Der Bürgerkrieg im Jemen bedroht Weltkulturerbe

Die Unesco hat zwei Welterbestätten im Jemen wegen des Bürgerkriegs als bedroht erklärt. Auf der Roten Liste stehen jetzt die Altstadt der Hauptstadt Sanaa und die Festungsstadt Schibam mit ihren jahrhundertealten Hochhäusern aus Lehm.

Der Jemen ist ein vom Bürgerkrieg zerrüttetes Land. Am Donnerstag hatten die Vereinten Nationen in New York die höchste Nothilfestufe 3 für das Land auf der Arabischen Halbinsel ausgerufen. Die Lage im Land ist katastrophal, Kämpfe und Luftangriffe haben massive Schäde angerichtet – Millionen Menschen brauchen dringend Hilfe.

Nun hat die Unesco wegen des Bürgerkriegs auch zwei Welterbestätten im Jemen als bedroht erklärt: Auf der Roten Liste stehen die Altstadt der Hauptstadt Sanaa und die Festungsstadt Schibam.

Das Welterbekomitee begründete seinen Schritt am Donnerstag in Bonn mit den erheblichen Schäden, die Sanaa bereits im derzeitigen Konflikt erlitten habe. Schibam drohe Ähnliches.

80 Prozent der Menschen brauchen Hilfe

Seit Monaten kämpfen im Jemen schiitische Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten gegen Anhänger von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi. Die Huthis haben grosse Teile des armen Landes unter Kontrolle gebracht und den Staatschef abgesetzt. Eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition bombardiert die Rebellen seit Ende März regelmässig aus der Luft.

Aufgrund der Kämpfe und Luftangriffe wurden im Jemen bereits tausende Menschen getötet oder verletzt. Laut der UN brauchen 80 Prozent der Bevölkerung – 21,1, Millionen Menschen – Hilfe von aussen. Es drohen Hungersnöte und Krankheiten.

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kulturnachrichten, 3.7.15, 6:05 Uhr