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Gesellschaft & Religion Kämpferin für die Rechte der Schwarzen

Vor 100 Jahren erblickte Rosa Parks das Licht der Welt. Sie gilt als Galionsfigur der schwarzen Bürgerrechtsbewegung: 1955 weigerte sie sich, ihren Sitzplatz im Bus für einen weissen Passagier frei zu machen - und trat damit eine Lawine los.

Rosa Parks lächelt sanft in einer Schwarz-Weiss-Aufnahme.
Legende: Sanftes Lächeln, kämpferischer Geist: Rosa Parks in einer Aufnahme von 1999. Keystone

Auf vielen Fotos zeigt Rosa Parks ein sanftes Lächeln, umrundet von einem Haarkranz. Auch ihre Stimme wirkte sanft und bescheiden, als sie vier Monate nach ihrer Weigerung, ihren Platz im Bus einem Weissen zu geben, ein Interview gab. Sie habe einfach gespürt, dass sie nicht fair behandelt worden sei und das Recht gehabt habe, ihren Platz als Buspassagierin zu behalten, an jenem 1. Dezember 1955 in Montgomery Alabama.

Schwarze boykottierten den Busbetrieb

Die Zeit sei einfach reif gewesen für einen Akt des zivilen Widerstands. Ein Akt, der eine Lawine ins Rollen brachte: Am Gerichtstermin vier Tage nach Rosa Parks Verhaftung begannen schwarze Männer und Frauen mit einem Boykott der städtischen Busse und organisierten sich in Fahrgemeinschaften. Fast ein Jahr lang dauerte der Boykott, bis am 13. November 1956 der Oberste Gerichtshof der USA das Ende der Rassensegregation in öffentlichen Bussen beschloss.

Rosa Parks aber korrigierte später, sie habe die Rassensegregation gar nicht in Frage gestellt. Denn sie sass auf einem für Schwarze bestimmten Platz im hinteren Teil des Busses. Erst als sie trotzdem angewiesen wurde, aufzustehen und einen weissen Passagier sitzen zu lassen, habe sie beschlossen, sich zu wehren.

Ehren-Grab in Washington

Bei aller Bescheidenheit: Rosa Parks war schon vor der Bus-Episode politisiert. Neben ihrem Beruf als Näherin arbeitete sie nämlich als Sekretärin bei der NAACP, einer Bürgerrechtsorganisation, die schon mehrere Klagen gegen die Rassentrennung erhoben hatte.

Wegen ihres Engagements in der Bewegung verlor sie ihren Job in einem Warenhaus. Erst viel später erhielt sie nationale Anerkennung. Nach ihrem Tod 2005 erhielt sie ein Ehren-Grab in der Rotunde des Kapitols in Washington - als erste Frau und die zweite afro-amerikanische Person.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Was ich jetzt hier vorbringe, wird alle erstaunen. Einer der ersten, die für die Rassengleichkeit gekämpft haben, war weder Rosa Parks noch Martin Luther King noch Mandela noch eine andere Person, sondern jemand, an den sich die Nachwelt wegen des Vietnamkriegs schlecht erinnert. Das war kein Geringerer als der Ex-Präsident Lyndon Baines Johnson, der schon zu Beginn der 30er-Jahre im texanischen Senat dafür kämpfte und sich deshalb oft mit anderen Parlamentariern prügeln musste.
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  • Kommentar von Werner Zaugg, Lützelflüh
    Schön wie eine ganz einfache Person einen so grossen Einfluss auf die Gesellschaft haben kann. Über SIE sollte man mal einen Film machen.
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  • Kommentar von o.g., winterthur
    GS-Lehrer, Oberseen Habt ihr gewusst, dass es gar nicht Rosa Parks war, die den Alabama-Busboykott initiiert hat, sondern eine andere Afroamerikanerin. Man hat diese jedoch nicht zur Galionsfigur gemacht, weil deren familiären Verhältnisse zerrüttet waren. Deshalb hat man Rosa Parks, deren Background medientauglicher war, zu jener Figur gemacht, die man glaubt, dass sie heute ist... Schade, dass die Medien dies bis heute nicht verstanden haben... Gründlicher Recherchen sind heutzutage sehr r...
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