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Erklärungen zum Wolf
Aus NETZ NATUR vom 27.08.2020.
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Der gute Wolf Indigene sehen den Wolf als Vorbild und zärtliches Wesen

Er ist der Hüter der Flüsse und Seen, er hält die Wildtiere gesund, indem er kranke Tiere erbeutet, und den Menschen ist er ein Vorbild im Umgang innerhalb der Familie. So sehen Indigene in Nordamerika den Wolf.

Kaum ein Tier weckt so starke Emotionen wie der Wolf. Bauern und Jäger sehen in ihm den Inbegriff des Bösen, seine Rückkehr in den Alpenraum als direkten Angriff auf ihre Kultur. Förster und Biologen hingegen versprechen sich Vorteile für den Wald und die Biodiversität.

Ein Streit, der nicht nur in der Schweiz die Gemüter erhitzt, sondern auch in Nordamerika, wo der Wolf ebenfalls zurückkehrt, weil man ihn unter Schutz gestellt hat. Ein Streit, den Indigene in Kanada mit gemischten Gefühlen verfolgen, denn für sie gehört der Wolf so selbstverständlich zur Natur, wie alle anderen Wildtiere auch.

Leben mit den Wölfen

Doreen Spence ist Stammesälteste und Medizinfrau der Cree in Calgary, Kanada. Als eine der wenigen heute noch lebenden Indigenen, wuchs sie fern ab von Dörfern und Städten auf. «Ich wuchs mit den Wölfen auf, denn ich hatte das Privileg, dass meine Grosseltern noch ein traditionelles Leben führten».

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Doreen Spence: «Ich habe aus Versehen als Kind einen Wolfswelpen nach Hause gebracht»
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Angst vor Wölfen kennt sie nicht. Noch heute besuche sie deren Revier und setze sich still hin: «Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich sie beobachte. Sie sind liebevoll und zärtlich und ich fühle mich geehrt und privilegiert, dass sie sich diesen Moment im Leben nehmen, um mich zu besuchen.»

Vorbild für die Familie

Auch Mike Lickers, Medizinmann vom Stamm der Mohawk in Kanada, sieht im Wolf ein zärtliches Wesen: «Kein Tier hat einen so starken Zusammenhalt in der Familie, wie der Wolf».

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Mike Lickers: «Kein Tier hat einen so starken Zusammenhalt in der Familie, wie der Wolf»
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Onkel und Tanten kümmerten sich liebevoll um den Nachwuchs, während die Eltern auf der Jagd seien. «So lehrt uns der Wolf, wie eine Familie am besten funktioniert.»

Hüter der Seen und Flüsse

Doch der Wolf habe auch wichtige Aufgaben in der Natur, erklärt Doreen Spence. «Er ist der Hüter der Seen und der Flüsse und er arbeitet mit den Raben zusammen, um kranke und schwache Tiere zu finden und zu erbeuten».

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Doreen Spence: «Wölfe sind die Hüter der Seen und der Flüsse»
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Beides Beobachtungen, die sich auch wissenschaftlich belegen lassen. So hat die Wiedereinführung des Wolfes im Yellow Stone Nationalpark dazu geführt, dass die hohe Zahl der Wapitis zurückging und damit auch der Verbiss.

Sträucher und Bäume entlang der Flüsse konnten sich erholen und dienten dem Biber als Baumaterial für seine Dämme, wodurch Flüssen und Seen ihre natürliche Dynamik zurückgewannen.

Keine Angst vor dem Wolf

Fragt man Mike Lickers, ob er verstehen könne, wenn Menschen Angst haben vor dem Wolf, so schmunzelt er zuerst kurz und wird dann ernst. Die Angst vor dem Wolf in Europa komme aus längst vergangenen Zeiten, als diese deren Haustiere raubten.

Der Wolf als blutrünstiges Raubtier in den Grimm-Märchen und seine beinahe Ausrottung durch Bauern und Ranger in den USA, stehe im krassen Gegensatz zur Einstellung der Indigenen gegenüber dem Wolf und der Natur.

«Renne nicht weg, zeig nicht die Zähne»

«Wir wollen in Harmonie mit der Natur und den Tieren leben. Wir töten nicht aus Furcht, dass sie uns etwas Böses antun könnten.» Und dann erinnert er sich, was ihn seine Mutter zum Umgang mit dem Wolf gelehrt hat, wenn er denn überhaupt einmal das Glück habe, einen zu Gesicht zu bekommen:

«Renne nicht weg, zeig nicht die Zähne. Sprich ruhig mit ihm und schrei ihn nicht an, denn das ist als würdest du einen Menschen anschreien, bleib ruhig, und wenn du dich fürchtest, dann geh langsam von ihm weg und gib ihm genügend Raum».

