Gratis klingt gut

Das Lucerne Festival bietet ab Sommer 2013 kostenlose Schnupper-Konzerte, das Opernhaus und das Tonhalle-Orchester Zürich werben mit Schnäppchen-Angeboten neue Besucher und Gratismusik ohne Nebengedanken gibt es in der Kirche. Zu Gottes Lob und zur Freude aller.

Totale des gefüllten Konzertsaals des KKL in Luzern.

Bildlegende: Im Kongress- und Kulturzentrum Luzern finden beim Lucerne Festival 2013 Gratis-Konzerte als Appetithäppchen statt. Lucerne Festival, Jürg Egli

Gratis ins Konzert, das ist schön. Und das ist an vielen Orten möglich, wie zum Beispiel am Lucerne Festival. Das Festival führt diesen Sommer ein neues Format ein. «40 minutes» heisst es: Vierzig-Minuten-Konzerte, die im Luzerner Saal des Kultur- und Kongresszentrums Luzern (KKL) stattfinden.

Eine Art Vorkonzert, für die Festivalbesucher am Abend im richtigen Konzert dann viel Geld hinblättern. Der Intendant des Lucerne Festival, Michael Haefliger, sieht hierbei nicht nur den Gratis-Gedanken, sondern möchte neues Publikum an sein Festival heranführen.

Für das Publikum von morgen

Ähnlich funktionieren auch die subventionierten Eintrittspreise für Kinder und Jugendliche, die das Tonhalle-Orchester und das Opernhaus Zürich anbieten. Für einen Apfel und ein Ei kommt das Publikum von morgen in den Genuss von Hochkultur und kann sich schon mit den Plüsch- und Samtsesseln der Häuser anfreunden. Als zahlendes Publikum soll es dann später wiederkommen, so die Idee.

Gratis heisst auch: mehr Freiheit


Gratiskultur (2): Musik

3:39 min, aus Kultur kompakt vom 31.01.2013

Ohne Promo-Effekt und ohne Gedanken an das zukünftige Publikum wird seit acht Jahren in der Predigerkirche Basel musiziert. Die Reihe mit Barockmusik gehört zum festen Bestandteil der Basler Kulturagenda. Gratis heisst hier: Jeder soll zuhören können, unabhängig von finanziellen Mitteln, Alter und sonstigen Interessen. Gratis heisst hier: mehr Freiheit. Auch für die Musiker.

Dem Dienst nach Vorschrift und gegen Bezahlung steht in der Predigerkirche eine Musizierhaltung gegenüber, die vom Wollen geprägt ist. Das hört man. Das zieht beim Publikum, so dass es freiwillig den Kollekte-Topf füllt. Und die Musiker kommen auf diese Art auch zu einer Gage.