Die Liebe zum Film machte sie zu Freunden

Zwei Freunde, die sich durch ein Filmprojekt fanden: Der Schriftsteller und Filmemacher Yusuf Yesilöz und der Filmemacher, Produzent und Cutter Dieter Gränicher. Der Kurde Yusuf Yesilöz flüchtete vor 27 Jahren aus der Türkei in die Schweiz. Die zwei über Freundschaft und die Schweiz.

In der Gesprächsreihe «Hier mit dir» kommen Menschen unterschiedlicher Herkunft zu Wort, die in der Schweiz zusammen arbeiten, leben oder sich lieben. Zum Beispiel: Yusuf Yesilöz und Dieter Gränicher, die zusammen Dokumentarfilme machen. Als Einstieg zum Gespräch haben die beiden einen kurzen Fragebogen beantwortet.

Yusuf Yesilöz

Wo würden Sie lieber leben?
Früher wollte ich dort leben, wo ich ursprünglich herkomme, im kurdischen Dorf Halikanli. Doch diejenigen Menschen im Dorf, die mir nahe standen, sind gestorben – mein Vater und meine Tanten zum Beispiel. Daher bin ich heute froh, in Winterthur zu leben.

Was möchten Sie sein?
Ich möchte derjenige sein, der ich heute bin.

Was schätzen Sie an ihren Schweizer Freunden am meisten?
An meinen Freundinnen und Freunden schätze ich die Verbindlichkeit und überhaupt, dass es sie gibt. Ich glaube jedoch nicht, dass das etwas mit dem Pass oder mit der Herkunft einer Person zu tun hat.

Worum beneidet man Sie?
Ich glaube nicht, dass man mich beneidet. Man darf Filmemacher nicht beneiden (lacht). Um einen Film zustande zu bringen, muss man einen weiten und langen Weg gehen.

Wie bereichern Menschen aus anderen Kulturen Ihr Leben?
Mir gefällt es zum Beispiel, dass in der Schweiz so viele unterschiedliche Sprachen gesprochen werden. Das ist bereichernd. Nicht nur die Landessprachen. Im Bus oder beim Einkaufen hört man alle möglichen Sprachen. Im Dorf, wo ich ursprünglich herkomme, wird fast nur Kurdisch gesprochen, ab und zu hört man auch Türkisch.

Was wäre ohne Menschen aus anderen Kulturen in Ihrem Leben anders?
Da wäre ich sehr einsam, denn meine Freundschaften habe ich mit Menschen aus allen Kulturkreisen.

Dieter Gränicher

Wo würden Sie lieber leben?
Nirgends. Ich möchte dort leben, wo ich lebe: in der Stadt Zürich.

Was möchten Sie sein?
Nichts Anderes. Ich bin zufrieden mit mir und mit meinem Beruf.

Was schätzen Sie an Ihren Schweizer Freunden am meisten?
Ich unterteile meine Freundinnen und Freunde nicht in Herkunftsländer. Entweder ich habe eine Freundschaft mit jemandem oder nicht. Und wenn ich mit jemandem befreundet bin, dann freue ich mich über Offenheit und Verbindlichkeit. Das ist nicht nur angenehm sondern auch wichtig im Leben.

Worum beneidet man Sie?
Ich glaube nicht, dass man mich beneidet.

Wie bereichern Menschen aus anderen Kulturen Ihr Leben?
Um das zu erfahren, muss man sich das Gespräch mit mir und Yusuf anhören.

Was wäre ohne Menschen aus anderen Kulturen in Ihrem Leben anders?
Ich kenne es gar nicht anders, deshalb kann ich das gar nicht beantworten.

Zu Yusuf Yesilöz

Zu Yusuf Yesilöz

SRF/Gina Folly

Der 50-jährige Yusuf Yesilöz ist Filmemacher und Schriftsteller. Er kommt aus Kurdistan (Türkei), flüchtete vor 27 Jahren in die Schweiz und wohnt heute in Winterhur. Yusuf Yesilöz ist verheiratet und hat drei Kinder.

Zu Dieter Gränicher

Zu Dieter Gränicher

SRF/Gina Folly

Der 59-Jährige Schweizer Dieter Gränicher kommt aus Erlenbach. Seit über 30 Jahren ist er als Filmemacher, Produzent und Cutter tätig. Er wohnt in Zürich, ist verheiratet und hat einen Sohn.

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