Zum Inhalt springen

Gesellschaft & Religion Wieso Fleischkonsum dem Klima schadet

Weil wir jeden Tag Fleisch auf dem Teller haben wollen, schwindet im Amazonasbecken der Regenwald. Das wirkt sich negativ aufs Klima aus. Diesen Zusammenhang erklären kirchliche Hilfswerke mit einer Fastenkampagne.

Fleischregal im Supermarkt
Legende: Fleischverzicht der Umwelt zuliebe? Eine Fastenkampagne will die Menschen zum Umdenken bewegen. Keystone

Soja aus Südamerika macht unser Mastvieh satt, nicht aber die Menschen weltweit: Die Produktion eines Rindersteaks erfordert etwa so viel Soja wie die Herstellung eines ganzen Blechs Sojakuchen. Der würde nicht nur einen, sondern gleich zehn Menschen satt machen.

Ausserdem wird für den Anbau von Futtermitteln immer mehr Land gerodet und ausgelaugt. Das zerstört den Lebensraum der Menschen am Amazonas und trägt zum Klimawandel bei.

Dem Klima zuliebe votieren Entwicklungsexperten der kirchlichen Hilfswerke für ökologisch nachhaltigen Landbau und weniger Fleischkonsum. «Fastenopfer», «Brot für alle» und «Partner sein» haben sich einmal mehr zu einer Kampagne zusammengeschlossen, um die Schweizer Bevölkerung zum Umdenken bei ihrem Fleischkonsum zu bewegen.

Mit Genuss für Klimagerechtigkeit sorgen

Um es den Menschen zu erleichtern auf Fleisch zu verzichten, haben die Hilfswerke lustvolle «Klima-Menüs» entwickelt. Ein Spitzenkoch gibt Tipps, wie auch vegetarisches Essen köstlich schmeckt.

Tina Goethe, Mitarbeiterin des reformierten Hilfswerks «Brot für alle», schränkt ein: «Wir fordern nicht, dass alle Vegetarier werden.» Eine Reduktion unseres Fleischkonsums habe aber direkten Einfluss auf das Klima. Ausserdem bliebe mehr Nahrung für die Menschen, wenn nicht mehr so viel an Masttiere verfüttert würde.

Darum sorge Fleischverzicht nicht nur für mehr Klimagerechtigkeit, sondern auch für mehr Nahrungsgerechtigkeit. «Weniger für uns. Genug für alle.», so lautet auch der Titel des ökumenischen Fastenaufrufs.

Persönliches Fasten wird zur gesellschaftlichen Aktion

Die Kampagne zielt auf die UN-Klimakonferenz, die Ende des Jahres in Paris stattfindet. Für eine an Bundesrätin Doris Leuthard gerichtete Klimapetition sammeln die Hilfswerke bereits seit Monaten Unterschriften.

Die Fastenzeit dient traditionell dazu, in sich zu gehen, über das eigene Verhalten nachzudenken und dieses allenfalls zu korrigieren. Was die kirchlichen Hilfswerke der Schweiz mit ihrer aktuellen Aktion zeigen wollen: Fasten ist nicht nur eine individuelle Angelegenheit im stillen Kämmerlein. Gerade der Verzicht auf Fleisch kann globale Auswirkungen haben.

Link zum Thema

Mit ihrer Kampagne weisen die ökumenischen Hilfswerke auf den Zusammenhang zwischen Fleischkonsum, Hunger und Klimawandel hin.

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von A. Kistler, Walensee
    Weniger Fleisch kaufen macht keinen Sinn. Dann passiert das: http://www.srf.ch/konsum/themen/konsum/darf-es-eine-ganze-schweine-haelfte-sein Vielmehr sind die Produzenten gefordert, um nachhaltiges inländisches Futter zu verwenden. Der Konsument kann hier nicht viel bewirken. Wenn wir weniger Fleisch kaufen, so wird es billiger und die Produzenten sparen noch mehr beim Futter. Ein Importstop für Mastviehfutter hilft vielleicht. Wobei die Schweiz sicher nur ein winziger Abnehmer ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      "Der Konsument kann hier nicht viel bewirken" Doch,kann er,indem er eben seinen Fleisch/Wurst-+auch Milchproduktekonsum auf 2-3x/W reduziert u.direkt ab Biohof einkauft,wo ein geschlossener Kreislauf noch stattfindet.Biobauern füttern hofeigenes Futter,verwenden keine Kunstdünger,Pesti-+Herbizide od.GT u.kaum Antibiotika,da sie ihre Tiere artgerecht halten.Sie halten meist Kombirassen,keine Turbo Milch-/Eier-od.nur überschwere Fleischrassen.Gut fürs Klima,aber auch für Gesundheit u.Portemonnaie.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Anders Schweizer, Schaffhausen
      Wir Konsumenten können sehr wohl unseren Beitrag dazu leisten. Die (Land-)Wirtschaft funktioniert nur, wenn sie verkaufen kann, weshalb es wir Konsumenten auch in der Hand haben zu steuern, was produziert wird. Je mehr Menschen sich entsprechend verhalten, je weniger Billigprodukte gekauft werden, umso mehr werden die Produzenten angehalten oder gezwungen sein, so zu produzieren, damit ihre Produkte wieder gekauft werden. Ist doch eigentlich ganz logisch.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von n.d.s, Basel
    Die Wasser Verschwendung wird hier leider nicht erwähnt. Für 1 Kg Rindfleisch werden 20'000 Liter Wasser verbraucht!!! Gut, dass auch mal andere Organisationen als sonst üblich auf diesen Misstand aufmerksam machen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Vader, Luzern
    Wie wäre es mit eine staatlichen Regulation, dass sämtliches Fleisch aus grosszügiger artgerechter Tierhaltung stammen soll und die Tiere wenn überhaupt nur mit den aller nötigsten Medikamenten behandelt werden. Der ganze billig Müll in den Discounter könnte man so aus dem Markt nehmen. Die Preise steigen und das Konsumverhalten würde sich wohl ändern.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Samuel Dinter, Zürich
      warum nicht gleich den Fleischkonsum als Ganzes regulieren. Ich warte darauf, dass mir die Regierung vorschreibt, wann ich Fleisch essen darf - schöne neue Welt!!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Samuel Dinter, Fleischessen in solch einem Umfang ist längst nicht mehr Privatsache, genauso wenig wie Überbevölkerung/Reproduktion/Zuwanderung. Es betrifft uns alle, die Tiere, die Natur, das Gesundheits-+Sozialwesen usf. Jedes Kinkerlitzchen ist geregelt, von der Farbe der Ziegel auf dem Dach über die Höhe der Rutsche im Garten bis hin zur Glühbirne, alles. Nur die wichtigsten Dinge der Welt, welche ungeregelt unsre Existenz in allen Bereichen kippen, die sollen Privatsache sein?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen