Grenzen Fakten und Hintergründe zur Pressefreiheit zusammengefasst (PDFs zu jedem Land). Besonders zum Iran und zu Kuba finden sich aufschlussreiche Update-Videos. Denn seit den Dreharbeiten zu «Forbidden Voices» ist viel geschehen. Allerdings oft nicht das, was sich die Protagonistinnen für ihre Länder wünschen würden.