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Mike Lickers: «Renne nicht weg, zeig nicht die Zähne. Sprich ruhig mit ihm und schrei ihn nicht an»
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Schliesslich seien wir es, die ins Territorium der Tiere eindringen, also sollten wir uns genauso respektvoll verhalten, wie wenn wir einen Menschen in dessen Haus besuchen.

Netz Natur, SRF 1, 27.8.2020, 20.05 Uhr

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39 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Regli  (Kanack)
    Klar macht Moser Stimmung gegen das Jagdgesetz. Ich finde es schäbig noch Indigene für die Stimmungsmache zu benutzen. Liebe Leute wir leben in der Schweiz mit schweizerischen Verhältnissen. Wir sind nicht Kanada oder im Yellowstone Nationalpark. Man kann und darf es nicht vergleichen. Ich habe 13 Jahre in der kanadischen Wildnis gearbeitet, der nächste Nachbar war 150km entfernt! Wenn Ihr kein Wild in den Bergen seht sind wir Jäger die Schuldigen. Ja oder Nein die Regulierung kommt.
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    1. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Man kann sich die Frage stellen:" Wieviel Wolf, Luchs, Biber usw. verträgt die Natur & wieviel Mensch mit seinem lieben Vieh verträgt sie noch & wie lange.
      Bizarr die Forderung nach Regulierung, was für die Tiere die Tötung bedeutet, es ja ein sehr pragmatisches Gesetz sei, aber bezüglich Wachstum der Bevölkerung weigert man sich dann ein pragmatisches Gesetz auf den Weg zu bringen.
      Und viel "schäbiger" ist's, wenn Frau Bundesrätin die Frauen fürs neue Gesetz mobilisiert.
      Nein! So nicht!
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    2. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      Es ist durchaus legitim mit Indigenen über den Wolf zu diskutieren da Sie in diesem Punkt deutlich mehr Erfahrungen haben. Es ist schlimm dass der Mensch, der für mehr Umweltschäden und Aussterben anderer Lebewesen verantwortlich ist als jedes andere Lebewesen, sich anmassen darf zu entscheiden welches Lebewesen hier leben darf und welches nicht. Wenn die Natur selbst entscheiden könnte wäre es der Mensch der gehen müsste.
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    3. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      A. V. Stimmt!
      Aber bisher diese Initiative so schön unter dem Radar der BGI & der Initiative zur Beschaffung neuer Kampfjets "fliegen" konnte, sich die Befürworter schon ziemlich sicher waren, dass es angenommen wird, ärgern sich jetzt natürlich über viele Stimmen für den Wolf & Co.
      Und viele die Radikalität der Walliser ja schon kannten, diese den Wolf wieder ausrotten wollen, gingen sie leider davon, dass es ein "Nein" wird.
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  • Kommentar von Peter Kovacs  (Bese)
    Super Bericht. Ich persönlich brauche momentan kein Wolf oder Hai oder solche Tiere. Aber dafür mehr Kälber und Fische. Davon kann ich mich ernähren. Basta.
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    1. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Wenigsten geben Sie ihren Egoismus zu.
      Wobei Sie sich auch ohne Kälber, welche Bauern, werden sie vom Wolf gerissen beklagen & auch ohne Fisch gut ernähren können.
      Als Fleisch noch Luxus war, hat man auch ohne gut gelebt. Basta.
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    2. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      @ Herr Kovacs: Ich kann ihre Sicht zwar durchaus verstehen. Aber wie würden Sie sich fühlen wenn plötzlich die Natur entscheiden würde, dass ihr grösster Peiniger, der Mensch, verschwinden müsste? Die Schäden die Wölfe verursachen, obwohl Sie zweifellos schlimm sind in unseren Augen, sind harmlos verglichen mit den Schäden die wir Menschen absichtlich oder unabsichtlich verursachen. Wir haben also unser Recht über den Wolf oder Andere zu Urteilen längst verloren da wir sehr viel schlimmer sind.
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  • Kommentar von Claudia Rohner  (QonoS)
    Der moderne Mensch neigt dazu alles zu vernichten was ihm im Weg steht, anstatt mit der Natur zu leben. Betreffend Wolf steht stets das Argument er würde Nutzriere dezimieren etc. das aber genau diese Nutztiere- Schafe - die Auslöser der Gamsblindheit sind interessiert keinen. Leider ist der Wolf nur ein Beispiel von vielen. Von mir ein nein zum Jagdgesetz
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    1. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Da bin ich ganz bei Ihnen.
      Wölfe, generell alle Säugetiere trauern auch um ihre "Angehörigen" wie wir Menschen auch. Ebenso trauern Wolfsmütter um ihre "Kinder", wie Menschen-Mütter um die ihrigen.
      Umso weniger verstehe ich dann Politikerinnen nicht, welche fürs neue Jagdgesetz sind.
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