Die Fischers leben Arbeit und Liebe zu zweit

Sie stammt aus Österreich, er aus der Ostschweiz und gemeinsam führen sie ein Seminar-Unternehmen für Persönlichkeit, Sexualität und Partnerschaft: Notburga und Robert Fischer. Kennengelernt hat sich das Ehepaar bei einer Fortbildung. Ein Treffen mit dem Paar, dessen Liebe über die Grenze führte.

In der Gesprächsreihe «Hier mit dir» kommen Menschen unterschiedlicher Herkunft zu Wort, die in der Schweiz zusammen arbeiten, leben oder sich lieben. Zum Beispiel: das Ehepaar Fischer. Als Einstieg zum Gespräch haben die beiden einen kurzen Fragebogen beantwortet.

Notburga Fischer

Wo würden Sie lieber leben?
Bin mittlerweile gut in der Schweiz beheimatet und sehr wohl in Mittelhäusern, wo wir leben. Ich geniesse die Naturumgebung (Sense, Schwarzwasser), die Siedlung bietet für unser Familienleben mit Kindern optimale Infrastrukturen. Die Nähe zur Stadt ist auch gut.

Was möchten Sie sein?
Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich bin. Ich begleite in der Praxis und in Seminaren Einzelne und Paare bei essentiellen Lebens- und Beziehungsthemen – das ist erfüllend auch herausfordernd und nie langweilig. Ich bin zudem dankbar für die Beziehung zu meinem Mann Robert und meine beiden Töchter.

Was schätzen Sie an Ihren Schweizer Freunden am meisten?
Ich habe entgegen Voraussagungen, dass es in der Schweiz lange dauert Freundschaften zu schliessen, hier sehr leicht Freunde gefunden und bin damals im Freundeskreis meines Mannes herzlich aufgenommen worden. Ich schätze die Verlässlichkeit, Tiefgang und verbindlichkeit in den Beziehungen und die gegenseitig unterstützende Haltung in unserer Nachbarschaft.

Worum beneidet man Sie?
Ich weiss nicht, ob ich beneidet werde.
bin früher schon viel privat gereist (viele Länder und Kulturen erlebt) und jetzt auch beruflich. Ich habe einen interessanten Beruf mit freier Zeiteinteilung – eine stabile Beziehung und zwei wunderbare Töchter.

Wie bereichern Menschen aus anderen Kulturen Ihr Leben?
Ich habe international viele Seminare geleitet (Frankreich, England, USA, Russland, ... und finde es bereichernd die kulturellen Unterschiede und Ähnlichkeiten der Beziehungs-Themen von Männern und Frauen zu begleiten. Erlebe es immer inspirierend und meinen horizont erweiternd. Die verschiedenen Begegnungen erhöhen auch die Dankbarkeit und Wertschätzung für die eigene Kultur.

Was wäre ohne Menschen aus anderen Kulturen in ihrem Leben anders?
So bin ich aufgewachsen. Nahe der tschechischen (damals Stacheldraht) Grenze in einem kleinen Dorf auf dem Land. Kontakt zu anderen Kulturen gab es in meiner Kindheit kaum. Es hatte eine Gemütlichkeit aber der Horizont war schon enger.

Robert Fischer

Wo würden Sie lieber leben?
Ich wohne jetzt in einer Siedlung, würde aber lieber in einem Haus mit mehr Freiraum, mit einer Aussicht in die Weite und mehr Land um's Haus wohnen.

Was möchten Sie sein?
Ich bin zufrieden in Beruf, mit meiner Familie und meinem Freundeskreis.

Was schätzen Sie an Ihren Schweizer Freunden am meisten?
Verschiedene Denkweisen, Arbeitsfelder und so weiter – das ist bereichernd. Auch das Zusammensein und die Verlässlichkeit.

Worum beneidet man Sie?
Weiss ich nicht. Ich vermute Vielseitigkeit im Beruf, auch mit Auslandtätigkeit. Stabilität der Familie. Herkunftsfamilie. Materielle Sicherheit.

Wie bereichern Menschen aus anderen Kulturen Ihr Leben?
Durch die Ähnlichkeiten und Unterschiede. Durch die andere Art von Humor. Und deren Art, die Welt und das Leben zu sehen und zu leben.

Was wäre ohne Menschen aus anderen Kulturen in ihrem Leben anders?
Es wäre einseitiger. Es gäbe weniger Überblick und weniger Möglichkeiten, das Gewohnte zu relativieren.

Zu Notburga Fischer

Zu Notburga Fischer

SRF/Gina Folly

Die 52-Jährige stammt aus Oberösterreich und ist mit Robert Fischer verheiratet. Dank ihm ist sie auch in die Schweiz gekommen. Zusammen führen sie eine Praxis für Integratives Coaching und Paarbegleitung.

Zu Robert Fischer

Zu Robert Fischer

SRF/Gina Folly

Der 59-Jährige kommt aus Wattwil und ist mit Notburga Fischer verheiratet. Zusammen haben sie zwei Töchter. Tätig ist er als Psychiater, Psychotherapeut und Ausbildner in ihrer gemeinsamen Praxis.

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