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Kleine Forscher Wache Geister: Babys denken wie Wissenschaftler

Schon Kleinkinder überprüfen Thesen. Das hilft ihnen beim Lernen, wie eine neue Studie zeigt.

Legende: Video « Wache Geister: Babys denken wie Wissenschaftler » abspielen. Laufzeit 0:58 Minuten.
Vom 25.04.2017.

Babys sind kleine Forscher. Ihr Alltag besteht darin herauszufinden, wie die Welt funktioniert. Unermüdlich testen sie Gegenstände, nehmen sie in den Mund, lassen sie fallen oder schlagen mit ihnen auf den Tisch.

Babys scheinen bestens dafür ausgerüstet zu sein, ganz unterschiedliche Informationen gleichzeitig aufzunehmen. Doch woran erkennen sie, was wichtig ist und was sie ignorieren können?

Schon früh Schlüsse ziehen

Aimee Stahl und Lisa Feigenson, zwei Psychologinnen der John Hopkins Universität in Baltimore, haben dies genauer untersucht. Sie kommen zum Schluss, dass Babys am besten lernen, wenn sich ihre Umwelt anders verhält, als sie erwarten. Etwa, wenn ein Ball wie durch Magie nicht zu Boden fällt.

Kultur und Kleinkinder

Für ihre Studie führten die beiden mit 11-monatigen Babys etliche Experimente durch. «Wir konnten zeigen, dass schon Babys sehr spezifisch Hypothesen testen, wenn sich Gegenstände nicht regelkonform verhalten», erklärt Forscherin Lisa Feigenson.

Ein Baby mit Denkerpose.
Legende: Da-da? Nichts da! Schon kleine Menschen stellen Hypothesen auf. Colourbox

Angeborenes Wissen vertiefen

Tatsächlich: Das Objekt, das nicht den Erwartungen der Babys entsprach, untersuchten sie danach umso gründlicher. Sie überprüften beispielsweise die Schwerkraft, indem sie den Ball, der sich vorher nicht regelkonform verhalten hatte, nun auf den Boden fallen liessen.

Die Forscherinnen interpretieren dieses Austesten als ein tiefgreifendes Bemühen der Kinder, mehr Aspekte über die Wirklichkeit zu erfahren. Babys seien nicht nur von Anfang an mit einem angeborenen Wissen über die Welt ausgestattet. Sie nutzen dieses auch schon früh, um Neues zu erfahren.

«Die Studie zeigt exemplarisch: Wenn Babys Erfahrungen machen, die nicht mit ihren Erwartungen übereinstimmen, dann nutzen sie die Gelegenheit, um ihr Lernen darauf zu fokussieren», so Feigenson. Der Forschergeist kommt also vor dem Laufen. Im Lauf des Lebens sollte er nicht verloren gehen.

Sendung: Einstein, SRF 1, 27. April 2017, 22:25 Uhr.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Schlechter Vergleich: während Babies einen "normalen, gesunden" Kennenlern- und Suchinstinkt haben, ist dieser bei - gerade - den Laborforschern/Wissenschaftlern offensichtlich verkümmert, ja sogar skrupellos veranlagt = siehe abstruse, tierquälerische, gewalttätige "Tierforschung" - angeblich zur Eruierung von Krankheitssymptomen bei "Menschen"...!? Nimmt man in der Tiermedizin, logischerweise Menschen für die Erforschung von Tiererkrankungen in Labors??
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