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Vier singende Theologiestudenten und eine Hebamme
Aus Perspektiven vom 21.05.2020.
abspielen. Laufzeit 27:06 Minuten.
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Christliche Band Gitarrenklänge und Gotteslob

Die Band «Adam’s Wedding» verbindet die Leidenschaft für Folk – und für die Bibel. Kein Wunder, stammen doch alle Mitglieder aus dem Zürcher «Bible Belt».

Der Lockdown hat das Bandleben von «Adam’s Wedding» lahmgelegt. Zwar hätten sich die fünf Bandmitglieder, mit genügend Abstand, treffen können. Doch Niklas Walder, Sänger und Gitarrist der Band, wurde vom Militär als Sanitäter eingezogen.

Fünf Wochen verbrachte der 25-jährige Theologiestudent auf einer Notfallstation. «Privat kam es mir ungelegen, weil ich meine Masterarbeit fertig schreiben wollte», sagt Niklas Walder. Interessant sei der Einsatz aber gewesen. Er habe hautnah mitbekommen, was die Pandemie für Betroffene und das Personal im Gesundheitswesen bedeutete.

Keine «Bibelwerfer-Band»

Die musikalische Zwangspause trifft die Bandmitglieder nicht so hart wie andere Musikerinnen und Musiker. Denn die Mitglieder von «Adam’s Wedding» leben nicht von ihrer Musik. Vier von ihnen studieren Theologie, eine ist Hebamme. Alles sind sie gläubig. Ist «Adam’s Wedding» also eine christliche Band?

Er wisse nie genau, wie er darauf antworten solle, sagt Niklas Walder. Christliche Band sei so ein schillernder Begriff. «Wir sind Christen, wir sind aber keine Gottesdienstband», erklärt er.

Bandmitglied Christian Schaufelberger ergänzt: «Wir verstehen uns nicht als Missionsprojekt und werfen auch keine Bibeln ins Publikum.» Trotzdem, ihr Glaube spielt bei ihrer Musik eine Rolle.

«Bible Belt» im Zürcher Oberland

Die Geschichte von «Adam’s Wedding» begann im Zürcher Oberland. Die vier jungen Männer sind dort aufgewachsen und seit ihrer Kindheit befreundet.

Diese Gegend, die in der reformierten Landeskirche schon mal als «Bible Belt» bezeichnet werde, habe sie geprägt, sagt Christian Schaufelberger. «Wir sind in einem Umfeld aufgewachsen, in dem der Glaube gelebt wurde und eine wichtige Rolle gespielt hat.»

Glaube prägt ihre Musik

Was als Band von Jugendfreunden begonnen hatte, veränderte sich durch Katja Wüthrich, die 2014 zur Band stiess. Musikalisch setzte sich der Folk durch. Die Verbundenheit mit dem christlichen Glauben ist geblieben.

Die 25-jährige Hebamme Katja Wüthrich ist zwar die einzige Nicht-Theologin im Bunde, gläubig ist aber auch sie.

Bibel als Inspiration

Die Bibel inspiriert Christian Schaufelberger beim Liedertexten. Sie sei ein wunderbares Buch voller Poesie, das bereits Generationen von Poetinnen und Philosophen beeinflusst habe.

Apropos Philosophie: Die Songtexte von «Adam’s Wedding» haben Tiefgang, sie werden oft als intellektuelle Folk-Pop-Band bezeichnet. Er sehe das als Kompliment, schmunzelt Sänger Niklas Walder.

Sie seien auch privat nachdenkliche Personen, betont er: «Die Gedanken, die wir uns machen, verwandeln wir dann in Musik und Texte.»

Närrische Liebe

«Folk ist immer eine nachdenkliche und intellektuelle Angelegenheit», doppelt Christian Schaufelberger nach. Folk-Musik sei politisch und lebe von philosophischen Gedanken.

Tiefgründig sollen ihre Texte sein, aber nicht abgehobene. Folk sei die Musik der einfachen Leute, sagt Niklas Walder. «Wir schreiben Musik, die aus unserem Leben heraus entsteht.»

Und was wäre näher am Leben als die Liebe? So prägen Liebeslieder ihre letzte EP: «A Lover is a Fool».

Radio SRF 2 Kultur, Perspektiven, 21.5.2020, 8:30 Uhr

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