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Gesellschaft & Religion Eine Reise in die verstörenden Tiefen des Internets

An der re:publica präsentierten zwei Journalisten die Resultate ihrer Reise in die Tiefen des Internets. Dorthin, wo merkwürdige Bilder und irritierende Videos das WWW beherrschen. Je tiefer sie vordrangen, desto ekliger und verstörender waren die Inhalte.

Bild-Collage.
Legende: Pedo-Bear trifft Herr der Ringe trifft Variation von Rageface. FRABZcom

Die diesjährige re:publica stand ganz unter dem Motto «Into the Wild». Wer aber wilde Vorträge und verrückte Themen am grössten Bloggertreffen Europas erwartete, wurde enttäuscht. Zumindest was die grossen Veranstaltungen betrifft: «Into the Wild» stand laut Medienmitteilung für Strategien, sich den bekannten Wegen im Netz zu entziehen. Thematisch aber bestimmten altbekannte Themen die Hauptbühnen der Konferenz: NSA-Affäre, Computerrollenspiele, Smart Homes und Bildung im Netz.

Nur eine Veranstaltung vermochte dem Titel gerecht zu werden: Spiegelonline-Redaktor Ole Reissmann und Süddeutsche-Journalist Hakan Tanriverdi wagten einen Ausflug in die tiefsten Tiefen des Internets, dorthin, wo sich selten jemand verirrt. Mit gutem Grund: Was die beiden Journalisten an den Tag förderten, war nicht nur inhaltlich und ästhetisch verstörend, sondern zeigte auch ein World Wide Web, von dem man ganz froh sein kann, es nicht zu kennen.

Den Vortrag gliederten Reissmann und Tanriverdi in verschiedene Stufen mit ansteigendem Ekel-Gehalt.

Netzkultur WTF!?

Am Ende der Präsentation blieben mehr Fragen als Antworten übrig. Ab wann ist etwas «Untergrund»? Was ist mit den Sachen, die noch tiefer lauern, da wo auch die Nerds nicht so schnell rankommen? Oder auch ganz einfach: Wieso in aller Welt nehmen sich Menschen die Zeit, solchen Schrott zu produzieren? Und zu konsumieren?

Alles Fragen, die Reissmann und Tanriverdi unbeantwortet liessen: Sie huschten mit einem verschmitzten Lächeln von der Bühne. Dazu lief ein gruslig manipuliertes Video von Miley Cyrus' «Wrecking Ball». Manchmal lässt sich Schund eben nur mit Schund beantworten.

Das wilde Internet, wie es an diesem Abend zu erleben war, gehört glücklicherweise nicht zum digitalen Alltag. Und das ist die beruhigende Erkenntnis.

Die re:publica

Die re:publica ist eine Konferenz rund um die digitale Gesellschaft und findet seit 2007 jährlich in Berlin statt. Als kleines Bloggertreffen gestartet, ist sie heute eines der weltweit wichtigsten Festivals über Netzkultur. Sacha Lobo hat die diesjährige Konferenz eröffnet und der Netzgemeinde im Intro-Talk die Leviten gelesen.

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