The John Lennon Letters - Der Beatle ganz privat

Der Beatles Biograph Hunter Davies hat in einem Prachtband alles zusammengetragen, was an Schriftstücken von John Lennon selbst zu finden ist: Briefe, Notizen, Zeichnungen und vieles mehr. Das Ergebnis: John Lennon privat.

Lennon bei der Olympiade in London 2012

Bildlegende: John Lennon Video bei der Olympiade in London 2012 - Wirkung weit über den Tod hinaus Keystone

In der Sammlung der Lennon-Schriftstücke ist vieles zu finden: Angefangen mit einem Weihnachtsbrief an Tante Harriet von 1951 bis zu einem Autogramm für eine Telefonistin am Abend des 8. Dezember 1980, wenige Stunden vor seinem gewaltsamen Tod.

Besonders eindrücklich ist Johns Brief an seinen Vater Fred, der ihn als Kind verlassen hatte. Und bittere Briefe an Paul McCartney, Dokumente von Verletzung und Rivalität. «Komm von Deiner goldenen Schallplatte runter und flieg!», schreibt Lennon an den Freund nach der Beatles Trennung 1971.

Ein Leben im Widerspruch

Die Rivalität der Beiden beginnt schon beim ersten Zusammentreffen, als der geborene Bandleader Lennon auf einen jungen Mann trifft, der besser Gitarre spielen kann als er.

Und irgendwie bleibt es dabei. John Lennon ist ein Charakter voller Widersprüche: sprunghaft und unnachgiebig, grosszügig und kleinlich, ernst und albern, kalt und liebevoll -  und dabei oft vor allem eins: exzentrisch. Ein schwieriger Künstler mit riesiger Ausstrahlung, die bis heute spürbar ist. Wer Lennons Briefe liest, meint auch seine Stimme zu hören. Und die ist wirklich einzigartig.

«Bin unsichtbar», antwortet der Ex-Beatle schon mal auf Presseanfragen - und seine Cousine Leila bekommt im Januar 1979 die Nachricht: «Wetten, dass ich steinalt werde? Ich weiss, das werde ich.» Ein Jahr später schreibt er fast nur noch Einkaufslisten für sich und Yoko Ono.

Die «Lennon Letters» sind das Ergebnis jahrelanger Detektivarbeit in Auktionshäusern, Museen und Privatpersonen. Über Hundert dieser Fundstücke des grossen Musikers und Komponisten sind in vierfarbigen Faksimilies abgebildet. So ist das Buch ein sinnlicher Genuss auch für den, der meint, schon alles über Lennon und die Beatles zu wissen.

Jetzt weiss man mehr.

Buchhinweis

Die «Lennon Brille»: seit ihm heisst sie nach ihm.

Die «Lennon Brille»: seit ihm heisst sie nach ihm. Keystone

Hunter Davies (Hrsg.): The John Lennon Letters. Erinnerungen in Briefen. Piper Verlag, 2012.