Diese Künstler lassen die Kassen klingeln an der Art Basel

Am ersten VIP-Tag der Kunstmesse Art Basel wuren 13 Werke für über eine Million Dollar verkauft. Wer sind die Künstler, die hinter den Werken stehen, die ihren neuen Besitzern Summen zwischen zweieinhalb und sechs Millionen Dollar Wert sind?

Louise Bourgeois imitten einer ihrer Figuren.

Bildlegende: Eine ihrer Plastiken wurde für 2.5 Millionen Dollar verkauft: Louise Bourgeois im New Yorker Guggenheim Museum. Keystone

    • 1.
      Joan Mitchell
      Joan Mitchell, inmitten ihrer Gemälde am Boden sitzend.

      Bildlegende: Joan Mitchell in ihrem Atelier in Paris, 1956. Getty Images

      Eines ihrer Ölgemälde ist mit einem Kaufpreis von 6 Millionen dieses Jahr der bisher höchstdotierte Deal. Die 1925 in Chicago geborene und 1992 in Paris verstorbene Künstlerin wurde anfangs von Vincent Van Gogh, Paul Cézanne, Henri Matisse und Wassily Kandinsky, später auch von Willem de Kooning beeinflusst. Sie wandte sich nach dem Studium der avantgardistischen Malerei zu und galt Anfang der 1950er-Jahre als eine der führenden Künstlerinnen der New York School, die mit Action Painting und Farbfeldmalerei neue Wege einschlug. Mitchell nahm 1959 teil an der documenta II in Kassel.

    • 2.
      Keith Haring
      Keith Haring vor einer Wand, die er bemalt hat, die mit Farbe verschmierte Hand in die Kamera haltend.

      Bildlegende: Keith Haring in Pisa, 1989. Imago

      Der 1958 geborene und 1990 in New York verstorbene US-Amerikaner war inspiriert von der Farbkraft und den provokanten Bildinhalten der amerikanischen Pop‐Art sowie der Dynamik der Graffiti‐Kunst und ihrer Allgegenwärtigkeit im öffentlichen Raum. Für seine ersten Werke Anfang der 1980er‐Jahre nutzte er leere Werbetafeln in New Yorker U‐Bahn‐Stationen, auf die er mit Kreide Figuren und Objekte in fliessenden Umrisslinien zeichnete («subway drawings»). Seine einfachen, piktogrammartigen Figuren (u. a. «radiant baby», «barking dog») brachten Haring internationale Bekanntheit. In seinem 1986 eröffneten «Pop Shop» bot er seine Kunst jenseits des elitären Galeriebetriebes einer breiten Öffentlichkeit preisgünstig zum Verkauf (zum Beispiel T‐Shirts und Buttons mit seinen Motiven). Daneben fertigte er grossformatige Wandbilder (über 100 m der Berliner Mauer, 1987), komplette Raumausmalungen sowie Skulpturen.

    • 3.
      Marlene Dumas
      Die Künstlerin vor mit Tusche auf weissem Grund gezeichneten Porträts.

      Bildlegende: Marlene Dumas in ihrer Ausstellung «The Image as Burden» in Amsterdam, September 2014. Imago

      Die 1953 im südafrikanischen Kapstadt geborene Künstlerin wurde bekannt durch Zeichnungen, bei denen sie die Quellmaterialien wie Fotos und Reproduktionen von Gemälden anderer Maler als Realitätspartikel mit aufs Papier brachte. In den 1980er-Jahren schuf Dumas in Ölbildern karge, oft nackt wirkende Menschenbilder. 1995 gestaltete sie für den holländischen Pavillon auf der Biennale in Venedig mit «Magdalena», einer Serie grossformatiger Aktbilder, die die Herabsetzung der Frau als Sexobjekt zum Thema hatten. Der Zyklus «Models» (1994) besteht aus Tuschzeichnungen teils bekannter, teils anonymer Frauenköpfe, die durch die Darstellung als plakative, maskenartige Fassaden fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt sind. «Rejects» stellt dazu die abgelehnte Gegenwelt der nicht massgeschneiderten Schönheiten dar, in der viel mehr schwarzhäutige Menschen vorkommen und die damit auf die tatsächliche Realität verweist. Obwohl Apartheid nie zum Hauptthema ihrer Arbeit wurde, setzte sich die Künstlerin sehr früh und deutlich mit dem Konflikt und somit auch mit der politischen Lage auseinander. Unter dem Titel «Nom de personne» war 2001 eine grosse Retrospektive von Dumas' Werk im Centre Pompidou zu sehen, die das New Yorker New Museum im Jahr darauf als «Name No Names» zeigte.

