Mehr als Lokalkolorit: Niklaus Stoecklin im Kunstmuseum Basel

Der Basler Maler war ein bedeutender Schweizer Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Im Stadtbild ist er dank öffentlichen Arbeiten bis heute präsent. Jetzt zeigt das Kunstmuseum Basel Werke des Malers und Grafikers in einer kleinen Einzelschau – auf Wunsch des Publikums.

Die «Rheingasse» ist eine der Hauptattraktionen der monografischen Schau. Das Gemälde von 1917 zeigt eine auf den ersten Blick beschauliche, bei näherem Hinsehen aber beklemmende, kleinstädtische Strassenszene. Das Bild gilt als eines der Hauptwerke des Basler Malers Niklaus Stoecklin (1896–1982). Neben bekannten Gemälden wie der «Rheingasse» zeigt die kleine Einzelausstellung im Kunstmuseum Basel auch kleinformatige Stillleben aus dem Spätwerk.

Alle Arbeiten, die in der Ausstellung zu sehen sind, stammen aus der Sammlung des Hauses. Gezeigt werden dabei auch einige Werke, die weniger bekannt sind. Von einer Wiederentdeckung Stoecklins möchte Maren Stotz, die Kuratorin der Ausstellung, allerdings nicht sprechen. «Aus meiner Sicht war Stoecklin nie weg», sagt sie. Dank seiner zahlreichen Arbeiten im öffentlichen Raum ist er im Stadtbild bis heute sehr präsent. Er sei, so ergänzt Stotz, auch oft im Kunstmuseum Basel gezeigt worden.

Sprechende Details

Meist waren es jedoch nur einzelne Werke des Basler Malers, die in Sammlungspräsentationen des Kunstmuseums Basel ausgestellt wurden. In einer grösseren Gruppe hingegen waren die Werke Niklaus Stoecklins lange nicht mehr zu sehen. Maren Stotzt hat nun mit Werken aus der Sammlung des Hauses eine kleine Ausstellung eingerichtet, die die künstlerische Entwicklung und die Schwerpunktthemen Stoecklins vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 1940er-Jahre locker nachzeichnet.

Niklaus Stoecklin gilt als einer der bedeutendsten Schweizer Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Die Schau verdeutlicht, wie konsequent Stoecklin seine präzise gegenständliche Malweise verfolgte und wie intensiv er sich mit anderen Künstlern und Kunstströmungen auseinandersetzte. Die Ausstellung zeigt seinen Blick für sprechende Details und seine Genauigkeit in der Malerei. Und sie dokumentiert die künstlerische Qualität der Werke Stoecklins.

Ganz oben auf der Wunschliste

Mit der Einzelausstellung Niklaus Stoeklins folgt das Kunstmuseum Basel einem Wunsch der kunstinteressierten Baslerinnen und Basler. «Wir haben Nachfragen von Personen aus der Bevölkerung, ob wir nicht vermehrt Basler Positionen zeigen können», sagt Maren Stotz. Und Niklaus Stoecklin steht dabei ganz oben auf der Wunschliste der Museumsbesucher.

Stoecklins Bilder haben einen festen Platz im Gedächtnis der Basler Bevölkerung. Als publik geworden sei, dass das Kunstmuseum eine Ausstellung zu Niklaus Stoecklin einrichte, «meldeten sich viele Personen, die sich mit ihrem Wissen und Werken Stoecklins aus der eigenen Sammlung an der Ausstellung beteiligen wollten», erzählt Stotz.

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