«Wenn ich Essen fotografiere, kann man es danach auch kochen»

Foodfotografie erfordert eine spezielle Arbeitstechnik und ungeniessbare Hilfsmittel wie Glyzerin oder Haarspray. So das gängige Bild. «Nicht mehr», sagt der Luzerner Fotograf Sylvan Müller. Nach den Aufnahmen kann bei ihm alles gegessen werden.

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Interview mit Fotograf Sylvan Müller

3:39 min, vom 29.7.2015

Derzeit ist Sylvan Müller dabei, mit der Foodjournalistin Esther Kern und dem Spitzenkoch Pascal Haag ein Kochbuch zu realisieren. Projekttitel: «Leaf to root – vom Blatt bis zur Wurzel». Vom Gemüse soll zukünftig alles verwertet werden. Restlos, falls nicht toxisch. Das Trio tüftelt an neuen oder in Vergessenheit geratenen Gerichten, entdeckt unbekannte Geschmacksrichtungen und Texturen. Ein paar Rezepte sind bereits ausgereift. Sylvan Müller hat diese fotografiert.

Wir haben dem Experten bei seiner Arbeit über die Schulter geschaut und mit ihm über seine Lieblingslocation, Natürlichkeit und über eine unnatürlich schnelle Schnecke gesprochen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Rübis und stübis: Wie man radikal alles vom Gemüse verzehrt

    Aus Kulturplatz vom 29.7.2015

    Aus Gewohnheit, mangelndem Wissen, Überfluss oder Angst landen heute grosse Teile vom Gemüse im Abfall – obwohl man diese zu attraktiven Gerichten verarbeiten könnte. Die Journalistin Esther Kern, der Spitzenkoch Pascal Haag und der Fotograf Sylvan Müller wollen dies in ihrem Buchprojekt «Leaf to Root» beweisen. Sie lehnen sich dabei an die «Nose to Tail»-Philosophie an, die mit Genuss wieder alle Teile des geschlachteten Tieres verwertet. Und sie bereiten selbst aus Erbsenschalen noch eine geschmacksintensive Suppe oder zaubern aus Karottengrün einen eisenhaltigen «Smoothie».

    Nicole Salathé

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