    • 4.
      Sigmar Polke
      Sigmar Polke vor einem seiner Bilder, lachend den Arm zur Seite streckend.

      Bildlegende: Sigmar Polke im Kunsthaus Zürich in seiner Ausstellung «Werke und Tage», April 2005. Keystone

      Der 1941 im damaligen Niederschlesien geborene und 2010 in Köln verstorbene Künstler stellte mit virtuoser Experimentierfreude seine Sujets auf ungewöhnlichen, durch chemische Einwirkung häufig veränderten Trägermaterialien wie Handtüchern oder gemusterten Dekorationsstoffen dar. Daneben arbeitete er auch auf transparenten Malflächen. Mit Thermo‐ und Hydrofarben, die sich bei wechselnder Temperatur und Luftfeuchtigkeit verändern, gestaltete Polke 1986 den deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig. Charakteristisch für seine malerischen Arbeiten sind die Rasterpunkte, dem Zeitungsdruck entlehnt. Nicht selten diente ihm ein Zeitungsbild selbst als Vorlage für seine grossformatigen «Rasterbilder», daneben entstanden auch Fotografien. Für sein geistvoll-kritisches Schaffen wurde er 1994 mit dem Erasmuspreis und 2002 mit dem Kunstpreis Praemium Imperiale geehrt. Für das Grossmünster in Zürich gestaltete Sigmar Polke Kirchenfenster, die 2009 eingeweiht wurden.

    • 5.
      Louise Bourgeois
      Eine übergrosse Spinnenplastik am Bürkliplatz in Zürich, davor eine Passantin auf dem Trottoir, dahinter der See.

      Bildlegende: Die Spinnenskulptur «Maman» von Louise Bourgeois, aufgestellt beim Bürkliplatz in Zürich, Juni 2011. Keystone

      Die 1911 in Paris geborene und 2010 in New York verstorbene Künstlerin übersiedelte 1939 nach New York. Bourgeois zählte zum Surrealisten-Kreis, den u.a. André Breton, Joan Miró und Yves Tanguy in New York während des Zweiten Weltkrieges gegründet hatten. Die Malerei trat bei Bourgeois jedoch in den 1950er-Jahren zugunsten der Bildhauerei zurück. Bourgeois‘ Kunst, vorwiegend Skulpturen und Objekte, lässt sich nicht auf eine bestimmte Stilrichtung festlegen. Die Spannbreite ihrer Arbeiten reicht von Nestern aus Gips bis zu organisch geformten Bronzegebilden, von glatten Skulpturen aus Marmor über winzige Selbstporträts bis zu Installationen von der Grösse ganzer Zimmer (wie die «Cells», Rauminstallationen aus den 1990er Jahren) oder sogar einzelnen tonnenschweren Bronzeskulpturen («Spider in Progress»). 1982 widmete das New Yorker Museum of Modern Art der Künstlerin eine Retrospektive, die zudem die erste grosse Einzelausstellung einer Frau in der Geschichte des MoMA war. Für ihr Lebenswerk erhielt die Künstlerin 1999 den Kunstpreis Praemium Imperiale.

    • 6.
      Robert Rauschenberg
      Robert Rauschenberg hinter einem mit Neonstäben beleuchteten Fahrrad.

      Bildlegende: Robert Rauschenberg vor einem seiner Werke an der Retrospektive im Guggenheim Museum in Bilbao, November 1998. Reuters

      Rauschenberg wurde Anfang der 1950er-Jahre bekannt mit monochromen «weissen» und «schwarzen» Bildern, besonders aber durch die happeningartige Ausradierung einer zuvor erworbenen Zeichnung Willem De Koonings. Rauschenberg schuf ab 1953 eine neue Bildgattung, die Malerei mit frei stehenden Objekten kombiniert. Beeinflusst von Kurt Schwitters und Marcel Duchamps bezog Rauschenberg verschiedenartige Gegenstände in seine neodadaistischen Kunstwerke ein. Er versachlichte die expressive Gestik des Action‐Painting und leistete Bahnbrechendes für die Pop-Art. Rauschenberg schuf auch Collagen, Installationen und Druckgrafik. In Zusammenarbeit mit dem Komponisten John Cage und dem Choreografen Merce Cunningham gestaltete er Multimediashows und Bühnenbilder. Für sein Lebenswerk erhielt er 1998 den Kunstpreis Praemium Imperiale.

Sendung zu diesem Artikel