WEF – Resilienz als Mittel gegen die Krise

Die Jahrestagung des World Economic Forum, des WEF in Davos, steht unter dem Motto «Resilienz». Die Widerstandsfähigkeit des globalen Wirtschaftssystems soll gesichert werden. Doch darin liegt mehr ein Versprechen als ein abgesicherter Plan.

Schweizer Soldat bewacht das Gelände in Davos.

Bildlegende: Wer nicht eingeladen ist, muss draussen bleiben: WEF in Davos. Keystone

Um Resilienz sollen sich die Diskussionen am WEF drehen, um die Fähigkeit zur Flexibilität, zum Widerstand, auch zum Wieder aufstehen. Man soll nicht im Pessimismus verharren, sagt Klaus Schwab in seinem Videostatement, sondern den Glauben wiederfinden an die Dynamik, die eben in der Resilienz liegt.

Zauberwort Resilienz

Aber warum eigentlich Resilienz an diesem WEF? Der Begriff ist vor allem aus der Psychologie bekannt. Er bezeichnet die Fähigkeit von Menschen, Lebenskrisen, schwere Krankheiten, den Verlust von nahen Angehörigen zu bewältigen. Der Begriff der Resilienz findet sich aber auch in der Ökologie und er meint dort die Fähigkeit von Ökosystemen, sich nach schweren Verwüstungen wieder zu erholen.

Mit den schweren Krisenerfahrungen der Finanzkrise 2008, mit der Einführung von Stresstests für Banken, mit der explodierenden sozialen Unruhe in vielen Ländern kommt der Begriff der Resilienz auch in die Ökonomie; eine resiliente Weltwirtschaft ist demzufolge eine, die nicht untergeht, selbst, wenn sie schwersten Erschütterungen ausgesetzt wird.

Hubschschrauber auf dem Flughafengelände.

Bildlegende: Airport-Taxi am Zürcher Flughafen für die geladenen und zahlenden Gäste. Keystone

Beitrag zu einer besseren Welt?

Der Glaube an die Machbarkeit einer resilienten Wirtschaft bestimmt die Diskussionen am WEF. Manager wie Federico Curado, CEO des Flugzeugherstellers Embraer, geben sich überzeugt, dass diese Jahresversammlung des WEF zu konkreten Regeln, welche die Krisenanfälligkeit des Systems verringern, hervorbringen wird.

Man hält sich an das grosse Versprechen, das der Direktor des WEF, Klaus Schwab, Jahr für Jahr abgibt: Das WEF leiste einen konkreten Beitrag zu einer besseren Welt.

Doch bisher ist das WEF genau diesen Beweis schuldig geblieben. Es ist schwer nachvollziehbar, ob die vielen Diskussionen und Debatten in Davos, die vielen Meetings, die vielen Papers, Memoranden, und auch die vielen Kontakte, die sich ergeben, tatsächlich zu einer Verbesserung der Welt geführt haben.

Keine Überprüfung der Wirksamkeit

Andere Organisationen, Hilfswerke, internationale Entwicklungsagenturen, auch Unternehmen führen zu diesem Zweck Audits, also Anhörungen, durch, lassen sich evaluieren - nicht so das WEF. Es bleibt gefangen in seiner besonderen Stellung, als eine Veranstaltung, die nur wenigen zugänglich ist, den gut Betuchten, den Zahlenden.

Und so lange das so bleibt, wird die Legitimität des WEF stets in Zweifel gezogen werden, allen voran von den Nichtregierungsorganisationen: Sie fordern unbeirrt nicht mehr machbare Resilienz, sondern mehr Gerechtigkeit für diese Welt.

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