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20 Jahre «Regionale»
Aus Kultur-Aktualität vom 22.11.2019.
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20 Jahre «Regionale» Wo Basel Berlin an Attraktivität übertrifft

Seit 20 Jahren gibt es die Dreiland-Ausstellung «Regionale». Kann das Konzept im Zeitalter der Globalisierung noch bestehen?

Am Anfang war die Weihnachtsausstellung: Seit Jahrzehnten schon hatte die Kunsthalle jedes Jahr die Werke von Künstlerinnen und Künstler aus Basel präsentiert. Später wechselte der Namen zu «Jahresausstellung». Doch da war das Modell bereits obsolet geworden.

Es habe immer mehr Konkurrenzveranstaltungen in der Umgebung gegeben, erklärt Peter Pakesch, der von 1996 bis 2003 Direktor der Basler Kunsthalle war. Für die 20. Ausgabe der Regionale ist der Österreicher nach Basel zurückgekommen, um die Jubiläumsausstellung in der Kunsthalle zu kuratieren.

Peter Pakesch
Legende: Hat die Regionale vor 20 Jahren mitbegründet: Peter Pakesch. Getty Images / Barbara Zanon

Zudem sei die Kunst zu diesem Zeitpunkt stark im Wandel gewesen: «Die Kunstschaffenden haben nicht mehr konventionell Leinwände und Skulpturen abgeliefert. Die Materialien, die Dimensionen und die Ansprüche haben sich verändert.»

Über die Landesgrenzen hinweg

Um diesen Veränderungen gerecht zu werden, wollte man sich öffnen: nicht nur thematisch, sondern auch physisch, über die eigenen Ausstellungswände und Landesgrenzen hinweg. Institutionen im Raum Basel schlossen sich mit Ausstellungsräumen im Elsass und in Südbaden zusammen und organisierten 2000/2001 die erste Ausgabe der Regionale.

Zwei Frauen auf Steinen.
Legende: Stellt in der Liestaler Kunsthalle Palazzo aus: Franziska Wüsten, mit ihrem Werk «O.T.», 2019. Kunsthalle Palazzo, Liestal

Entstanden ist ein trinationales Kunstprojekt, das in seiner Art noch heute einzigartig ist – auch wenn sich die Kunstwelt in den vergangenen Jahren gewandelt hat und deutlich globaler wurde. Hat da eine regional abgesteckte Ausstellung nicht ausgedient?

Die Regionale 2019/2020

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Die aktuelle Regionale, Link öffnet in einem neuen Fenster hat am 21. November eröffnet und dauert bis 19. Januar 2020.

18 Institutionen in der Schweiz, Deutschland und Frankreich zeigen Kunst aus der Region Basel, aus der Nordwestschweiz, Südbaden und dem Elsass. Eine Übersicht aller Veranstaltungsorte , Link öffnet in einem neuen Fenstergibt es hier., Link öffnet in einem neuen Fenster

Basels internationale Anziehungskraft

Nein, denn die Kunstschaffenden bringen die Welt in die Region, sagt Silke Baumann, die Geschäftsführerin der diesjährigen Regionale: «Kunstschaffende waren schon immer Grenzgänger und bewegen sich flexibel zwischen Abgrenzungen.» Deswegen werde im geografischen Gebiet des Dreilands viel vom aktuellen Kunstschaffen abgebildet.

Mann mit Palästinensertuch und gespannter Steinschleuder
Legende: Hamza Badran, «Freedom Fighter», Self portrait, 2019. Der palästinensische Künstler macht seinen Master in Bildender Kunst in Basel. Kunst Raum Riehen

Zum Beispiel durch Künstlerinnen, die nicht hier geboren sind, aber in der Region arbeiten: Das sei immer häufiger der Fall, sagt Peter Pakesch. Basel habe eine internationale Anziehungskraft – Tendenz steigend. Der Österreicher geht sogar so weit, das Potenzial Basels mit der deutschen Hauptstadt Berlin zu vergleichen.

«Basel wird künfitg aufgrund seiner Lage innerhalb Europas und seiner Qualitäten einen grösseren Zuzug von Kunstschaffenden haben», so Pakesch. Zwar sei das Leben für Künstler in Basel teurer als in Berlin. Aber die Basler Institutionen seien für die Kunstszene ein grosser Vorteil. Dazu habe auch die Regionale beigetragen, betont Pakesch.

Landschaft aus Zucker
Legende: Im Elsass ausgestellt: Elise Alloin, «Lagenwechsel/Prendre position», Détail de Cattenom, sucre et iode, 2016, © Elise Alloin La Kunsthalle Mulhouse

Ein Shuttle über die Grenze

Basel, das Magnet innerhalb der Region: So, wie es Peter Pakesch beschreibt, klingt das sehr positiv. Die Stadt hat aber auch das Monopol im Dreiland – und das hat Auswirkungen auf die Besucherströme, erklärt Regionale-Geschäftsführerin Silke Baumann: «Viele Franzosen und Freiburgerinnen kommen nach Basel an die Regionale, während die Basler weniger oft an die anderen Orte gehen.»

Dem will man nun mit Shuttlebussen entgegensteuern, die während der Regionale kostenfrei über die Grenzen fahren. Noch läuft also nicht alles wie gewünscht an der Regionale. Noch gibt es Dinge, über die man nachdenken möchte. Solange das der Fall ist, kann die Regionale weiterbestehen.

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