Zum Inhalt springen

Gesellschaft & Religion Ein neuer Fall für Matula: Integration an der Basler Fasnacht

30 Jahre ermittelte Claus Theo Gärtner als Matula in der Krimiserie «Ein Fall für zwei». Jetzt hat er einen anderen Auftrag: Er muss sich in seiner Wahlheimat Schweiz an der Basler Fasnacht integrieren – trotz oder gerade wegen der Masseneinwanderungsinitiative.

Legende: Video Claus Theo Gärtner: «Ich war noch nie am Morgestraich.» abspielen. Laufzeit 1:50 Minuten.
Vom 28.02.2014.

«Was ist der Unterschied zwischen einem Schwoob und einer Jungfrau? – Der Schwoob bleibt immer ein Schwoob.» Dieser Witz steht nicht etwa auf einem SVP-Plakat, sondern ist Teil der diesjährigen Vorfastnachts-Veranstaltung «Pfyfferli» des Fauteuil Theaters in Basel. In Zeiten der Masseneinwanderungsinitiative könnte ein Deutscher so einen Spruch in den falschen Hals bekommen. Nicht aber Claus Theo Gärtner. Er steht da in seiner roten Lederjacke und krümmt sich vor Lachen.

Autistische Fasnächtler

Legende: Video Claus Theo Gärtner über den Basler Humor abspielen. Laufzeit 5:06 Minuten.
Vom 02.03.2014.

Nach 300 Einsätzen als Privatdetektiv Matula versucht sich der charismatische Frühsiebziger derzeit neu zu erfinden. Oder sollte man besser sagen: einzugliedern? Im Stück geht es nämlich um die Integration eines Deutschen in die Basler Fasnacht und die Ablehnung dieses Vorhabens durch skeptische Eingeborene. «Eine Clique von autistischen Fasnächtlern», wie Gärtner sie nennt.
Er selber fühle sich hierzulande nicht als Ausländer, sagt der Schauspieler. Schliesslich sei er mit einer Schweizerin verheiratet. Seit zwölf Jahren lebt er immer wieder auch in Basel. «Nur einmal meinte eine Frau, dass ich mit dem deutschen Nummernschild hier nicht parken dürfte», grinst Gärtner. Er habe es mit Humor genommen.

Kein Fan der direkten Demokratie

Weniger amüsiert hat ihn allerdings der 9. Februar 2014. Die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative hält er für einen kolossalen Fehler, mit dem sich die Schweizer selbst bestrafen. Wenn Schweizer Studenten zum Beispiel merken, dass sie nicht mehr in der EU studieren können, dann «guckt die Schweiz in die Röhre.» Überhaupt hält er wenig von der direkten Demokratie. Diese würde auch in Deutschland nicht funktionieren: «Wenn man die Leute über ein neues Opernhaus, über eine Rodin-Figur im Tiergarten abstimmen lassen würde, dann sagen sie: Was brauche ich ein Opernhaus, da gehe ich eh nicht hin! Was interessiert mich eine Rodin-Figur, die kostet zu viel Geld!»

«Ich bin prominent»

Nicht nur auf der Bühne des Fauteuil Theaters wird der «Schwoob» trotz solcher Sprüche erfolgreich eingegliedert. Auch privat fühlt er sich in der Schweiz vollkommen akzeptiert. «Ich bin prominent, deshalb sind die Leute hier sehr nett zu mir.» Und Kontingente für Prominente wird es in der Schweiz wohl immer geben.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von G.Riedo, Bern
    Wenn er Claus Theo Gärtner nichts von der Direkten Demokratie hält, hoffe ich schwer, dass er niemals Schweizer Staatsbürger werden möchte, weil da halten wir Eidgenossen dann nicht viel davon. Es gibt nichts besseres als sie Direkte Demokratie, denn warum soll der Steuerzahler und Bürger nicht über Ausgaben, Investitionen etc. befinden, welche er berappen muss. In Deutschland geht zu viel in die Hose : Kölner U-Bahn, Berliner Flughafen, etc. und der Bürger als Steuerzahler ist der Dumme.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Urs Rösli, Zürich
    Ob ich es einfach mit Humor tragen muss, dass beim Video "Claus Theo Gärtner über den Basler Humor" nach 15 Sekunden kein Ton mehr vorhanden ist? Gut, ich trag's mit einem Lächeln, aber schön wäre es doch gewesen, ohne Lippenlesen zu müssen das Gespräch zu verfolgen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bruno Hochuli, Reinach BL
    Da muss ich Claus Theo Gärtner rechtgeben, Prominente und Reiche werden wohl nie Schwierigkeiten haben, sich in der Schweiz die Niederlassungs Bewilligung zu erkaufen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen