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Ausstellung in Winterthur Arbeitswandel: Ich schaffe, also bin ich?

Das Winterthurer Museum Schaffen thematisiert mit «Zeit.Zeugen.Arbeit», wie sich die Vorstellung von Arbeit gewandelt hat. Im Zentrum der Ausstellung: Menschen und ihre Arbeitsgeschichten.

Wir haben in unserer Sprache unzählige Wörter für unser Schaffen. Wir «chnorze», «büeze», «chrampfe», wir «stönd uf di Hintere», «murxed», wir «bügled». Wir suchen in unserer Arbeit Sinn, Anerkennung. Wir sorgen uns bei fehlender Arbeit um unseren Lebensunterhalt. Wir verändern und entwickeln uns. Unsere Arbeit bedeutet uns fast alles oder ist notwendiges Übel.

Warum arbeiten wir? Was erwarten wir von unserer Arbeit? Sind wir dem Wandel in der Arbeitswelt ausgeliefert – oder gestalten wir ihn vielmehr mit? Und wie fühlt sich dieser Wandel überhaupt an?

Eine Frau leimt Platten zusammen.
Legende: Zurzeit wird noch fleissig vorgeschafft: Szenografin Elisabeth bei den Aufbauten im Museum Schaffen in Winterthur. SRF/Claudia Herzog

Diesen Fragen geht das neue Winterthurer Museum Schaffen nach, mit der Ausstellung «Zeit.Zeugen.Arbeit». In einer ehemaligen Montagehalle der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik entsteht seit Anfang Januar ein Projekt, das irgendwo zwischen Ausstellung und Theater funktioniert. Entsprechend stehen im Zentrum keine Texte und Objekte, sondern Menschen.

Über 30 Menschen aus Winterthur und Umgebung wirken bei «Zeit.Zeugen.Arbeit» freiwillig mit. Sie alle bringen ihre persönlichen Erfahrungen aus der Arbeitswelt mit ein, egal, ob sie pensioniert sind oder noch arbeitstätig.

Ausstellungsparcour mit offenem Ausgang

Die Vernissage von «Zeit.Zeugen.Arbeit» ist am 5. Mai. Der Museums-Leiter Stefano Mengarelli und die Szenografin Melanie Mock arbeiten mit ihrem Team zurzeit an den letzten Details des Ausstellungsparcours mit offenem Ausgang. «Wir gehen im Schaffensprozess dorthin, wo es uns persönlich hinzieht. Denn dort wird man garantiert etwas finden, das auch andere interessiert», sagt Melanie Mock.

Die persönlichen Geschichten sind die Basis für die Ausstellung. «Wir versuchen, konzeptionell auf diese Geschichten zu reagieren», sagt Melanie Mock. «Wir suchen nach Gemeinsamkeiten, nach Unterschieden, nach roten Fäden, nach einer Erzählbarkeit, die auch jenseits der individuellen Geschichte funktioniert.»

Brettspiel mit den Titel «Machen Sie Karriere»
Legende: Will ich Karriere machen? Die Ausstellung will Fragen aufwerfen, die jede und jeder für sich beantworten kann. SRF/Claudia Herzog

Sozialer Arbeitsprozess

Das Ziel der Ausstellung ist eine begehbare Installation mit einer Narration, welche die Besucherinnen und Besucher mit ihrer eigenen Geschichte, dem eigenen Werdegang konfrontiert und zum spontanem Gespräch anregen will.

Melanie Mock: «Ein Herzstück der Ausstellung sind persönliche Begegnungen, die immer wieder in neuen Formationen stattfinden und jedes Mal einzigartig sein werden.»

Die Lokomotive ist fester Bestandteil der Industrialisierung, die unser aller Schaffen von Grund auf veränderte.
Legende: Die Lokomotive ist fester Bestandteil der Industrialisierung, die unser aller Schaffen von Grund auf veränderte. SRF/Claudia Herzog

Die Ausstellung wird sich somit fortlaufend verändern und erst am letzten Aussstellungstag, am 17. September 2018, abgeschlossen sein. Melanie Mock: «Wer die Ausstellung mehrmals besucht, wird sie immer wieder neu erleben.»

«Zeit.Zeugen.Arbeit»

«Zeit.Zeugen.Arbeit»
Legende:SRF/Claudia Herzog

Warum arbeiten wir? Wie unterscheidet sich Arbeit von Freizeit? Und wie ist unser heutiges Verhältnis von Arbeit entstanden? Das Museum Schaffen, Link öffnet in einem neuen Fenster in Winterthur stellt den Menschen als Schaffenden in den Mittelpunkt. Es verhandelt ein Thema, das wie kaum ein zweites unseren Alltag prägt. Vom 5. Mai bis 17. September 2018.

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