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Musik 10 Jahre «Zukunft»: Die Zürcher Erfolgsstory aus dem Underground

Rotlicht-Milieu und Drogen-Szene: Jahrelang machten die Zürcher einen grossen Bogen um die Langstrasse. Das hat sich verändert: Der «Chreis Cheib» ist längst zur eine angesagten Ausgehmeile geworden. Davon kann auch der Club ein paar Lieder singen, der die Zukunft im Namen trägt.

Tänzer in einem Club.
Legende: Nach zehn Jahren immer noch da: Die «Zukunft» ist aus der Zürcher Club-Szene nicht mehr wegzudenken. Keystone

Die elektronische Tanzmusikszene befindet sich ständig im Wandel. Alles muss immer neu sein. Besonders in Zürich: Hier ein Pop-Up Club, dort eine illegale Bar – schnell geht etwas auf, schnell geht etwas zu.

«Fels in der Brandung»

In diesem volatilen Geschäft hat sich die «Zukunft» über all die Jahre gehalten.
Der Club sei so etwas wie ein Fels in der Brandung, sagt Yann Chérix. Als Chef der Zürcher Kulturagenda «Züritipp» hat er den Aufstieg der «Zukunft» von Anfang an journalistisch begleitet: «Der Club ist fast schon eine Ikone. Das ist das Verdienst der Truppe.» Das Progamm sei sehr ambitioniert, damit würden die Veranstalter sogar einen leeren Club riskieren. Für Kenner der elektronischen Musik sei es jedoch ein gutes Programm.

Betrieben wird die «Zukunft» von sechs befreundeten Zürcher DJs und Musikproduzenten. Sie sind eine feste Grösse im Zürcher Nachtleben und mittlerweile alle um die 40 Jahre alt. Ihr Anspruch, Unverbrauchtes nach Zürich zu bringen, habe nach all den Jahren nicht nachgelassen, meint «Zukunft»-Mitbetreiber Alex Dallas. Sie würden lieber den jungen, unbekannten, wilden DJ aus dem angelsächsischen Raum als den etablierten aus Berlin buchen. Das liege aber auch an ihrer englischen und amerikanischen Musiksozialisation. Die englische Neugier, immer eine Schritt weiter zu gehen, habe sie immer fasziniert.

Der Preis des Erfolgs

Als die «Zukunft» 2005 ihre Kellertore öffnete, war der Club der Club der Zürcher Szene: Er war underground. Damals war das Langstrassenquartier noch fest in der Hand des Rotlicht- und Drogenmillieus. Mittlerweile hat sich das Viertel massiv verändert und damit auch das Publikum. Selbst die «NZZ», Link öffnet in einem neuen Fenster widmete dem Jubiläum des Clubs kürzlich eine ganze Seite und kürte die «Zukunft» zum erfolgreichsten Club Zürichs.

Die hippe Szene ist zwar hin und wieder noch da, mischt sich aber mit zahlungskräftigen Bankern von der Goldküste, Prostituierten aus Thailand und Ausgehfreudigen aus dem Aargau. Die «Zukunft» ist heute kein Geheimtipp mehr, sondern ein Klassiker. Das sorgt Wochenende für Wochenende für ein volles Haus, erzählt Alex Dallas, aber auch für mehr Aufwand: «Wir merken, dass sich auch Leute hierher verirren, die nicht wegen unserer Musik kommen. Unser Job ist schwieriger geworden. Wir mussten auch unser Sicherheitspersonal aufstocken.»

Die Freude an ihrer Arbeit haben Alex Dallas und seine Mitstreiter aber nicht verloren. Im Gegenteil. Im gleichen Haus an der Dienerstrasse 33 wollen sie in den oberen Stockwerken ein Restaurant eröffnen. Noch sind die Pläne vage, aber ein entsprechendes Baugesuch wurde vor kurzem eingereicht.

Sendung: SRF 2 Kultur, Kultur kompakt, 26.11.2015, 17:06 Uhr

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