Liebe über den Ärmelkanal: Ein schweizerisch-englisches Paar

«Die Schweizer sind wie Kokosnüsse», schreibt der englische Autor Diccon Bewes. Mit seinem Schweizer Partner Gregor Scheibelhofer wohnt er seit neun Jahren hier – auch wegen der Schoggi. Das Paar über das schweizerisch-englische Zusammenleben und ihre neue Heimat.

In der Gesprächsreihe «Hier mit dir» kommen Menschen mit unterschiedlicher Herkunft zu Wort, die in der Schweiz zusammen arbeiten, leben oder sich lieben. Zum Beispiel: Ein schweizerisch-englisches Liebespaar. Als Einstieg zum Gespräch haben die beiden einen kurzen Fragebogen beantwortet.

Diccon Bewes

Wo würden Sie lieber leben?
Diccon Bewes: Wenn nicht in der Schweiz, dann in London. Aber ich bin Wahlschweizer und wohne sehr gerne hier. Die Schweiz ist meine neue Heimat.

Was möchten Sie sein?
Ein Schweizer! Leider muss ich noch drei Jahre warten, bis ich die Einbürgerung anfangen kann.

Was schätzen Sie an ihren Schweizer Freunden am meisten?
Ihre echte Freundschaft. Ein Schweizer oder auch Schweizerin ist ein Freund für das Leben, nicht nur für Facebook. Freundschaft bedeutet etwas mehr hier.

Worum beneidet man Sie?
Darum, dass ich so glücklich bin. Ich habe einen (fast) perfekten Job und einen (fast) perfekten Freund. Und ich wohne in einem (fast) perfekten Land.

Wie bereichern Menschen aus anderen Kulturen Ihr Leben?
Leckeres Essen, besonders von Asien, und mit einer anderen Sicht auf das Leben. Und natürlich eine englische Lesegruppe, in der ich immer in meiner Muttersprache reden kann.

Was wäre ohne Menschen aus anderen Kulturen in ihrem Leben anders?
Mein Leben wäre viel langweiliger!

Gregor Scheibelhofer

Wo würden Sie lieber leben?
Gregor Scheibelhofer: Im Winter würde ich gerne auf den Kanaren leben (circa drei Monate). Die übrige Zeit bevorzuge ich es jedoch, in der Schweiz – Bern ist sehr schön – zu leben, da ich im Sommer die Berge und das Wandern liebe. Ich bin also glücklich, da wo ich aktuell bin.

Was möchten Sie sein?
Ich bin zufrieden mit dem, was ich im Moment bin. Mir geht es gesundheitlich gut. Ich habe ein gutes Leben, eine spannende Arbeit und vieles mehr. Ein paar Milliönchen würde ich nicht ablehnen.

Was schätzen Sie an ihren Schweizer Freunden am meisten?
Dass ich auf sie zählen kann.

Worum beneidet man Sie?
Um meinen Diccon. Wir verstehen uns sehr gut, haben gleiche und unterschiedliche Interessen und die nötigen Freiräume. Diese braucht es, damit eine Partnerschaft funktionieren kann.

Wie bereichern Menschen aus anderen Kulturen Ihr Leben?
Sie bereichern mich schon mal mit einem guten und vielseitigen Essen. Weiter helfen sie mir meinen Rahmen immer wieder zu öffnen und auch «Eingebürgertes/Gewohntes» zu hinterfragen und neu zu positionieren.

Was wäre ohne Menschen aus anderen Kulturen in ihrem Leben anders?
Die Vielseitigkeit würde verloren gehen und meine Identität als «Eingeborener» würde ich schwerer oder gar nicht erkennen.

Zu Diccon Bewes

Zu Diccon Bewes

Der Partner von Gregor Scheibelhofer kommt aus England, wohnt in Bern und arbeitet als Schriftsteller. Der 46-Jährige hat schon drei Bücher über die Schweiz geschrieben, unter anderem «Der Schweizversteher». In der Schweiz ist er, weil «der Schoggi viel besser ist».

Zu Gregor Scheibelhofer

Zu Gregor Scheibelhofer

SRF/Gina Folly

Er ist der Lebenspartner von Diccon Bewes. Der 45-Jährige ist Liechtensteiner und Schweizer, und lebt in Bern. Er arbeitet im Sozialdienst und ist in der Schweiz, «weil es ihn hierhin verschlagen hat».

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