Ebola ist kein Mythos: Rapper klären über das tödliche Virus auf

In Liberia verbreitet sich das Ebola-Virus rasend schnell. Täglich sterben Menschen. Trotzdem halten viele die Krankheit für einen Mythos. Da die Hälfte der Bevölkerung nicht lesen kann, ist das Radio die wichtigste Informationsquelle. Rapper sollen nun mit ihren Songs Prävention betreiben.

Partikel des Ebola Virus'

Bildlegende: Wie geraten Partikel des Ebola-Virus' in den Körper? Hip-Hop-Texte klären auf. Getty Images

«Der einzige Weg, sich mit Ebola anzustecken, ist der direkte Kontakt mit Blut, Speichel, Urin, Stuhl, Schweiss oder Samen eines infizierten Menschen oder kranken Tieres.» Es klingt wie eine Broschüre für Ebola-Prävention.

In Wahrheit ist es der Songtext von «Ebola is real» von den liberianischen Rappern F.A., Soul Fresh und DenG. Gemeinsam mit UNICEF Liberia haben sie diesen Song geschrieben. Das Ziel ist offensichtlich: Einerseits aufklären, dass Ebola kein Mythos ist, wie einige Liberianerinnen und Liberianer glauben, andererseits Prävention betreiben.

Ebola ist real

Musik ist für die Prävention in Liberia ein sehr effektives Medium, denn rund 40 Prozent der Bevölkerung können nicht lesen. Knapp die Hälfte der Bevölkerung ist unter 18 Jahre alt. Das Radio ist die wichtigste Informationsquelle. Kein Genre kommt bei den Jungen besser an als der liberianische Hip Hop. Hipco heisst er, das Co steht für die lokale Sprache Colloqua, eine Art englischer Slang. Über einen Afrobeat oder Highlife-Musik rappen die Musiker ihre Texte.

«Ebola is real» ist nicht der einzige Ebola-Rap aus Liberia, auch D-12, Shadow und Kuzzy Of 2Kings setzten sich im Kampf gegen das Virus ein, ohne UNICEF – dafür mit weniger Broschüren-Stil: «Ebola In Town».

Eingängige Melodien für ältere Menschen

Stiefel auf einem Gestell, trocknen.

Bildlegende: Desinfizierte Stiefel warten auf den nächsten Einsatz gegen Ebola. Keystone

Darin heisst es: «Ebola ist in der Stadt, berühre deinen Freund nicht, iss nichts, küsse niemanden, schüttle keine Hände – es ist gefährlich!». Sogar von Flucht ist die Rede: «Ich begann zu schreien, ich begann zu rennen, wo soll ich hin. Ich gehe nach Guinea.» Der Song hat ihrer Karriere Aufschwung gegeben.

Die UNICEF hat aber auch eine Präventions-Version für das ältere Publikum produzieren lassen: Den «Crusaders For Peace Ebola Song». Keinen Hipco, sondern eine eingängige Melodie, fast ein bisschen hymnisch. Neben den Songs sind auf der Plattform «Soundcloud» die Schutzmassnahmen gegen Ebola in einfachen Worten und Bildern nebenan aufgelistet.

Ganz Afrika kämpft mithilfe der Musik

Der Trend mit Musik gegen Ebola zu kämpfen, ist nicht nur in Liberia zu erkennen. Auch in Guinea, Sierra Leone oder im Kongo singen Künstler im Kampf gegen Ebola.

Für den Kongo steht Aufklärung nicht mehr an erster Stelle, das Land hat schon zwölf Ebola-Epidemien hinter sich. Da geht es mehr darum, die verzweifelte Bevölkerung mit den Songs zu ermutigen.

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