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Uffizien prüfen Klage gegen Pornhub
Aus Kultur-Aktualität vom 20.07.2021.
abspielen. Laufzeit 00:58 Minuten.
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PR-Aktion «Classic Nudes» Kunst der Provokation: Pornhub macht's mit alten Meistern

Die Porno-Plattform Pornhub wirbt mit der Zeigefreude von Klassikern aus der Kunstgeschichte um Klicks. Manche Museen reagieren scharf.

Heisses Thema, hitzige Diskussionen: Die Uffizien und fünf andere grosse Museen protestieren gegen eine Serie zu erotischen Gemälden und Skulpturen, welche die Porno-Plattform Pornhub mit dem Titel «Classic Nudes» lanciert hat.

In «Classic Nudes» zu sehen ist unter anderem Botticellis Meisterwerk «Die Geburt der Venus», das in den Uffizien in Florenz zuhause ist.

Legende: Neuerdings bei Pornhub im Angebot: Botticellis Meisterwerk «Die Geburt der Venus». Wikimedia

Ein Pornostar als Botticellis Venus

«Einige der besten Pornos der Welt gibt es nicht auf Pornhub, man findet sie nur in einem Museum», sagte Pornostar Cicciolina. Die Ex-Frau des US-Künstlers Jeff Koons tritt in einer Einführung zu «Classic Nudes» als Botticellis Venus auf.

Dutzende von Werken aus der Kunstgeschichte finden sich in «Classic Nudes»: Darunter etwa William Bouguereaus «Les Oréads» (1902), Peter Paul Rubens' «Die drei Grazien» (1630-1635) und das «Porträt der Madeleine» (1800) von Marie-Guillemine Benoist.

Legende: Gibt auf Pornhub Botticellis Venus: Der ehmalige Pornostar Cicciolina. Getty Images / Jacopo M. Raule

«Man könnte Pornografie als Kunstform betrachten – und einige Kunstwerke als pornografisch», kommentiert Pornhub die Aktion. Hintergründe zu den Kunstwerken in «Classic Nudes» liefert der Pornostar Asa Akira.

Es drohen Klagen

Die Uffizien reagierten verärgert auf «Classic Nudes». Laut Medienangaben prüft das Florentiner Museum eine Klage gegen die Plattform. Pornhub müsste für eine kommerzielle Nutzung der Bilder die Rechte dafür abgelten, liess der bekannten italienische Kunstexperten Vittorio Sgarbi verlauten.

Zuspruch für die PR-Aktion gab es dafür aus den eigenen Reihen. Der italienische Pornostar und Regisseur Rocco Siffredi hat die Initiative ausdrücklich begrüsst: «Pornhub weiss eben, dass Provokation die beste Werbung ist», so Siffredi.

Radio SRF 2 Kultur, Kulturnachrichten, 20.7.2021, 8:00 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Oh die prüden Kunstverwalter, dabei bekommen die Museen Gratiswerbung!
  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Bei den Pornostars hat sich die Wertskala und Intensität oft einfach etwas verschoben. Die meisten Pornostars sind die meiste Zeit monogam, immer dann wenn sie gerade nur mit einem Partner schlafen.
  • Kommentar von Maciek Luczynski  (Steine)
    Dieses Bild ist doch schon in vielen andern Filmen/Zeichnungen auch Werbungen als Persiflage dargestellt worden.

    Warum also nicht auch bei Pornhub?