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Jazzfestival Schaffhausen Wie das Radio Live-Musik in die gute Stube liefert

Entdeckt man einen SRF-Übertragungswagen am Veranstaltungsort, kommt vielleicht Neugier auf. Was spielt sich wohl hinter der verschlossenen Schiebetüre ab? Hier ein kleiner Einblick, um den Prozess einer Live-Übertragung zu veranschaulichen.

Ein Kleintransporter mit dem Logo von SRF und einer Antenne auf dem Dach.
Legende: Der Übertragungswagen bringt die Musik vom Veranstaltungsort ins Wohnzimmer. srf

Zum 25. Mal wird das Jazzfestival Schaffhausen dieses Jahr veranstaltet. Zum 24. Mal arbeitet auch das Schweizer Radio mit, das beim Bühneneingang der Kammgarn Schaffhausen zwei Übertragungswagen stationiert.

Eine solche Partnerschaft ist für ein Jazz Festival wertvoll, um an Prestige zu gewinnen. Umgekehrt ist es auch für das Schweizer Radio ein Gewinn, wenn es exklusiv seine Sendezeit mit Live-Jazz von nationalen und internationalen Top Acts bestücken kann.

Der Weg von der Bühne in den Äther

Die Klänge der Band werden von einzelnen Mikrofonen auf der Bühne eingefangen. Diese Mikrofone braucht es für die Beschallung des Konzertsaals. Bevor die Audio-Signale aber aus dem Lautsprecher kommen, werden sie noch abgezweigt und gelangen über lange Kabel hinaus zum Übertragungswagen.

Dort werden die einzelnen Spuren auf einem Mischpult klanglich aufbereitet und zusammengemixt, sodass daraus ein gängiges Stereo-Signal entsteht. Per ISDN-Leitung wird dieses dann ins Studio Basel geschickt, wo es auf den Sender kommt.

Nicht jedes Konzert, das im Radio zu hören ist, wird auch live übertragen. Radio SRF 2 Kultur nimmt einen grossen Teil der Konzerte auf und sendet sie dann zu einem späteren Zeitpunkt. Beispielsweise in der Sendung «Jazz Live» am Freitagabend.

Die zweite wichtige Komponente nebst dem Mischpult ist deshalb ein leistungsfähiger Computer, der das Stereo-Signal aufzeichnet. Für den Fall, dass bei einer Aufnahme im Nachhinein noch etwas geflickt werden muss, nimmt der Computer sicherheitshalber auch alle anderen Spuren auf.

Moderatoren vor Ort

Die Moderatoren sitzen bei einer Live-Übertragung natürlich nicht im Studio Basel. Sie befinden sich am Festival, um besser aufs Geschehen eingehen zu können. Und damit man sich nicht gegenseitig stört, sitzen die Moderatoren im zweiten Wagen nebenan.

Auch dieser Wagen ist mit einem Mischpult ausgestattet, mit welchem die Mikrofone gesteuert werden. Und auch hier darf natürlich der Computer nicht fehlen. Mit diesem können die Moderatoren recherchieren, oder eingefangene Interviews und Originaltöne vom Festival schneiden und abspielen.

Der Pannenherd in der Restaurantküche

Selbstverständlich ist bei einer Übertragung Erfahrung enorm wichtig. Pannen können bei einer Live-Schaltung aber immer passieren, denn es sind nie alle Faktoren voraussehbar. In so einem Fall sind gute Nerven und Improvisation gefragt. Wenn alle Stricke reissen und aus technischen Gründen nichts gesendet werden kann, gibt es im Studio Basel ein Musik-Programm, das als Back-up eingesetzt werden könnte.

Bei der Live-Übertragung vom Jazzfestival Schaffhausen gibt es aber noch eine ganz andere Quelle von Problemen: Denn die die Übertragungswagen stehen direkt beim Abzug eines Restaurants. Die Improvisationskünste des Teams waren auch schon nötig, um mit Kartons die schlechte Luft in eine andere Richtung zu lenken.