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Kunstsammlung Gurlitt Streit um Cézanne: Wem gehört «La Montagne Sainte-Victoire»?

Die Familie Cézanne beansprucht das wertvollste Gemälde in der Gurlitt-Sammlung. Eine Einigung mit dem Kunstmuseum Bern ist nicht in Sicht.

«La Montagne Saint-Victoire» von Paul Cézanne.
Legende: Wertvolles Streitobjekt: «La Montagne Saint-Victoire» von Paul Cézanne. Kunstmuseum Bern

Das Gemälde «La Montagne Sainte-Victoire» wurde vor fünf Jahren im Salzburger Haus von Cornelius Gurlitt entdeckt. Experten gehen davon aus, dass das Werk rund 30 Millionen Franken Wert ist.

Familie Cézanne beansprucht das Gemälde

Im Sommer 2017 wurde bekannt, dass das Gemälde von den Provenienzforschern in Berlin nicht als Raubkunst eingestuft wird. Damit schien der Weg ins Kunstmuseum Bern frei.

Doch wie Radio SRF 2 Kultur erfahren hat, ringen Anwälte hinter den Kulissen derzeit um das Werk. Denn die Familie Cézanne beansprucht das Bild und vertritt die Ansicht, dass es der Familie gestohlen wurde.

«Für das Kunstmuseum Bern wäre es wichtig, dieses Gemälde zu besitzen», sagt SRF-Gurlittexperte Stefan Zucker. «Einerseits, weil das Gemälde sehr wertvoll ist. Andererseits, weil das Kunstmuseum bis jetzt noch keins der berühmten Landschafts-Gemälde von Cézanne besitzt.»

Keine Einigung in Sicht

Das Kunstmuseum Bern hält sich zum Streit sehr bedeckt. Nina Zimmer, Direktorin des Kunstmuseums Bern, kommentiert: «Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste hat das Werk als nicht raubkunstverdächtig eingestuft. Allerdings sind die Umstände ungeklärt, unter denen es in den Besitz von Hildebrand Gurlitt gelangt ist. Die Nachkommen Paul Cézannes und das Kunstmuseum haben Gespräche aufgenommen.»

Erste Gespräche in diesen Tagen zwischen dem Kunstmuseum Bern und der Familie Cézanne sind ohne Ergebnis geblieben. Eine aussergerichtliche Einigung steht laut Insidern in weiter Ferne.

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur Aktualität, 20.10.2017, 17:30 Uhr

3 Kommentare

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  • Kommentar von Winston Smith (Satiere für Demokratie)
    Die Andprüche der Familie des Künstlers ist doch relativ einfach herauszufinden! Wurde dass Bild in all der Zeit mal verkauft, oder ist es aus der Werkstatt dess Künstlers gestohlen worden? Dann müsste irgendwo ein Anzeige wegen Diebstahls gemeldet worden sein! Wenn es verkauft wurde und erst später geraubt hat die Familie kein annrecht mehr, denn es gehörte nicht mehr ihnen! Wenn sie es mal zurückgekauft hatten, sind sie im Besitz des Beleges?!
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  • Kommentar von Urs Heim (Ursus)
    Das Bild soll nur in Bern verbleiben, wenn nötig mit der Hand des Bundes auf dem Objekt, denn die Cézanne-Nachkommen kämpfen mit Sicherheit nur aus niederen Motiven um dieses Kunstwerk. Durch den voraussichtlichen Weiterverkauf an Dritte möchte der Cézanne-Clan ihr Leben als Privatier, wie gewohnt ohne für ihr Geld arbeiten zu müssen weiterführen. - Wenn das Kunstmuseum Bern dieses Bild hergibt, also weich wird, sind sie wirklich selber schuld!
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    1. Antwort von ely berger (vögeliwou)
      (Ursus) & Nadeschkin Montagne Sainte-Victoire wurde mal mit einem schlafenden Buddha verglichen, der die Provinz oder Gegend "darumherum" beschützt. Buddha ist ein anderes Wort für Leben; es kann nie egobezogen oder familienbezogen oder nationenbezogen oder volksbezogen sein. So ist ein Platz im Museum, wo es alle sehen können, der richtige Platz.
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